Sonntag, Mai 19, 2024

USA töten hohen iranischen General – Iran droht mit „vernichtender Rache“

Iran droht mit „vernichtender Rache“

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran spitzt sich mit der Tötung eines der ranghöchsten iranischen Generäle gefährlich zu. Der Kommandant der iranischen Al-Quds-Brigaden, Qassem Soleimani, kam am Donnerstag (Ortszeit) bei einem US-Raketenangriff nahe dem Flughafen der irakischen Hauptstadt Bagdad ums Leben, wie die iranischen Revolutionsgarden am Freitag bestätigten.

Wien, 03. Jänner 2019 / Das Pentagon in Washington übernahm die Verantwortung: Die Bombardierung sei auf Anweisung von Präsident Donald Trump erfolgt, um weitere Angriffe auf US-Kräfte zu verhindern – als “Akt der Verteidigung”. Der Iran drohte den USA “schwere Rache” an.

Irans oberster Führer Ayatollah Ali Khamenei schrieb in einem Beileidsschreiben, das im iranischen Staatsfernsehen zitiert wurde: “Soleimanis Weg wird auch ohne ihn weitergeführt, aber die Kriminellen erwartet eine schwere Rache.” Der Tod Soleimanis werde den finalen Sieg des Islams gegen die Imperialisten nicht beeinträchtigen. Außerdem erklärte Khamenei landesweit drei Trauertage. Außenminister Mohammed Javad Zarif twitterte: “Die Ermordung General Soleimanis war extrem gefährlich und wird zu einer Eskalation der Krise führen.” Das iranische Außenministerium berief Freitagfrüh einen Gesandten der Schweiz ein, der die Interessen der USA in Teheran vertritt, und übergab diesem eine Protestbotschaft, wie das staatliche Fernsehen berichtet.

„Vernichtende Rache“

Der iranische Verteidigungsminister Amir Hatami sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zufolge, sein Land werde vernichtende Rache für die Tötung Soleimanis üben. Die Tötung Soleimanis bestärke den Iran in seinem Widerstand gegen die USA, betonte auch der iranische Präsident Hassan Rouhani. “Soleimanis Märtyrertod macht den Iran entschlossener im Kampf gegen die Expansionspolitik von Amerika und in der Verteidigung unserer islamischer Werte”, erklärte er laut staatlichem Fernsehen.

Sorge vor Krieg wächst

Das Pentagon erklärte dagegen, Soleimani habe aktiv an Plänen gearbeitet, um amerikanische Diplomaten und Einsatzkräfte im Irak und der Region zu attackieren, hieß es zur Begründung des Angriffs. Ebenfalls getötet wurde der stellvertretende Leiter der irakischen Volksmobilisierungskräfte, Abu Mahdi al-Muhandis, wie die Medienstelle der vom Iran unterstützten Milizen erklärte. Damit wächst die Sorge vor einem Krieg zwischen den USA und dem Iran.

Graphik: APA

Der 62 Jahre alte Soleimani war der prominenteste Vertreter und das bekannteste Gesicht des iranischen Militärs im Ausland. Die Al-Quds-Brigaden gehören zu den Revolutionsgarden (IRGC), einer Eliteeinheit der iranischen Streitkräfte. Soleimani tauchte sowohl im Irak als auch im benachbarten Bürgerkriegsland Syrien immer wieder an der Seite schiitischer Milizen auf, die vom Iran unterstützt werden.

Trump ungewöhnlich still

Trump selbst hatte kurz zuvor per Tweet lediglich das Bild einer US-Flagge verbreitet – ohne Kommentar. In den Stunden davor war er auf Twitter ungewöhnlich still gewesen.

Die neueste Eskalation trifft den Irak in einer politisch ohnehin äußerst instabilen Zeit. Das Krisenland leidet noch immer unter dem jahrelangen Kampf gegen den IS. Die Terrormiliz ist militärisch zwar besiegt, Zellen der Extremisten sind aber weiter aktiv.

Blutige Proteste im Irak

Seit Wochen kommt es zudem immer wieder zu massiven Protesten gegen die Regierung und die im Irak weit verbreitete Korruption. Die Demonstrationen richten sich auch gegen den starken iranischen Einfluss im Land. Bei den Protesten wurden Hunderte Menschen getötet, die meisten von ihnen Demonstranten. Regierungschef Abdel Mahdi, erst seit etwas mehr als einem Jahr im Amt, reichte auf Druck der Straße seinen Rücktritt ein und ist nur noch geschäftsführend im Amt. Seit Wochen ringen die wichtigsten politischen Blöcke in einem Machtkampf um seinen Nachfolger, bisher ohne Erfolg. Dabei spielen auch die Iran-treuen Milizen eine zentrale Rolle.

(APA)

Titelbild: APA Picturedesk

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