Freitag, Februar 23, 2024

Kriegsverbrechen der Briten? BBC-Recherche belastet britische Regierung

BBC-Recherche belastet britische Regierung

Eine Spezialeinheit des britischen Militärs bringt nun das Londoner Verteidigungsministerium unter Druck. Laut Vorwürfen der BBC soll die Regierung Kriegsverbrechen an afghanischen und irakischen Zivilisten vertuscht haben. Der Internationale Strafgerichtshof Den Haag ist aktiv geworden und prüft die Vorfälle.

London, 19. November 2019 / Brisantes Material deckte die BBC und die „Sunday Times“ auf: Sie dürften glaubwürdige Beweise für britische Kriegsverbrechen im Irak gefunden haben. So sollen vier jugendliche Zivilisten 2012 getötet worden sein. Sie waren in ihrer privaten Wohnung, um Tee zu trinken, als sie ein britischer Soldat einer Spezialeinheit erschoss. Zudem steht Folter und Tötung von Gefangenen im Irak im Raum.

Vorfall vertuscht?

Der Vorfall passierte während eines Überfalls der Briten auf ein afghanisches Dorf. Die vier wurden verdächtigt, Taliban zu sein. Allerdings steht nun im Raum, dass die vier Opfer völlig unschuldig waren. Drei davon waren jedenfalls noch minderjährig.

Polizeiermittler werfen der britischen Regierung vor, diesen Umstand vertuscht zu haben. Dies wurde vom Verteidigungsministerium umgehend bestritten. Man habe die Fälle untersucht, sagten britische Militärstaatsanwälte. Keine weiteren Schritte wären nötig gewesen.

BBC hat Beweise

Dem widerspricht die BBC, sie soll Beweise haben. Soldaten hätten einfach sagen können, es wäre Notwehr gewesen. Obwohl die Ermordeten unbewaffnet und völlig überrascht waren. Deshalb verlangt die Recherche nun erneute Untersuchungen.

Nun will die Staatsanwaltschaft am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag aktiv werden. Die Vorwürfe gegen britische Soldaten sollen geprüft werden. Die Staatsanwaltschaft erhofft sich daraus Erkenntnisse für aktuelle Untersuchungen.

(wh)

Titelbild: APA Picturedesk

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