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Benko-Karstadt: Werden Mitarbeiter zu Leiharbeitern?

Benko-Karstadt

Beim Benko-Warenhaus Karstadt geht es ans Eingemachte. Die Manager planen die Insolvenz, Mitarbeiter fürchten um ihren Job. Das Arbeitsamt bietet ihnen schon Stellen an: bei eingemieteten Handelsketten im selben Warenhaus, diesmal aber als Leiharbeiter. Die Gewerkschaft ist erzürnt.

Wien, 20. August 2020 | Im Hintergrund plant der Österreich-Oligarch Rene Benko die Insolvenz von Galeria Karstadt Kaufhof. Denn am 1. September kommt es zum Showdown zwischen Vorstand und Gläubigern. Im 40-seitigen Insolvenzplan, der dem „Handelsblatt“ vorliegt, soll es zwei Szenarien geben: Schließung oder Fortführung. Während die Benko-Manager auf höchster Ebene taktieren, fürchten viele Mitarbeiter um ihren Job.

Vom Mitarbeiter zum Leiharbeiter

Vonseiten der Gewerkschaft „Verdi“ wird Alarm geschlagen: Karstadt-Mitarbeiter, die eine Kündigung erwarten, hätten sich schon beim Arbeitsamt gemeldet. Dort hat man sogar schon Jobs für sie – und zwar in sogenannten “Concession”-Firmen der Benko-Warenketten, etwa kleinen Geschäften in einem Kaufhaus. Dort könne man dann als Leiharbeiter anfangen.

Damit hätten die Beschäftigten auf einen Schlag viele Arbeitsrechte verloren. Während sie aktuell laut Tarifvertrag (gleich dem österreichischen Kollektivvertrag, Anm.) bezahlt werden, gibt es als Leiharbeiter keine fixen Tarife. Auch die Mitsprache im Betrieb verliert man als Leiharbeiter. Betriebsräte sind keine erlaubt.

„Wir kämpfen für den Erhalt der Arbeitsplätze, und zwar für vollwertige Arbeitsplätze. Stellen für Leiharbeiter sind nicht solche Arbeitsplätze – ohne Mitspracherechte, ohne Tarifverträge und ohne Betriebsräte. Das wichtigste ist aktuell, dass wir die Arbeitsplätze sichern“,

sagt Nils Böhlke, Gewerkschaftssekretär von „Verdi“, gegenüber zackzack.

Benko-Plan

Karstadt plant offenbar auch, Schadensersatz von Deutschland einzuklagen, das berichtet das „Manager Magazin“. Aufgrund der verhängten Schließung im Zuge der coronabedingten Ausgangsbeschränkungen verlor das Warenhaus viel Geld. Rene Benko schoss 162 Millionen als Eigentümer zu.

Dass Concession-Firmen auf Leiharbeiter zurückgreifen, liege auch in der Verantwortung von Rene Benko, so die “Verdi” gegenüber zackzack. Die Gewerkschaft zeigt sich kämpferisch und will Benkos Rationalisierungspläne nicht hinnehmen.

(ot)

Titelbild: APA Picturedesk

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