Dienstag, Juni 25, 2024

Maurer drohte Kommunistischer Jugend mit Klage – „Grüne auf Seite des Kapitals“

„Grüne auf Seite des Kapitals“

Sigrid Maurer, Klubchefin der Grünen, hat einen starken Wandel hinter sich. Die einstige Genossin und “#unibrennt”-Aktivistin drohte nun jedoch der Kommunistischen Jugend mit Klage. Es ging um ihr berühmtes Stinkefinger-Foto.

Wien, 21. April 2020 | Ziemlich überrascht war Niklas Böck, Vorsitzender der Kommunistischen Jugend, als er gestern Grünen-Klubchefin Sigrid Maurer am Telefon hatte. Sie hatte ihn nicht angerufen, um sich gemeinsam gegen Kurz und seine Großspender zu verbünden, stattdessen drohte sie der KJÖ mit Klage.

Die Kommunistische Jungend zeigt sich empört darüber:

„Diese Vorgangsweise zeugt vom Selbstverständnis der Grünen: Von der Bobo-Kleinpartei hin zur kritikunfähigen Regierungspartei, die in bester ÖVP-Manier an der Macht pickt, war es dann doch nur ein kleiner Schritt.“

Stinkefinger-Foto als Urheberrechtsverletzung

Was war passiert? Die KJÖ schrieb auf Facebook eine Geschichte über Sigrid Maurer, die auf Twitter die Wichtigkeit von Pfandleiher betonte. Sie plädierte für die Öffnung der Pfandleiher, denn es gehe „um Menschen, die ihr Zeug versetzen müssen, damit sie an Geld kommen.“

Für die Kommunistische Jugend ein treffender Anlass, um die Sozialpolitik der Grünen in die Kritik zu nehmen. Als Titelbild wählten die Kommunisten das berühmteste Foto von Maurer: Jenes, auf dem sie der abtrünnigen Wählerschaft nach ihrem Rausflug aus dem Nationalrat Stinkefinger und Champagner präsentierte. Nur wenige Stunden später läutete das Telefon bei einem Genossen. Maurer war am Apparat und drohte mit Klage: Das Stinkefingerfoto sei urheberrechtlich geschützt. Die Rechte lägen bei ihr. Allerdings soll sich Maurer auch beschwert haben, falsch zitiert worden zu sein, behauptet der KJÖ.

KJÖ nimmt Bild runter, aber nicht die Kritik

Auf Twitter bestätigte Maurer die Geschichte teilweise. Es ginge um Bildrechte, antwortete sie dem Vorsitzenden der Sozialistischen Jugend, Paul Stich:

Die KJÖ nahm die Geschichte vom Netz, postete allerdings am gestrigen Montag eine neue Geschichte und wiederholte ausführlich ihre Kritik.

Daraufhin läutet das Telefon beim KJ-Vorsitzenden Niklas Böck. Gegenüber ZackZack sagt er,

Maurer hätte sich „gepriesen, wie freundlich sie nicht gewesen wäre. Denn das nächste Mal werde sie uns nicht drohen, sondern gleich klagen“,

soll Maurer Böck am Telefon ausgerichtet haben.

KJÖ-Böck erkennt in Schikane Offenbarungseid

Auf Twitter versucht Maurer den Ball flach zu halten. Die ehemalige ÖH-Vorsitzende erklärte allerdings einem Grazer Grünen, der Maurer zur Seite sprang, dass sie Jugendorganisationen „nicht so schnell klagen“ wolle. Die KJÖ sieht sich an ÖVP-Methoden erinnert, und ortet den Versuch, Kritiker mundtot zu machen:

“Natürlich ist das Einklagen von Urheberrechten aus gesetzlichem Standpunkt möglich, jedoch stellt sich mir die Frage, warum eine junge Politikerin, die stets ihr “rebellisches” Image in den Vordergrund gestellt hat, so etwas nötig hat? Fakt ist allerdings, dass zwischen bürgerlich-parlamentarischer Aufmüpfigkeit und Drohen mit der Klage nur ein Posten als Klubchefin und die Regierungsbeteiligung liegt. Für diese Zurschaustellung muss man Maurer eigentlich danken”,

kommentiert Böck die Posse auf ZackZack-Anfrage abschließend.

(ot)

Titelbild: APA Picturedesk

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