Dienstag, Juni 25, 2024

Mehr Verkehrstote im Sommer 2022 als im Vorjahr

Diesen Juli und August kam es zu mehr Verkehrstoten als im Sommer 2021. Laut Verkehrsclub Österreich liegt das an zu hohen Tempolimits und zu niedrigen Strafen für Raser. 

Wien, 02. September 2022 | Nach diesem Sommer zieht der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) eine traurige Bilanz aus der Entwicklung der Zahl der Verkehrstoten in diesem Sommer. Der heurige Sommer verzeichnete mehr  Todesopfer durch Verkehrsunfälle als der letzte. Das liege laut VCÖ einerseits an zu niedrigen Strafen bei Überschreitungen von Tempolimits und andererseits an zu hohen Tempolimits auf Freilandstraßen und im Ortsgebiet.

Verkehrssicherheitsziele nicht erfüllt

Der Mobilitätsorganisation VCÖ zufolge sind seit Anfang des Jahres bereits 273 Menschen in Österreich durch einen Verkehrsunfall ums Leben gekommen. In den Sommermonaten Juli und August waren es nach vorläufigen Daten 85 Verkehrstote. Laut VCÖ-Sprecher Christian Gratzer sind das 43 mehr als im Vorjahr. Das sei ein Anstieg von fast 20 Prozent. Im Nachbarland Schweiz hingegen gab es im gesamten vergangenen Jahr 200 Verkehrstote. Dort gibt es de facto keine Toleranzgrenze für Tempoüberschreitungen.

Österreich habe schon in den letzten zwei Jahren die gesetzten Verkehrssicherheitsziele verfehlt, so der VCÖ. Auch für dieses Jahr sind bis zu 400 Verkehrstote zu erwarten. Daher fordert Gratzer: „Österreich braucht rasch zusätzliche Verkehrssicherheitsmaßnahmen, um die Zahl der schweren Unfälle zu reduzieren.“ Wenn es zu keinen gegenwirkenden Maßnahmen kommt, werden auch die neu gesetzten Ziele des Klimaschutzministeriums für die Verkehrssicherheitsstrategie 2021–2030 nicht erfüllt werden können, so die Prognose Gratzers.

Tempolimit und Achtsamkeit

Von welchen Maßnahmen ist da konkret die Rede? Man müsse nach Schweizer Vorbild anfangen, höhere Strafen bei Überschreitungen von Tempolimits einzuführen. Im EU-Vergleich hinke Österreich hinterher, so Gratzer gegenüber ZackZack. Sinnvoll wäre auch eine Koppelung der Strafen an das Einkommen wie das in skandinavischen Ländern gehandhabt wird. Außerdem würde eine Senkung der Tempolimits auf Freilandstraßen von 100 auf 80 sowie im Ortsgebiet von 50 auf 30 nach dem Beispiel Graz‘ zur Erhöhung der Verkehrssicherheit beitragen. Zudem brauchen die Regionen mehr sichere Alternativen. Gemeinden und Bezirke können mit Discobussen und Anrufsammeltaxis wesentlich dazu beitragen, dass weniger Jugendliche und weniger junge Erwachsende im Straßenverkehr schwer verunglücken.

Als Einzelperson ist dem Verkehrsexperten zufolge die Einhaltung des Tempolimits zu beachten. Beim Tempolimit handele es sich um keine Empfehlung, sondern eine Maximalgeschwindigkeit. Ein aufmerksamer, achtsamer und rücksichtsvoller Umgang auf den Straßen sei wesentlich für eine Reduktion der Verkehrsunfälle. „Es geht nicht darum, dass man auf sein Recht beharrt“, so Gratzer.

(nw)

Titelbild: Christopher Glanzl

Autor

  • Nura Wagner

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