Montag, März 4, 2024

FPÖ: Wie lange noch Nepp?

Wie lange noch Nepp?

Das Nachbeben der FPÖ-Wahlniederlage geht gerade erst los. Im Parteivorstand am Dienstagabend soll Dominik Nepp entgegen anderslautender Medienberichte „einstimmig“ das Vertrauen ausgesprochen worden sein. Indes verliert sogar der Landesgeschäftsführer der FPÖ seinen Platz im Wiener Rathaus.

 

Wien, 14. Oktober 2020 | Schon vor dem zu erwartenden Wahldebakel der FPÖ in Wien hatte man aus FPÖ-Kreisen gehört: „Nepp ist nach der Wahl Geschichte“. Am Dienstagabend tagte dann der Wiener Parteivorstand der FPÖ, es ging voll zur Sache. Medienberichten zufolge wollte Kickl-Vertraute Dagmar Belakowitsch die Ex-Strache-Fans Dominik Nepp und Maximillian Krauss abservieren.

Landesgeschäftsführer nicht im Rathaus

Die Fellner-Plattform „oe24“ spekulierte sogar über eine mögliche Kampfabstimmung. Um 22 Uhr hieß es dann aber, dass dem großen Wahlverlierer Dominik Nepp “einstimmig” das Vertrauen ausgesprochen worden sei. Per Aussendung verkündete FPÖ-Wien-Geschäftsführer Michael Stumpf weiters, die FPÖ sehe das Wahlergebnis „als Auftrag“.

Den Wahlsonntag werden die Freiheitlichen jedenfalls länger nicht vergessen. Nicht nur, weil Millionen an Parteienförderung abhanden gekommen sind. Von 34 Mandaten bleiben der FPÖ acht. Selbst der Geschäftsführer Michael Stumpf, der auf Listenplatz 11 kandidierte, wird voraussichtlich nicht im Gemeinderat vertreten sein.

Richtungsstreit auch unter FPÖ-Wählern ausgebrochen

Gleich ergeht es dem auffälligen Landtagsabgeordneten Leo Kohlbauer, der im Wahlkampf die Nähe zur rechtsextremen Identitären-Bewegung gesucht hatte. Als Zehnter auf der Liste kommt er ohne Vorziehung ebenfalls nicht mehr ins Rathaus.

Die Nerven dürften blank liegen. Wie lange Dominik Nepp die neue Kleinpartei anführen kann, ist fraglich. Auch unter seinen ehemaligen Fans kriegt Nepp auf den sozialen Medien sein Fett ab.

Die FPÖ-Wähler sind sich keinesfalls sicher, wen man an der Spitze der Partei haben will, dokumentiert „FPÖ Fails“.

Auch Nepp-Gefährte Krauss angezählt

Maximillian Krauss, ebenso wie Nepp ehemaliger Strache-Jünger, durfte sich schon am Wahlsonntag bei Armin Wolf im „Zib2“-Studio beweisen. Ihm werden ebenfalls Ambitionen nachgesagt, Dominik Nepp zu stürzen. Im Studio wurde schnell ersichtlich: Für eine Partei nahe der 5-Prozent-Schwelle könnte es reichen. Die Stiefel einer (ehemaligen) Wiener Großpartei sind Krauss jedoch viele Nummern zu groß. Das dürfte dem FPÖ-Hirn Kickl klar sein, weshalb nun offenbar Dagmar Belakowitsch versucht, die ehemaligen Strache-Burschen aus der Wienpartei zu kicken.

Eines ist für den Langzeitstudenten Krauss nach der Wahl jedenfalls klar: Seinen Posten als nichtamtsführender Stadtrat wird er los sein.

(ot)

Titelbild: APA Picturedesk

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