Mittwoch, Mai 22, 2024

Diese Koalition wünschen sich die Österreicher

In einer neuen Umfrage des Meinungsforschers Peter Hajek für ATV wurde gefragt, welche Koalition die Österreicher sich nach der nächsten Wahl am ehesten wünschen würden. Spoiler: Es ist nicht die aktuelle türkis-grüne Variante.

Wien | Noch sind bis zum nächsten regulären Wahltermin eineinhalb Jahre Zeit. Doch angesichts der immer wiederkehrenden Neuwahl-Gerüchte wird laufend eine mögliche Koalitionsvariante von den Meinungsforschungsinstituten abgefragt. Die neueste dieser Art wurde am Sonntag von Meinungsforscher Peter Hajek für den TV-Sender „ATV“ veröffentlicht.

Ein Viertel will Rot-Pink-Grün

Die beliebteste Variante ist überraschenderweise eine Dreierkoalition, die es bisher in Österreich noch nicht gab: SPÖ, NEOS und Grüne würden 25 Prozent der Befragten präferieren. Nach derzeitigem Stand der Umfragen würde diese Variante allerdings keine Mehrheit haben. Nach den letzten Befragungen liegt Rot-Pink-Grün bei rund 45 Prozent.

Auf Platz 2 der liebsten Koalitionsvarianten der Österreicher liegt laut Hajek-Abfrage die „große Koalition“ aus SPÖ und ÖVP. 17 Prozent sprechen sich für Rot-Schwarz aus. Allerdings: Auch diese Variante hätte zumindest laut Umfragen derzeit keine Mehrheit.

13 Prozent wollen Ibiza-Koalition

Eine Ibiza-Regierung aus FPÖ und ÖVP wünschen sich 13 Prozent. Nach derzeitigem Stand wäre diese Konstellation knapp an einer Mehrheit. Rot-Blau hingegen kommt auf zehn Prozent. 18 Prozent fühlen sich von keiner der genannten Variante angesprochen. 17 Prozent haben keine Meinung zum Thema.

Nach den jeweiligen Parteipräferenzen geordnet ergibt sich hier ein eindeutigeres Bild, welche Regierung man sich wünscht. 44 Prozent der ÖVP-Wähler wollen eine große Koalition aus SPÖ und ÖVP. Bei den SPÖlern ist die beliebteste Variante Rot-Pink-Grün: 48 Prozent wollen die Austro-Ampel. Freiheitliche Anhänger wollen hingegen zurück zu einer FPÖ-ÖVP-Koalition. Unter den Blauen wünschen sich 48 Prozent diese Regierung.

Neue Listen als Problem für Dreierkonstellation

Hajek meint gegenüber ATV, dass die „ehemals große Koalition ausgedient“ habe. „Aber auch Koalitionen unter Beteiligung der FPÖ haben eine überschaubare Zahl an Unterstützern.“ Hajek rechnet bei der kommenden Wahl allerdings auch mit neuen Listen, die in den Nationalrat einziehen werden, für die präferierte Drei-Parteien-Konstellation aus Rot-Pink-Grün könnte es dann kompliziert werden. Befragt wurden 500 Personen.

Titelbild: ROLAND SCHLAGER / APA / picturedesk.com

Benedikt Faast
Benedikt Faast
Redakteur für Innenpolitik. Verfolgt so gut wie jedes Interview in der österreichischen Politlandschaft.
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32 Kommentare

  1. Unabhängig von allen Präferenzen: Wenn die Wähler den historischen Fehler begehen, FPÖ und ÖVP 2024 wieder mit einer Mehrheit auszustatten, werden sie diese Koalition bekommen und nichts anderes. Und diesmal wird es keine Enthüllungen mehr geben, die für ein vorzeitiges Ende der Koalition sorgen. Denn was bisher schon über diese beiden Parteien enthüllt und beiseite gewischt wurde, lässt sich nicht mehr übertreffen.
    Und welche Agenda FPÖ und ÖVP bis 2029 verfolgen werden, ist ebenfalls bekannt. Da gibt es dann keine Ausreden mehr.

    • Es gibt mehrere mögliche Gründe warum jemand im Zackzackforum eine Diskussion abbricht:
      1. Er übersieht das Posting.
      2. Er sieht das Posting erst, wenn das Forum bereits geschlossen ist.
      3. Er möchte nicht antworten, z.B. weil ihm die Gegenargumente ausgehen.

      Dieses Forum hat das Ziel, die Gründe 1 und 2 auszuschließen: https://tinyurl.com/2cc473wg

      Ich habe auch andere abgebrochene Diskussionen notiert, starte heute aber mal mit den offenen Diskussionen zwischen uns beiden: https://tinyurl.com/238dtk2b

      • Ich setze Diskussionen meistens deshalb nicht fort, weil das Forum geschlossen ist bis ich Gelegenheit zum Antworten hätte. Die andere Möglichkeit ist, dass ohnehin Konsens besteht oder zumindest alle Argumente ausgetauscht wurden – ob erfolgreich oder nicht.
        Ich würde sehr begrüßen, wenn das ZackZack-Forum länger offen bleibt. Die Fortsetzung von Diskussionen in einem anderen Forum ist eine ganz gute Idee, aber für mich eine etwas umständliche Hilfslösung.
        Vielleicht fehlt mir hier der Überblick, aber ich sehe von angeblich vier abgebrochenen Diskussionen drei, die tatsächlich zu Ende geführt wurden.
        Offen wäre demnach nur diese:
        https://zackzack.at/2022/08/11/vdb-ermahnt-fpoe-kontrahenten-riecht-ein-wenig-nach-putsch#comment-249463
        Oder wo sonst geht Ihnen eine Antwort ab?

        • Das andere Forum ist auch nicht umständlicher, außer dass man sich beim ersten Mal registrieren muss. Auf jeden Fall ist es einfacher, als den Foristen durch durchklicken der anderen Foren zu suchen.

          Es sind 3 Diskussionen verlinkt (eine ist zweizeilig).

          Bei der 1. Diskussion sind Sie ausgewichen und ich war zu langsam darauf hinzuweisen: Dass die Reaktionen so sind, wie sie sind habe ich nie bestritten, aber dass es immer noch Erstimpfungen gibt, zeigt doch, dass nicht alle Überzeugungsversuche ins leere laufen (auch wenn das kaum jemand zugibt), oder? Außerdem verstehe ich nicht wie Sie auf 5 Ziffern kommen.

          Bei der 2. Diskussion ist die Frage, was mit erhöhter Zuverlässigkeit gemeint ist, aber wenn eine Partei mit 90% Wahrscheinlichkeit verliert, finde ich schon, dass man seriös darüber berichten kann (vorausgesetzt man gibt an, dass es nicht 100% sicher ist, sondern eben nur 90%).

  2. wünschen könn ma uns viel

    andererseits 500 online-befragte – ich glaub, da ist die gerda rodgers näher an einem relevanten ergebnis.

  3. Gab es keine Variante mit der KPÖ? Diese Partei wird man in Zukunft mehr als bisher beachten müssen. Frau Elke Kahr kann sehr viele WählerInnen bedienen, weit besser als eine PRW oder die Dame der NEOS.

    • Sicher interessant, aber Elke Kahr ist nicht die Kpö alleine. Da treiben sich leider noch sehr viele fragwürdige Funktionäre herum.

        • Ja das stimmt schon. Aber eben auch in der KPÖ…..Darum sind die für mich auch nicht die Heilsbringer.
          Dazu kommt noch, daß Graz nicht auf ganz Österreich umgelegt werden kann.
          Ähnliches wie es auch zb. auf Pogo zutrifft.

          • Akzeptiert. Dennoch, so wie es momentan läuft, läuft es komplett falsch. Alternativen? Direkt in den wohlfeilen inszenierten Rhythmus aus Korruption und Manipulation weiter folgen? Keineswegs schmeichelhaft.

      • Nichtsdestoweniger ist diese Bewegung wesentlich bürgernäher und sozialer als althergebrachte Parteien. Auch, finde ich persönlich, wesentlich bodenständiger als NEOS zugetane. Keine Ahnung wie das ÖsterreicherInnen wahrnehmen, als nicht wahlberechtigter “Ausländer” fände ich, dass diese Partei zumindest interessiert an Problemlösungen, jenseits der Klientel von ÖVP, Grüne und Konsorten ist. Zur Frage der Sonntagsumfrage, denke ich, ist es eine rein geographische Frage.

        • Die Sonntagsfrage ist auf den Nationalrat bezogen und somit eben keine geografische. In dem Artikel geht es um Koalitionen auf Bundesebene.
          Was Kahr in Graz repräsentiert und zustande gebracht hat, ist beachtlich aber in dem Zusammenhang irrelevant.

          • Mir ist der Kontext durchaus bekannt, ich bin trotzdem der Meinung, eine Partei wie die KPÖ darf nicht mehr völlig vernachlässigt werden bei dieser Art von Umfrage. Den geographischen Aspekt habe ich nur aus einem Grund aufs Tableau gebracht, zukunftsfähig.

        • Die KPÖ findet sich unter “Sonstige”, die üblicherweise in der Größenordnung von 2% rangieren. Solange das der Fall ist, wird man sie nicht “mehr als bisher” beachten müssen, was Koalitionen auf Bundesebene betrifft. Und ich sehe in den Sonntagsfragen auch keine diesbezügliche Dynamik. Aber wie gesagt: Wer anderer Meinung ist, kann entsprechende Umfragen verlinken. Ich stehe Fakten immer aufgeschlossen gegenüber.

  4. Diese Dreierkoalition wäre erst dann Thema wenn es die SPÖ schafft, Einigkeit zu demonstrieren und eine umsetzbare Lösung für die existenziellen Probleme ihrer potentiellen Wähler anbieten kann.

  5. Genau diese “Koalition” verantwortet den aktuellen Kindergartenskandal in Wien.
    Prost Mahlzeit – ich glaube deshalb auch nicht, dass diese Umfrage stimmt, denn nach dem was sonst so in Österreich brach liegt und auch die Wahlden in Niederösterreich bereits offenbarten, kann ich mir das einfach nicht vorstellen.
    Vor allem bei NEOS ist für mich der Grundlack ab

    • Es ist irgendwie schwer zu erkennen, welche Koalition sich die Österreicher “wünschen”. Selbst das kunterbunte Wunschkonzert der Mediendirnen lehnen 75% der Befragten ab. Und anstatt über dieses politische Armutszeugnis selbst zu reflektieren, arbeitet man sich eben an den Wählern ab, die einfach “zu dumm sind”, um zu verstehen, wie großartig die eigene politische (korr.: ideologische) “Arbeit” ist.

      • Meiner Meinung nach kann es nur eine Koalition sein, welche auch wirklich sicherstellt, dass dieser Sauestall umgehend und nachhaltig aufgeräumt und sämtliche Konsequenzen daraus gezogen werden und wir vor allem wieder zu einer Vorzeigedemokratie mit freien und auch so agierenden Medien wieder zurückkehren?
        So sehe ich die einzige wenngleich auch sehr kleine Chance eben mit einer Rot/Blauen Regierung.
        Mein Vorschlag aber wär sowieso eine Expertenübergangregierung mit ausländischer Unterstützung und Kontrolle, welche dieses Land auf Fordermann bringt, dann ist es mir auch völlig egal welche Koaltion dann das Land danach regieren würde…

    • Also Entschuldige der Kindergartenskandal ist immer noch die Schuld der Verantwortlichen die nicht gehandelt haben, sowie die der Täter, und nicht die der Koalition. Was für eine krude Logik ist das denn?

      Das ist ja als ob Van Der Bellen etwas dafür kann das Teichtmeister Kinderpornos ansieht. Die Politik kann nicht für jeden Skandal haften. Man korrigiere mich wenn ich falsch liege.

      • Ja aber dass es einen solchen Skandal überhaupt gibt und geben konnte ist doch wohl mehr als nur hinterfragenswürdig?
        Und das war doch bei der Rot Grünen Regierung!
        Dass nun dieser Skandal aber bei der Rot Pinken Regierung noch immer nicht mit den notwendigen Konsequenzen auf- und abgearbeitet wird und wurde ist dann doch ein weiterer und vielleicht noch größerer Skandal, zumal dieser Herr Wiederkehrer doch auch bei weiteren Skandalen bisher einfach untätig blieb und das entgegen der vollmundigen Ankündigungen, Kritiken und Aussagen seiner oft sehr vorlauten Chefin?

  6. Und jetzt stelle man sich vor, die Menschen in diesem Land würden sich für Politik und deren Folgen interessieren und von den Medien auch noch objektiv und vollständig informiert. Das nasse Handtuch könnte da durchaus zum häufigst mitgeführten Utensil werden.

  7. In Wirklichkeit sind die FPÖ Wähler die einzigen die sich die FPÖ in irgendeiner Koalition wünschen. Der Rest nimmt diese Partei als unausweichliches Übel wahr.

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