Dienstag, Juni 18, 2024

Letzte Ausfahrt für Grüne: Schilling, Maurer und ÖVP raus

Für Schilling, Kogler und Maurer scheint es vorbei. Die Grünen haben noch eine Chance.

Julya Rabinowich nennt sie „Kurzina“. Ein letztes Video hat gereicht. Für diesen Wahlkampf sind die Beine zu kurz oder „Kurz“, wie immer man das zum Abschied schreiben will.

Schillings politische Karriere scheint vorerst vorbei. Das ist gut, weil unabhängig von Alter, Geschlecht und Eloquenz Personen, die durch die Verbreitung von Unwahrheiten nicht nur den Ruf anderer schädigen, in politischen Ämtern nichts verloren haben. Ich habe das selbst erlebt und will nicht, dass es weiter Freibriefe für Rufmordversuche gibt.

Jeden Tag verstrickt sich Lena Schilling tiefer. Sie muss nicht warten, bis auch noch Chats auftauchen. Wenn Schilling weitermacht, stürzt sie gemeinsam mit den Grünen ab. Die letzte Umfrage der Kronen Zeitung gibt einen Hinweis auf den Totalschaden, den Schilling, Kogler und Maurer gemeinsam ansteuern.

Quelle: Kronen Zeitung

In dieser Situation lohnt es sich, zur Nummer 2 zu wechseln. Tom Waitz kämpft weiter, für eine Landwirtschaft, die so grün ist wie die Natur, in der sie überleben soll; für die große Klimawende, die unsere letzte Rettung ist; und dafür, dass endlich die zahlen, die sich an der Zerstörung unserer Welt goldene Nasen verdient haben. Waitz verkörpert das, wofür Grüne gewählt werden.

Wenn die Grünen jetzt weitermurksen, wird sich Schilling vermutlich als Letzte in Sicherheit bringen. Waitz verliert sein Mandat. Schilling kann in Brüssel untertauchen. Für die Grünen, die dableiben müssen, sieht es schlechter aus. Wenn sie einfach weitermachen, könnten sie nach 2017 zum zweiten Mal aus dem Nationalrat fliegen.

Politisch wäre das verheerend. Die Grünen haben sich zwar vom Anstand getrennt, aber beim Kampf gegen die anwachsende Klimakatastrophe sind sie nach wie vor die einzige verlässliche Kraft. Das ist auch ihre Verantwortung. Sie haben die Wahl: weitermachen bis zum Untergang oder ein paar Entscheidungen treffen und Weichen neu stellen.

Die nächsten Schritte scheinen klar:

  1. Lena Schilling tritt zurück und macht den Platz für Tom Waitz frei. Er bringt den Grünen mit einem Schlag das zurück, was sie so schnell verspielt haben: Integrität und Glaubwürdigkeit.
  • Verantwortung für das Schilling-Desaster übernehmen. Sigi Maurer hat das Projekt „Schilling“ allein auf eine Art, die tiefe Spuren hinterlassen hat, durchgezogen. Sie ist für das verantwortlich, was sie getan, Werner Kogler für das, was er nicht getan hat. Mit dem Murks-Duo an der Spitze geht nichts mehr.
  • Neustart mit den Besten, die die Grünen noch haben. Das sind nicht so wenige, sie müssen in die erste Reihe.
  • Ultimatum an die ÖVP: Klimaplan sofort oder sofortiges Ende der Koalition. Dabei geht es nur um ein, zwei Monate? Stimmt, aber es geht auch um ein klares Signal für den Neustart ohne Schilling, Nehammer, Maurer und Sobotka.

Im Grünen Klub und am kommenden Bundeskongress wissen alle: Die Hälfte der Mandate ist bereits verspielt. Die zweite Hälfte steht gerade am Spiel. Mitläufer werden weiter neben den Löchern im grünen Rumpf Luken dichtmachen. Aber es gibt noch genügend Grüne, denen es um mehr geht als um die Posten, an die sich einige klammern. Trauen sie sich jetzt?

Die nächsten zwei Wochen werden die Antwort auf die Überlebensfrage bringen: Wer übernimmt die verwaiste Führung? Wer geht und wer startet neu? Wenn sich die Grünen selbst beim Schopf aus dem Wasser ziehen, werden sie sich wundern, wie viele wieder auf ihrer Seite sind.

Wenn nicht – dann hat Werner Kogler bei seiner Pressekonferenz bereits die passenden Abschiedsworte gesprochen.

p.s.: Wenn Schilling geht, bleiben uns auch weitere Bohrn Mena-Auftritte erspart. Das wäre erfreulich.

Autor

  • Peter Pilz

    Peter Pilz ist Herausgeber von ZackZack.

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