Freitag, Februar 23, 2024

»Gacksi, überall im Kapitol!«: Neue Aufnahmen von 6. Jänner-Sturm veröffentlicht

»Gacksi, überall im Kapitol!«:

Der U-Ausschuss zum Angriff auf das US-Kapitol im Jänner 2021 hat am Donnerstag Ex-Präsident Donald Trump vorgeladen. Im Fokus standen allerdings bisher nie gezeigte Szenen des Kapitol-Sturms – und die Fäkalien der Eindringlinge.

 

Washington, 14. Oktober 2022 | Donald Trump soll in den Untersuchungsausschuss zum Kapitol-Sturm vorgeladen werden. Der Kongressausschuss am Donnerstag versuchte Trump mit neuen Beweismitteln stärker für die Attacke auf das US-Wahrzeichen verantwortlich zu machen. Im Streit um die Auswertung beschlagnahmter Geheimdokumente wies unterdessen der Supreme Court einen Antrag Trumps ab.

“Wir sind verpflichtet, Antworten direkt von dem Mann einzufordern, der das alles in Gang gesetzt hat”, begründete die republikanische Abgeordnete Liz Cheney den Vorstoß.

Trump-Erscheinen: Zeit wird knapp

Wenn Trump der Vorladung für eine Aussage unter Eid nicht folgt, könnte das Repräsentantenhaus ihn wegen Missachtung des Kongresses beim Justizministerium anzeigen. Trumps ehemaliger Berater Steve Bannon zum Beispiel wurde deswegen bereits verurteilt.

Allerdings wird die Zeit knapp. Am 8. November wird ein neues Repräsentantenhaus gewählt. Bis zum Jahresende – bevor im Jänner das neu gewählte Abgeordnetenhaus seine Arbeit aufnimmt – muss der Ausschuss seine Arbeit abgeschlossen haben. Und laut Umfragen und Analysen stehen die Chancen gut, dass die weitgehend zu Trump stehende Republikanische Partei bei der Wahl die Mehrheit erreichen wird. Dann dürften weitere Untersuchungen zu der Attacke ohnehin vom Tisch sein.

Nie gezeigte Szenen: “Poo Poo all over the Capitol”

Für großen Wirbel sorgten am Donnerstag aber vor allem bisher noch nicht gezeigte Szenen des Angriffes. Die Videos zeigen unter anderem Ausschnitte, in denen die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, während des Angriffs in einem abgeschotteten Raum fassungslos per Telefon versucht, Schutz durch die Nationalgarde oder Einheiten des Verteidigungsministeriums zu organisieren.

Besondere Sorge hatte Pelosi aufgrund hinterlassener Fäkalien der Eindringlinge. So hatte der Fraktionsführer der Republikaner, Mitch McConnel, überlegt, dass alle, die im sicheren Versteck waren, wieder ins Kapitol zurückkehren sollten. Pelosi hatte zu den im Raum Anwesenden erwidert: “Ich habe gesagt, wir sind anderer Meinung. Es wird einige Zeit dauern, bis das gesamte ‘Poo Poo’ (Gacksi), das die hier ins Kapitol alle – buchstäblich und im übertragenen Sinne – überall hinmachen, wieder weggeräumt ist.”

Der Vorwurf: Trump habe unterdessen – auch entgegen der Aufforderungen von Vertrauten – stundenlang nichts unternommen, um seine Anhänger zu stoppen, wie Mitglieder des Ausschusses betonten. Dabei sei er über die Ereignisse durchgehend informiert gewesen.

(red)

Titelbild: Screenshot/CBS News

Benedikt Faast
Benedikt Faast
Redakteur für Innenpolitik. Verfolgt so gut wie jedes Interview in der österreichischen Politlandschaft.
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