Mittwoch, Februar 8, 2023
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»Fühle mich benutzt von der WKO« – Klima-Aktivist sprengt Leitl-Rede

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Bei der Verleihung des Energy Globe Wien Awards betrat der Gewinner des Vorjahres plötzlich die Bühne, um der Wirtschaftskammer ihren Preis zurückzugeben.

Wien, 1. Dezember 2022 | Die Wirtschaftskammer (WKO) sieht sich erneut mit Greenwashing-Vorwürfen seitens Klimaaktivisten konfrontiert. Nachdem letzte Woche das Mahrer-Event “Wärmewende made in Austria” gestört wurde, war es am Mittwoch die Verleihung des Energy Globe Wien Awards, für den die Wirtschaftskammer Wien als Partner und lokale Ansprechstelle fungiert.

2021-Gewinner gibt Preis zurück

Beim Eröffnungsinterview von Ex-Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl stürmten plötzlich zwei Frauen mit einem “WKO=Greenwashing”-Transparent auf die Bühne. Es folgte ein Mann, der begann, das Gespräch zwischen Leitl und Arabella Kiesbauer, die durch den Abend führte, zu unterbrechen.

Und der war nicht irgendjemand. Es war Norbert Mayr, einer der Preisträger vom letzten Jahr. Er bekam ihn für ein nachhaltiges Wohnprojekt und wollte die Urkunde nun wieder zurückgeben. “Ich gebe es ihnen zurück, weil ich sehr unzufrieden bin mit der Wirtschaftskammer”, sagte der Architekt in Richtung Leitl. Er fühle sich von der WKO benutzt, diese würde Greenwashing betreiben, weil es seit Jahren trotz Klimakrise zu keinen nachhaltigen radikalen Maßnahmen komme.

Leitl nahm die Urkunde entgegen und antwortete auf Englisch, dass er Mayrs Meinung respektiere, diese aber nicht teile. Kiesbauer beendete daraufhin die Aktion und ließ Mayr nicht weiter zu Wort kommen. Dies sei kein angemessener Ort dafür, die Aktivisten würden die Veranstaltung stören.

“WKO gibt sich grünen Anstrich”

In einer Aussendung der Bewegung Extinction Rebellion, die sich für den Protest verantwortlich zeichnen, krititsierte Mayr weiter: “Die WKO ist wesentlich mitverantwortlich für Österreichs Abhängkeit von Putins Gas und bremst eine konsequente Energie- und Mobiltätswende, während sie sich einen grünen Anstrich zu geben versucht.“ Die WKO würde zudem aggressiv gegen die Absage des Lobautunnels lobbyieren. Einen Preis einer Organisation, die nach wie vor effektive Klimaschutzmaßnahmen blockiere und für Öl und Gas aus Russland lobbyiere, könne er nicht akzeptieren.

(mst)

Titelbild: Extinction Rebellion

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Markus Steurer
Markus Steurer
Hat eine Leidenschaft für Reportagen. Mit der Kamera ist er meistens dort, wo die spannendsten Geschichten geschrieben werden – draußen bei den Menschen.
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15 Kommentare

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DieHausfrau
3. 12. 2022 8:43

Bravo! jedoch bin ich gspann, wies da weitergeht. weil wenn man es sich zb mit den KLOburger WKOkommunisten anlegt – kann man eine bank auf eine leiwande retourkutsche setzen. ich wünsche dem herrn Mayr den ultimativen wirtschaftlichen erfolg! weil zivilcourage muss man sich in diesem land echt leisten können! chapeau!

Peer
2. 12. 2022 16:57

Ja nicht das falsche Luxusauto beschädigen, sonst gibt es Besuch von muslimischen Clanmitgliedern. Das tut dann ganz richtig weh.
“Krone-Klimaaktivisten nahmen sich SUVs in Innsbruck vor”
https://www.krone.at/2870210

ralph
2. 12. 2022 9:22

In der Schlangengrube gibts doch noch das eine Wirbeltier mit Rückgrat? Wie kommts, dass der noch nicht zu Tode gebissen wurde?

Mambo0815
2. 12. 2022 9:12

Viele Bewegungen haben das gleiche Problem, der Idealismus von vielen Leuten wird von den Verursachern der Probleme schamlos ausgenutzt, um sich medienwirksam zu präsentieren.
Also liebe Bewegungen, derer es doch sehr viele gibt, lasst euch von den Verursachern nicht vor den Karren spannen.

Für ein geglücktes Leben

Gonzo
2. 12. 2022 0:16

Respekt!

nikita
1. 12. 2022 21:00

Chapeau Herr Mayr, chapeau!
Es gibt sie noch, Leute mit Rückgrat. Wir dürfen noch hoffen, obwohl es schon sehr spät ist.

Bastelfan
1. 12. 2022 19:23

Gut so.
Kiesbauer: ☹

Tintenfass
1. 12. 2022 19:15

Der Kapitalismus wird an jenem Tage grün, an dem alle Huren dieser Welt keusch werden. Und den Herrn Godot wird man dies auf einen Rollator gestützt bestaunen sehen. Freuen wir uns darauf!

plot_in
1. 12. 2022 22:21
Antworte auf  Tintenfass

Kleine Korrektur: Der Kapitalismus wird an jenem Tage grün, an dem alle Freier keusch werden.

Tintenfass
2. 12. 2022 11:57
Antworte auf  plot_in

Falsch. An jenem Tage gibt es ihn nicht mehr. Wo keine unkeuschen (nona) Freier, dort auch keine unkeuschen (nona) Huren. Ich habe eine Unmöglichkeit durch eine andere betont. Sie aber wollen die von mir betonte Unmöglichkeit durch eine andere möglich machen. Wo ich bloß vergleiche, dort bedingen Sie…

DaSchauHer
1. 12. 2022 18:03

DANKE!!! Klartext, endlich medial wirksam! Es bedürfte viiiel mehr ähnlich gewichteter Zivilcourage in diesem langsam aber stetig in den kultrurellen Ruin getriebenen Lande nämlich … (Moralische Destruktion allerortens in diesem Fascho-Verein – wie ich meine)

nikita
1. 12. 2022 20:54
Antworte auf  DaSchauHer

💪

1. 12. 2022 17:11

Leitl Schüssl und Co geben dir nichts ohne Hintergedanken.

Bastelfan
1. 12. 2022 19:24
Antworte auf 

Die haben nichts zu verschenken.

baer
1. 12. 2022 16:30

😁 Passt.

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