Montag, Februar 26, 2024

Glanzlichter: Somewhere over the Rainbow

Wegen einer Kinderbuchlesung einer Dragqueen haben sich am Sonntag hunderte Demonstranten vor der Türkis-Rosa-Lila-Villa in Wien eingefunden. Die Polizei griff erneut zu Pfefferspray. ZackZack-Fotograf Christopher Glanzl war vor Ort.

Wien | Unter massivem Polizeiaufgebot waren am Sonntag Demo und Gegendemo zur Lesung in einem Szenelokal der LGBTIQ+-Community in Wien über die Bühne gegangen. Vor allem rechte und rechtsextreme Gruppen hatten bereits im Vorfeld gegen die Veranstaltung mobilisiert. Kritik äußerten Befürworter der Veranstaltung an der Entscheidung der Exekutive, kein Platzverbot auszusprechen. Stattdessen gab es lediglich einen Schutzbereich zwischen den beiden Kundgebungen.

Die Polizei sprach tags darauf von insgesamt mehreren Hundert Teilnehmern. Gegen Mittag marschierte ein Teil der Versammlungsteilnehmer von der Linken Wienzeile in die Wiener Innenstadt. Während des gesamten Marsches hätten Personen versucht, den Marsch der Befürworter zu stoppen bzw. Teilnehmer zu attackieren.

Von Seiten der Polizei kam auch Pfefferspray zur Anwendung.Die Erstversorgung der dadurch beeinträchtigten Personen sei durch Sanitäter der Polizei durchgeführt worden. Sechs linke Demo-Teilnehmer wurden wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt angezeigt. Schwere Verfehlungen gab es allerdings auf Seiten der Rechten, unter denen sich etliche Identitäre tummelten: Zwei Personen sind nach dem Verbotsgesetz angezeigt worden, nachdem sie den Hitlergruß gezeigt hatten.

Alle Bilder und Titelbild: ZackZack/Christopher Glanzl

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18 Kommentare

  1. Was ist jetzt Cancel Culture? Die Sellners und Compagnons regen sich ja sonst so auf, dass eine Verbotskultur überhand nimmt. Und dann treten sie auf und rufen VERBOT. Das versteht niemand.

    Wr haben sicher wichtige Auseinandersetzungen zu führen, aber diese gehört nicht dazu. Warum da hysterisch eine Demo ausgerichtet wird, um eine Lesung zu verbieten, ist unverständlich. Man kann sich diese Anti-Lesungs-Demo nicht wirklich als Herzensangelegenheit der Organsatoren vorstellen, ohne ihnen einen psychischen Schaden zu unterstellen. Wenn man die Herzensangelegenheit also ausschließt, bleibt als Motiv nur mehr ein poltisches Kalkül übrig, um Aufmerksamkeit zu kriegen. Damit werden alle, auch die Kinder, die dran teilnahmen, kaltherzig instrumentalisiert für politische Ziele. Das ist schon eine extrem aggressive Agitation.

  2. Ich danke ihnen für ihr Engagement! 👍 Mit ihren Fotoserien sind sie eindeutig ihrer Zeit voraus. Die Kraft der Bilder werden immer wesentlicher und der Spruch dass Bilder oft mehr sagen als 1000 Worte bestätigt sich immer mehr.

  3. Wegen soetwas auf die Straße zu gehen zeugt von einer Überforderung mit dem Aufbrechen der Geschlechterrollen, und jeder Menge Frust für die ein Feinbild gebraucht wird.

    Vielleicht wird einer der Zusehenden inspiriert aus Geschlechterrollen auszubrechen, ist an sich nichts schlechtes. Schlecht wäre es solche Tendenzen und Muster unter einem Schleier des Verbots zu stellen, so wäre nichts gewonnen, nur Betroffenen geschadet.

    Es ist wichtig soetwas zu zeigen, zu informieren. Natürlich gibt es wie bei jedem gesellschaftspolitisch heiklen Thema Extreme, und zwar in beiden Richtungen. So sollte man immer betonen dass die Zufriedenheit mit dem wie man ist an vorderste Stelle stehen sollte, und Anpassungsoperationen oder Hormonbehandlung eher medizinisch Notwendige Eingriffe sind um ein lebenswertes Dasein zu ermöglichen, keine Schönheitsoperationen und geglaupten Idealbildern zu entsprechen.

    Abseits vom “trans”-Charakter von Dragqueens kann man es auch natürlich rein als Art Kunstform sehen, die aber offensichtlicherweise immer mit Geschlechterrollen spielt und daher von Trans nicht sauber abzutrennen ist. Und für Kunst ist immer Platz.

  4. https://youtu.be/i0CIowa8xUg

    Was der Artikel uns verschweigt, ist, welche Inhalte den Kindern vermittelt werden sollen. Es hat sich in den USA ein großer Markt entwickelt, immer jüngere werdende Kinder einer Geschlechtsumwandlung zu unterziehen. Eine solche Umwandlung kostet 30,000 US$, doch was das Pharmaherz höher schlagen lässt, ist eine lebenslange Abhängigkeit von teuren Medikamenten.

    Ich habe nichts dagegen, dass eine Drag Queen sich vor Volljährigen inszeniert und erregt, aber vor Kindern grenzt es an Missbrauch! Die Sexualisierung der Kinder erfolgt schleichend und wird von einer immer breiter werdenden Zielgruppe im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert, siehe Balaciaga Skandal.

    Unsere Gesellschaft verurteilt die Beschneidung von Mädchen im Islam, ich hoffe sie schützt unsere Kinder vor einer übereilten Verstümmelung.

    • Interessant was sie uns hier auftischen. Entspricht aber nicht der Wahrheit. Keine Drag Queen inszeniert sich vor Leuten oder gar Kindern und “erregt” sich daran. Vielmehr ist das eine Kunstform die auf humoristische Art und Weise mit den Geschlechterstereotypen spielt, denen sie anscheinend anhängen. Mit Transsexualität hat das nicht zwingend was zu tun. Davon abgesehen, in Österreich operiert niemand jemanden in ein anderes Geschlecht um ohne ein handfestes psychiatrisches Gutachten. Und und niemand wird durch irgend welche Vorbilder homosexuell oder gar transsexuell. Sie verbreiten Ängste vor einer Gefahr die schlicht nicht existent ist, außer in den Köpfen irgendwelcher Leute die sich nicht auskennen oder das als rechtsradikale Propaganda benutzen. Wenn sie Angst haben, dass unsere Kinder “um operiert” werden dann sollte sie einmal jene Menschen fragen die ohne eindeutige Geschlechtsmerkmale geboren wurden. Bei denen ist es nämlich seit vielen Jahrzehnten üblich, sie als Kind, manchmal sogar gleich nach der Geburt einfach operativ zu einer Frau oder einem Mann zu machen. Ohne Rücksicht darauf was sie wollen oder was sie genetisch sind. Und wissen sie warum? Weil Leute wie sie nicht damit leben können, dass jemand nicht eindeutig eine Frau oder ein Mann ist. Bestes Beispiel ist Erik(a) Schinegger. Eine Verstümmelung sehe ich vor allem bei ihnen, intellektueller und menschlicher Natur.

      • Grundsätzlich stimme ich zu nur:
        “Und und niemand wird durch irgend welche Vorbilder homosexuell oder gar transsexuell. ”
        Da würde ich mich einfach zurückhalten, weil wir wissen es einfach nicht. Tendenziell wäre es genauso gerechtfertigt anzunehmen dass Rollenvorbilder durchaus einen Effekt haben, wohl verbunden mit genetischen Faktoren und mehr. Der Mensch ist extrem plastisch und formbar, es wäre Wunschdenken da jetzt krampfhaft davon auszugehen es hätte nicht irgendwo einen Einfluss, auch wenn die Intention dahinter, Radikale zurückzuweisen, eine Gute ist.

        Der springende Punkt hier ist die Verhältnismäßigkeit, wie man es dreht und wendet, solche Vorlesungen sind sicherlich kein Grund auf die Straße zu gehen, oder derartig Schlimmes zu prognostizieren. Dahinter steckt mehr allgemeiner Frust der einfach auf ein Feindbild geleitet wird. Und die FPÖ hilft da wie immer brav mit.

        • Wenn Kinder Clowns sehen, werden sie dennoch keine Clowns. Oder Cowboys und Indianer. Wir sind alle keine Cowboys Indianer geworden, obwohl wir als Kinder fast nur solche Filme sehen konnten (inklusive Repräsentationen n den Faschingskostümen). Ich hab auch noch erwachsenen Feen gesehen.

          Man soll nicht so tun, als ob das das Einzige wäre, was Kinder sehen. Und wenn, dass das so prägend sein kann, dass eine persönliche, variable Präferenz im Erwachsenenalter entschieden wäre. Wenn dem so wäre, müssten die Sellners und Compagnons jeden Fasching mit Verkleidung verbieten wollen. Denn dort steckt dann ja offenschtlich die wirkliche Gefahr.

        • Die drei Daumen waren eigentlich für baer gedacht. Einen hätte ich auch für sie übriggehabt wenn sie nicht so dümmlich baers tippfehler hervorgehoben hätten.

      • Es geht bei Geschlechtsdysphorie nicht um Fälle wie Erik Schinegger sondern um Kinder, deren eindeutig festgestelltes Geschlecht nicht mit deren Identität übereinstimmt.

        Sie kennen die amerikanischen Verhältnisse nicht, doch gibt es in der Zwischenzeit über hundert Kliniken in den USA mit langen Wartelisten, die Geschlechtsumwandlungen an Minderjährigen vornehmen. Der Jüngste war gerade 9 Jahre alt. Kinder sind leicht zu beeinflussen und nicht in der Lage die Konsequenzen abzuschätzen, die eine solche Behandlung nach sich zieht, zudem haben Pubertätsblocker irreversible Folgen.

        Wenn ein Gericht das Erfordernis einer Umwandlung bei einem Minderjährigen feststellt, habe ich nichts einzuwenden. Doch ich sehe, dass Kindern suggeriert wird, sie seien etwas besonderes, wenn sie trans sind oder Kinder glauben, dass sich ihre Probleme mit Transitioning lösen. Es gibt immer mehr Jugendliche, die für den Rest ihres Lebens mit den irreversiblen medizinischen Folgen kämpfen müssen, die sie als Minderjährige getroffen haben.

    • ich kenne beiträge, die zeigen, dass “normale” grimm-märchen und solche mit mit feen und elfen vorgelesen wurden und die agierenden waren wunderschön und bunt wie märchenwesen gestylt. solche darbietungen möchte ich am liebsten zur gänze sehen.

  5. Wieder einmal zeigt unsere Polizei das blinde rechte Auge. Das ewige Dilemma…

    • Unter den Klängen des Redetzkymarsch sinds aufmarschiert. Die Bewahrer der grenzenlosen Dummheit und die Hüter vorsintflutlicher Moral. Und unsere Polizei? Die haben imaginär dazu den Taktstock g’schwungen.

  6. Vorab Herr Glanzl, die Bilder sind große klasse.
    Es ist absurd! Die rechten Recken und die katholischen Fundis mit Kreuz instrumentalisieren Kinder und behaupten sich um die Kinder zu sorgen. Ein lächerlich kleiner Haufen bei Marschmusik auf Bierzeltnivau die am Rücken schlafen müssen damit ihr Erbsenhirn nicht beim Ohr hinauskollert.
    Pädagogische Geröllheimer!
    Alerta, alerta, Antifaschista!✊

  7. Wozu die Aufregung? Weil man kleinen Kindern ein Interesse unterstellt, dass sie noch gar nicht haben? Für die Kleinen ist das ein Erwachsener im Faschingskostüm und kein Bi- Homo- oder sonst irgendwie Sexueller……. verstörend war für sie nur die Tatsache, unter Polizeischutz zur Veranstaltung gehen zu müssen. Leben wir in einem Land der selbsternannten konservativen Ordnungshüter und Moralisten? Kommt jetzt bald die Sittenpolizei und Kindesabnahmen wie in Ungarn, bei nicht regimetreuem Lebenswandel? Am interessantesten finde ich dann ja immer die Aussagen der selbsternannten Moralisten, sie hätten selber Kinder, Enkel usw….mag schon sein, aber offensichtlich trotzdem keine Ahnung von Kindern.

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