Samstag, Juli 20, 2024

Doskozil: Nicht mit Kickl

In der “Zib2” am Donnerstag wurde der Burgenländische SPÖ-Landeshauptmann über seine theoretischen Koalitionsabsichten, würde er nächster Parteivorsitzende werden, befragt. Eine Koalition mit der FPÖ schloss er dabei aber nicht grundsätzlich aus.

Wien/Eisenstadt | Hans Peter Doskozil als Herausforderer im Ringen um die SPÖ-Parteiführung hat am Donnerstag bekräftigt, dass er eine Ampelkoalition mit den Grünen und den NEOS anstrebt. Dabei ließ er sich in der “Zeit im Bild 2” des ORF allerdings wieder ein Hintertürchen offen. Eine Koalition mit der FPÖ sei für ihn “die undenkbarste Variante”, meinte er und pochte auf den Wertekatalog der SPÖ, “mit Sicherheit” schloss er allerdings erneut nur eine Zusammenarbeit mit Kickl aus.

Was, wenn Doskozil zweiter wird?

Für den Fall einer Niederlage in der ausgerufenen SPÖ-Mitgliederbefragung will Doskozil das Ergebnis hundertprozentig akzeptieren und Landeshauptmann im Burgenland bleiben. Die Gründung einer neuen Partei schloss er laut einer online veröffentlichten Vorabmeldung der “Krone” dezidiert aus.

Befragt zu den 73 Kandidaten warnte Doskozil davor, die von ihm geforderte Mitgliederbefragung ins Lächerliche zu ziehen. “Wem gehört denn die Partei? Einigen wenigen Spitzenfunktionären oder der Basis?” Dieser Basis müsse man auch Gehör schenken. Einer Partei tue es gut, gewisse Fragen auch künftig diesem Prozess zu unterwerfen.

“Sticheln”?

Moderator Martin Thür konfrontierte den Politiker auch mit dem Vorwurf der ständigen Querschüsse in die Arbeit der Bundesparteivorsitzenden Pamela Rendi-Wagner. Der sagte dazu: “Was mir immer vorgeworfen wird, dieses Sticheln, dieses Hineingrätschen, ist eine klare inhaltliche Positionierung, aus meiner Sicht eine pointierte sozialdemokratische Positionierung, die sich natürlich, und da gebe ich Ihnen recht, entlang von Bruchlinien der Partei bewegt.”

Auch andere Wollen die Ampel

Für eine Ampelkoalition sprach sich gegenüber ATV auch der designierte SPÖ-Landesparteichef von Niederösterreich, Sven Hergovich, aus. Der Forderung seines Parteikollegen Andreas Babler – er gilt neben Parteichefin Pamela Rendi-Wagner als dritter aussichtsreicher Kandidat für die Parteispitze – nach einer Stichwahl erteilte er eine klare Absage. Sollte bei der SPÖ-Mitgliederbefragung niemand eine absolute Mehrheit bekommen, sei die erstplatzierte Person am Parteitag zur Wahl vorzuschlagen.

Titelbild: Screenshot ORF

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