Boni für AUA-Elite trotz Staatshilfe

“So inkompetenten Finanzminister mein Lebtag nicht gesehen”

Der 600 Millionen Euro schwere AUA-Deal wird von der Opposition immer noch heftig kritisiert. Jetzt wurde bekannt, dass die AUA Ende Juli für die rund 200-Mann starke Führungsspitze Boni ausgezahlt hat. SPÖ-Infrastruktursprecher Alois Stöger attackiert den Finanzminister scharf.

Wien, 18. August 2020 | Austrian Airlines (AUA) hat die Prämien bei den “variablen Gehältern” wegen der Coronakrise verspätet an ihr Management ausbezahlt. Heißt: die Führungsspitze casht ordentlich ab! Die Zahlungen betreffen das Geschäftsjahr 2019, dass die AUA mit einem satten Gewinn von 19 Mio. Euro abschloss. Für das heurige Krisenjahr wird es keine Prämien geben. Bei Verluste gebe es keine Boni, sagte eine AUA-Sprecherin zum “Standard”.Doch die 2019-Kohle wird noch ausbezahlt.

Die Prämienauszahlung erfolgte Ende Juli, fällig gewesen wäre sie eigentlich im Frühjahr. Neben den drei Vorständen, dessen Boni sich laut “Standard” auf über eine Million Euro summieren sollen, erhielten auch rund 200 Fürhungskräfte die Zahlungen.

Der AUA-Bordbetriebsrat kritisiert in der Zeitung, dass die Ausschüttung erfolge, obwohl viele AUA-Kunden immer noch auf ihr Geld für abgesagte Flüge warten. Auch die geplanten Stellenstreichungen standen immer wieder im Kreuzfeuer der Kritik.

SPÖ-Stöger:” So inkompetenten Finanzminister mein’ Lebtag nicht gesehen”

Die SPÖ fordert indes ein Boniverbot für Unternehmen, die Staatshilfe beziehen. Der rote Infrastruktursprecher Alois Stöger attackierte Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) in einer Aussendung scharf:

„So einen inkompetenten Finanzminister wie Blümel habe ich mein’ Lebtag noch nicht gesehen. Wie können Sie zulassen, dass ein Betrieb, der auf hunderte Millionen an Staatshilfen angewiesen ist, diese seinen Führungskräften, die diese Situation letztlich zu verantworten haben, ausbezahlt? Da reibt man sich in den Vorstandsetagen wieder die Hände. Die ÖVP zeigt hier allen Großfirmenbesitzern, dass sich diese ruhig zurücklehnen können. Wenn ihre Betriebe krachen gehen, dann verdienen sie auch noch daran.“

Staatshilfe fließt Ende August

Die Staatshilfe für die AUA soll Ende August fließen. Das bestätigte der deutsche Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF), der sein Okay für die Hilfen bei den Lufthansa-Töchtern Swiss, Brussels und AUA gegeben habe.

Die AUA erhält somit von der österreichischen Regierung 150 Millionen Euro an Steuergeld. Dieses Geld muss die Airline nicht einmal zurückzahlen. Die Rettung umfasste auch eine 150 Mio. Euro schwere Finanzspritze des Eigentümers Lufthansa sowie einen staatlich garantierten Kredit in der Höhe von 300 Mio. Euro. Der Kredit werde in drei Tranchen zu je 100 Mio. Euro im August, September und Oktober ausgezahlt, so eine Sprecherin. Das Geld der Lufthansa ist bereits im Juli geflossen.

Die Zukunft vieler Mitarbeiter ist weiter offen. In den letzten Wochen war vonseiten des Konzerns immer wieder die Rede von Stellenabbau.

(apa/bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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