Freitag, Mai 17, 2024

Chinesisches Militär in Hongkong

Wieder kam es zu heftigen Ausschreitungen in Hongkong. Die gesamte Woche erlebte Hongkong wilde Proteste. Nun schickte Peking das Militär auf die Straßen. Noch unbewaffnet und nur zum Aufräumen der Straßen. Die Opposition kritisiert dies scharf.

Hongkong, 17. November 2019 / Fünf Monate dauern die Proteste in Hongkong. Jetzt geht China einen Schritt weiter. Am Wochenende war erstmals die Volksbefreiungsarmee auf den Straßen Hongkongs. Auf den Fernsehbildern waren sie allerdings nur bei Aufräumarbeiten und unbewaffnet zu sehen.

Militär auf Straßen

Trotzdem bringt das den Stadtstaat in Aufruhr: Seit Monaten fürchtet man, dass China die Bewegung brutal niederschlägt. Es kursiert die Angst vor einem zweiten Tian’anmen. Beobachter halten dies für unwahrscheinlich. „Auf dem chinesischen Festland bekommt fast keiner das Ausmaß der Proteste mit. Eine Vernichtung der Bewegung mit brutaler Staatsgewalt hat China nicht nötig“, sagt die französische Ökonomin und politische Beobachterin Martine Bulard. Lieber überlassen sie den Konflikt Hongkongs Regierung.

Mehr als 10.000 Soldaten der chinesischen Volksbefreiungsarmee sind in Hongkong stationiert. Nach unbestätigten Berichten soll aber heimlich aufgestockt worden sein. Nach geltendem Recht könnte Hongkongs Regierung die Zentralregierung in Peking um militärische Hilfe bitten. Eine solche Anfrage habe es am Samstag jedoch nicht gegeben.

Heftiger Widerstand

Laut chinesischer Presse verurteilen Abgeordnete der Opposition den Einsatz scharf. Sie fordern Aufklärung. Die Volksbefreiungsarmee in Hongkong teilte mit, dass es sich um eine “gemeinnützige Tat” gehandelt habe. Die Soldaten wollten lediglich Bewohnern helfen. Denn die Straßen in der Nähe der Kaserne mussten aufgeräumt werden. Auf Videos ist zu sehen, wie einige Menschen den Soldaten applaudieren.

Auch an anderen Orten begannen Hongkonger damit, die Spuren der Proteste der vergangenen Tage zu beseitigen. Hunderte von Anwohnern räumten in der Nähe der University of Hongkong (HKU) Trümmer von den Straßen. Zuvor kam es erneut zu vereinzelten Ausschreitungen. Demonstranten warfen Brandsätze, die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein.

In den Tagen zuvor hatte Hongkong die gewaltsamsten Zusammenstöße seit dem Ausbruch der Proteste gegen die Regierung am 9. Juni erlebt. Die ganze Woche über blockierten Demonstranten Straßen und sorgten so für erhebliche Verzögerungen im Berufsverkehr. Erstmals wurden auch viele Hochschulen der Stadt zu Brennpunkten, wo sich Studenten verschanzten. Es kam zu heftigen Kampfszenen zwischen Polizisten und Demonstranten. Auf sozialen Medien kursierte ein Video von einem erschossenen Demonstranten.

(apa/ot)

Titelbild: APA Picturedesk

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