ÖVP-Khol: Rendi-Wagner eine auflegen

Weil die SPÖ im Hauptausschuss des Parlaments den zweiten türkis-grünen Voll-Lockdown nicht unterstützte, würde Rendi-Wagner danach rufen, „ihr eine aufzulegen“. Diese unfassbare Entgleisung lieferte sich der ehemalige ÖVP-Nationalratspräsident Andreas Khol am Montag. Vor laufender Kamera äußerte er seine Gewaltfantasien. Andreas Khol bekräftigt gegenüber ZackZack seine Attacke auf SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner. Dabei verweigert zunächst jede Entschuldigung und führte sein fortgeschrittenes Alter als Erklärung an. Einige Stunden später kündigte er gegenüber ZackZack eine Entschuldigung an.

 

Wien, 16. November 2020 | Unfassbare Entgleisung des ehemaligen ÖVP-Nationalratspräsidenten Andreas Khol. Im Fellner-TV „Oe24“ kommentiert der Tiroler die Kritik der SPÖ am neuen Voll-Lockdown martialisch:

„Als erstes hat die Pamela Rendi-Wagner danach gerufen, ihr eine aufzulegen. Kritisieren kann ein jeder liebe Frau.“

Empörung über Gewaltaussage

Auf Twitter gehen indes die Wogen aufgrund dieser gewaltverherrlichenden Aussage hoch. Die ÖVP zeige wieder einmal, wie ihr Frauenbild aussehe, heißt es. Erinnerungen an den Luder-Sager von Josef Geisler (ÖVP) werden wach.

Auch sei das ein guter Zeitpunkt, um über den Anstieg an häuslicher Gewalt gegen Frauen im Lockdown zu sprechen, meint Orf-Journalist Yilmaz Gulum.

Polit-Greis Khol

Andreas Khol verabschiedete sich bei der Bundespräsidentschaftswahl 2016 in die Politpension, die nach Ansicht von “Falter”-Chef Florian Klenk jetzt einmal angetreten werden müsse. Mit 11 Prozent holte Khol damals das historisch schlechteste Ergebnis eines ÖVP-Kandidaten. Er landete nur auf Platz 5, Österreich hatte offenbar genug von ihm. Im Zuge der Corona-Krise trat er medial immer wieder als unsanfter ÖVP-Sprecher in Erscheinung.

Mittlerweile hat ZackZack eine Stellungnahme von Andreas Khol eingeholt: „Ich habe eine Kritik geäußert“, sagt er auf Nachfrage, wie der Sager gemeint sei. Ob er es im Ton nicht übertrieben habe? „Vielleicht, wenn man es auf die Waagschale legt. Aber ich bin ein alter Herr und ich denke man weiß, wie das gemeint war.“ Im Gespräch mit ZackZack bekräftigte er seine Empörung darüber, dass die SPÖ – anders als beim ersten Lockdown – diesmal nicht mit der Regierung mitgestimmt habe.

Erste Polit-Stimmen

Die Pressesprecherin von Pamela Rendi-Wagner nennt die Entgleisung “frauenverachtend und auf allen Ebenen letztklassig.” Sie will von ÖVP-General Axel Melchior wissen, ob Khol für die Volkspartei spreche.

Auch SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch forderte eine Entschuldigung von Khol, Frauensprecherin Gabriele Heinisch-Hosek erwartet ein Stellungnahme von ÖVP-Chef und Bundeskanzler Sebastian Kurz.

Auch die grüne Frauensprecherin im Nationalrat, Meri Disoski, hat sich via Twitter geäußert. Es handle sich um eine “unfassbare Entgleisung. Frauen, die kritisieren und andere Meinung vertreten, sollen geschlagen werden? Gehts noch?”

Am Nachmittag meldete sich Andreas Khol gegenüber ZackZack erneut zu Wort. Er werde sich bei Rendi-Wagner “entschuldigen”. Er habe sich “in der Wortwahl vergriffen”, es tue ihm leid.

Der Artikel wird laufend aktualisiert.

(ot)

Titelbild: APA Picturedesk

Lesen Sie auch

Folge einem manuell hinzugefügten Link
Link zu: InlandLink zu: Meinung
Link zu: AuslandLink zu: Leben

Der Herr der Abschiedsbriefe – BMI-Chats

In den vergangenen Tagen schrieb „Krone“-Redakteur Christoph Budin über sensible „Abschiedsbriefe“. Woher hat er seine Informationen? BMI-Chats zeigen, wie das Geschäft läuft. Über die zweifelhafte Nähe zwischen einem einflussreichen Journalisten und ÖVP-Vertretern.

»Ich will Blut sehen!« – Wollte Takacs Polizisten »köpfen«?

Innenminister Sobotka wütete, weil ihm erfolgreiche Drogenfahnder die Show stahlen. Kabinettschef Kloibmüller wollte daraufhin im Wiener LKA aufräumen und beauftragte seinen „Mann fürs Grobe“: Takacs, den später designierten Bundespolizeidirektor.