Freitag, Februar 23, 2024

»Yupieeee!« Wie Eva Schütz ÖBB-Infra-Aufsichtsrätin wurde

Wie Eva Schütz ÖBB-Infra-Aufsichtsrätin wurde

Schmid-Chats: Im Februar 2018 wurde Eva Schütz Aufsichtsrätin bei der ÖBB-Infra. Die Entscheidung fiel nur wenige Tage zuvor und verlief recht informell.

Wien, 23. April 2021 | Aufsichtsrat in einem Staatsbetrieb mit Milliardenumsatz werden? Das geht manchmal schneller, als man denkt.

30. Jänner 2018. Die türkisblaue Bundesregierung ist im Amt, Norbert Hofer Verkehrs-, Hartwig Löger Finanzminister. Lögers Generalsekretär ist der spätere ÖBAG-Chef Thomas Schmid. Eva Schütz, Ehefrau von ÖVP-Großspender Alexander Schütz, fungiert im Finanzminsterium als stellvertretende Kabinettschefin. Ihre Kollegen Thomas Schmid und Melanie L. lassen kein gutes Haar an Schütz: “Keiner will sie nehmen!” schreibt L. an Schmid. Der findet den Vorschlag, er solle Schütz in die ÖBAG mitnehmen “so gemein!”. Über die Motive für Schütz’ Karrierambitionen mutmaßt L.: “Du, wenn du alles Geld der Welt hast, willst du nur mehr eines, was du nicht kaufen kannst. Das ist halt Macht.”

Als sich Eva Schütz in einer wichtigen Angelegenheit an ihren Chef Thomas Schmid wendet, stößt sie dennoch auf offene Ohren.

“Könnte ich in den AR (Aufsichtsrat, Anm.) der ÖBB (infra)?”, fragt Schütz per Chatnachricht. Andreas Ottenschläger, Verkehrssprecher der ÖVP, hat ihr das vorschlagen. Mit Gernot Blümel, damals Kanzleramtsminister und für Postenbesetzungen bei den ÖBB nicht zuständig, sei schon alles abgesprochen. In ihrer Einvernahme durch Ermittler der WKStA bestätigt Schütz, dass Ottenschläger den Vorschlag mit Blümel koordinierte. Sie selbst habe mit ihm nicht darüber gesprochen.

“Unbedingt. Habe ich dir eh schon gesagt :-)”, antwortet Schmid.

Schütz freut sich: “Yupieeee!”

Nun müsse die Sache bloß noch mit dem Koalitionsparnter abgestimmt werden, lässt Schmid wissen. Der macht keine Schwierigkeiten. Schon wenige Tage später ist der neue Aufsichtsrat bestellt, Eva Schütz inklusive.

“Erfahrene, qualifizierte Experten”

“Der von Verkehrsminister Norbert Hofer neu bestellte Aufsichtsrat der ÖBB besteht aus erfahrenen, qualifizierten Experten und wird kompetent arbeiten“, erklärt Ottenschläger. Der ÖVP-Verkehrssprecher hatte auch ÖVP-Spenderin Therese Pagitz einen Job angeboten – als Aufsichtsrätin bei der ÖBB-Personenverkehr AG. Was war eigentlich Schütz’ Aufgabe im Aufsichtsrat? Gegenüber der WKStA sagte Schütz, sie sei für einen “effizienten Einsatz der Budgetmittel” und zwar in enger Absprache mit dem Finanzministerium zuständig gewesen. Sie kontrollierte also im türkisen Auftrag, wieviel Geld die ÖBB unter blauer Führung wofür ausgaben.

Die neuen ÖBB-Aufsichtsräte bezeichnete Ottenschläger als eine gelungene, kompetente Mischung, mit der auch die Frauenquote erfüllt sei. Als im Jahr darauf ein Aufsichtsrat für die ÖBAG gesucht wurde, bereitete die Frauenquote den Beteiligten Schwierigkeiten. “Mir gehen die Weiber so am Nerv. Scheiß Quote”, schrieb PR-Beraterin Gabi Spiegelfeld an Thomas Schmid, als sie die “potenzielle Liste” besprachen. Schmid pries wiederum Kanzler Kurz eine mögliche Kandidatin als “compliant” und “steuerbar” an.

Weder Eva Schütz noch Thomas Schmid waren für eine Stellungnahme erreichbar.

(tw)

Titelbild: APA Picturedesk

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52 Kommentare

  1. AKTUELL
    https://mein.aufstehn.at/p/thomas-s…-untragbar
    Obige Petition gegen den untragbaren Vorstand der ÖBAG
    sollte man unterzeichnen. Ich wünsche den Initiatoren mindestens
    2500 Unterschriften. Ein Shitstorm gegen diesen Rüpel sollte noch
    weit mehr Unterstützer finden.
    Schluss mit „JOBS A LA CARTE“ für die Lakaien von Kurz.

  2. da ist es wie im Roulette, nur das hier jede “Nummer” gewinnt….

    • Ich lese gerne in Ihrem Blog nach. Die Artikel sind zwar unendlich lange (wegen der Ergänzungen), aber sie vermitteln doch historisch genau das Netzwerk, das Türkis ausmacht. Danke für die viele, langjährige Mühe.

  3. Ist mit ÖBB etwa gar nicht die Zug ÖBB gemeint?? Habt ihr das recherchiert? Vlt ist damit eine andere Vereinigung gemeint, die österreichischen beidl buam, Kurz ÖBB… zum verwechseln ähnlich das Kürzel

  4. Mir bestätigt es immer wieder aufs neue das zack Zack einstweilen eines der wichtigsten Medien des Landes ist…

  5. Die die keiner will landet bei den türkisen und die türkisen klagen rot wegen Postenschacher an…
    PRW sagte ja auch das gabs bei rot aber die waren wenigstens geeignet…
    Da ist dem Buben das Gesicht eingeschlafen…

    • Schwarz kann gern Beweise liefern. Aber das schizo Interview vom Hänger beim Fell er sprach eh Bände. Da hat der Klassrnsprecher gezeigt was er kann. Null.

  6. “Wir liegen immer noch bei 33 Prozent!” *

    “YUPIEEEE!!!”

    ________________________________
    *”Sonntagsfrage” vom 10.04.2021
    Auftraggeber: Profil
    Durchführung: Unique Research
    Quelle: statista.com

    52 Prozent der österreichischen WählerInnen wollen offenbar weiterhin, dass dieses Land vollends an die Wand gefahren wird.

  7. Der Herr Schütz spielt in der Startup-Sendung den smarten Investor… während man seine bessere Hälfte als Trampel, den keiner haben will, hinstellt.
    Währenddessen in fernen deutschen Landen die Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen ihn stellt.

    Sehr ehrenwert, die Familie.

    • Haselsteiner mimt den Philanthropen, Leo Hillinger den unbedarften und Mediashop preist seine Produkte als Problemlöser. Daher:
      Auf Mediashop gibt es die „Cleversten Socken der Welt“ das wäre doch mal eine sinnvolle Investion in die Zukunft dieser Regierung. Herr Gesundheitsminister, bitte lassen sie von ihren namhaften Experten schon mal die Schuhgrößen der bedürftigen erheben. Die Farben Grün und Türkis stehen selbstverständlich zur Disposition.

  8. Wann muss dieses korrupte Regierungs-G’sindl endlich abtreten?

    Was muss noch alles erscheinen, offen gelegt, wieder hergestellt und bewiesen werden?

    Was braucht es noch, dass ÖSTERREICH dh alle Wahlberechtigten aufwachen und diese korrupte Bande entmachten?

    • Neue Wähler, 35% sind scheinbar blind, taubstumm und beratungsresistent oder schlicht leicht debil.

      • Die Leser von Krone, Presse, Kurier, heute, oe24, … sind tatsächlich schlicht.
        Die dort entmündigten Journalisten ebenso.

    • Der Bundessebastian hat ja erklärt er habe die “relevanten” Unterlagen abgegeben für den UA. Und was vernichtet wurde, könne nicht geliefert werden.
      Gibt’s da nicht doch irgendwo einen Paragraphen?
      Aber eigentlich geh ich davon aus, dass er früher oder später der Gerechtigkeit zugeführt wird.
      Damit wir wieder gern in diesem unserem Land leben können.

    • Was es braucht?
      Keine bezahlten Medien?
      Nie war es so keicht Geld zu verdienen?

  9. Das Bild schaut aus wie eine pantomimische Darstellung des Inhalts einer irrtümlich erhaltenen SMS aus der Familie

  10. Bald wird es die Familie Eva und Alexander Schütz vor lauter Zorn über “zackzack” in der Luft zerreissen. Die Schütz’s tun mir richtig leid.

  11. Das heißt bei der ÖVP “Umverteilung”.
    Schmid, Spiegelfeld, Schütz, Pagitz, Ottenschläger etc. Wären doch die besten Arbeitsminister gewesen.

  12. Wie können sich diese Hin-und-Her-Schaften überhaupt noch in den Spiegel schaun?

    • Das stell ich mir gar nicht soo schwierig vor – die sehen nur die Fassade / Kulisse – dahinter ist ja außer Strippen nix!

    • Dazu fällt mir nur diese Liederstophe ein:
      “Das Wasser soll dein Spiegel sein
      Erst wenn es glatt ist, wirst du sehen
      Wie viel Märchen dir noch bleibt
      Und um Erlösung wirst du flehen.”

  13. Eine Frage noch zu dem „ Yupieeee!“: war das praktisch das Motivationsschreiben inkl. Referenzen/Trackrecord etc. alles in einem, für den Job…?

  14. Ist alles mit rechten Dingen zugegangen und Blümchen wieder mittendrin, aber er streitet natürlich Alles ab und bleibt weiterhin im Amt. Ist ja nur Steuergeld von Anderen!

  15. Schütz Storm!
    So ein Investment, also eine große Parteispende rechnet sich eben. Im Falle des ÖVP Intimus und ÖVP Großspenders und Ehemannes, der laut Handelsblatt, des Insiderhandels im Zusammenhang mit Wirecard bezichtigt wird, kann man von einer Rendite Zum Quadrat sprechen.
    Im Rahmen der neuen Joboffensive „JOBS A LA CARTE“ sollte Kanzler Kurz die Tarifliste offenlegen! Welche Position, zu welchem Preis!
    Oder was war mei Spende, was kriag i.
    SHIT STORM

      • das ist schon sehr esoterisch , nicht böse sein, dann füllt sich halt dann sein gschrapp die taschn mit unsan geld wenns der alte net mitnehmen kann, so züchten wir generationen von nichtleistern und abzockern heran

        • Die nehmen uns allen unser letztes Hemd!
          Und die Titelseite der Kronenzeitung dürfen wir dann als latent fashion und Feigenblatt vor uns her tragen!

    • Was sein letzte Preis für AR? Nehmen auch BP wenn sein billiga …

  16. Wünsch dir was, war das im Fernsehen oder ist das ein ÖVP – Spiel. Wünschen und Verwünschen….

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