Mehr als 11.000 Wissenschafter aus 153 Ländern warnen in einer erschütternden Erklärung vor einem weltweiten „Klima-Notfall“. Sie sagen „unsägliches menschliches Leid“ voraus, wenn wir unser Verhalten, das zu Treibhausgasausstoß führt und Klimawandel begünstigt, nicht rasch und grundlegend ändern. US-Raubein Trump hingegen hat den ersten Schritt zu einem Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen gesetzt.

Wien, 5. November 2019 / Wissenschafter haben eine moralische Pflicht, die Menschheit vor katastrophalen Bedrohungen zu warnen. Dieser Verpflichtung kommt jetzt ein weltweiter Zusammenschluss aus Experten von den renommiertesten Universitäten und Forschungseinrichtungen der Welt nach. Und zwar in Form einer Erklärung an die Weltbevölkerung und ihre Politiker. Ihre Nachricht ist erschütternd.

Welt steht Klima-Notfall bevor

„Obwohl global seit 40 Jahren verhandelt wird, haben wir weitergemacht, wie vorher und sind diese Krise nicht angegangen“, sagte William Ripple, der den Zusammenschluss der Wissenschafter gemeinsam mit seinem Kollegen Christopher Wolf von der Oregon State University in den USA anführt.

„Der Klimawandel ist da und er beschleunigt sich rascher, als viele Wissenschaftler erwartet hatten.“

Pariser Klima-Abkommen reicht nicht

Im Pariser Abkommen haben sich fast alle Staaten der Welt das Ziel gesetzt, die Erderhitzung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. So sollen Hitzewellen, Dürren, extreme Regenfälle und der Anstieg der Meeresspiegel begrenzt werden. Die Pläne der meisten Staaten im Rahmen des Pariser Klimaschutzabkommens reichen einem neuen Bericht zufolge nicht aus, um die schneller werdende Erderhitzung zu bremsen. Fast drei Viertel der Länder-Zusagen zum Einsparen von Treibhausgasen sind nicht ehrgeizig genug. Co-Autor des Berichts, Robert Watson, kommentiert:

„Sogar, wenn alle freiwilligen Klima-Zusagen voll umgesetzt werden, erreichen sie nur die Hälfte dessen, was notwendig ist, um die Beschleunigung des Klimawandels im nächsten Jahrzehnt zu begrenzen.“

Besonders im Fokus der Autoren stehen vier Nationen, die zusammen mehr als die Hälfte der weltweiten Treibhausgase ausstoßen: China, Indien, die USA und Russland.

Trump startet Ausstieg aus Klima-Abkommen

Ausgerechnet die USA wollen sich aus dem Pariser Klima-Abkommen, das ohnehin nicht ausreicht, auch noch verabschieden. Der Ausstieg ist zwar erst in einem Jahr möglich, das Verfahren zum Ausstieg wurde allerdings von US-Präsident Donald Trump mit heutigem Tag eingeleitet. Den Vereinten Nationen wurde heute offiziell die Kündigung der Teilnahme am Pariser Abkommen zugestellt. Trump bezweifelt immer noch, dass die weltweiten Klimaveränderungen menschengemacht sind. Sein Vorgänger Barack Obama hat eine Energiewende hin zu erneuerbaren Energien eingeleitet, die Trump erfolgreich gestoppt hat. Und das, obwohl die USA derzeit selbst an den Auswirkungen des Klimawandels leiden „wie die Hunde“: ZackZack.at hat über die Waldbrände in Kalifornien berichtet, sowie über Trumps Umgang damit.

Forscher schlagen Alarm

Die Forscher fordern in ihrer gemeinsamen Erklärung im Fachjournal „BioScience“ grundlegende Veränderungen: von Erneuerbaren Energien, über Konsumumstellung, bis hin zu ökologischem Anbau ist alles dabei!

Die Wissenschafter sehen sich bestärkt vom zunehmenden Umweltbewusstsein und den Protesten der Fridays for Future-Bewegung.

„Als Zusammenschluss von Wissenschaftern weltweit stehen wir bereit, bei einem gerechten Wandel hin zu einer nachhaltigen und gleichberechtigten Zukunft zu helfen.“

Vor zwei Jahren hatten Wissenschafter um Ripple bereits einen ähnlichen Beitrag initiiert. Mehr als 15.000 Forscher aus über 180 Ländern unterzeichneten damals eine eindringliche „Warnung an die Menschheit“ mit der Aufforderung zu konsequenterem Umweltschutz.

(apa/lb)

Titelbild: APA Picturedesk

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