Samstag, Mai 18, 2024

Sieg für Dichand gegen Benko vor Schweizer Gericht – Kampf um “Kronen Zeitung”

Kampf um “Kronen Zeitung”

Das Schweizer Bundesgericht hat die Beschwerde der Funke-Mediengruppe gegen eine Entscheidung zugunsten der Dichands abgewiesen. Die Erben der “Krone” wehren sich seit Jahren gegen die Übernahme von Funke und René Benko – mit Erfolg.

Wien/Lausanne, 29. April 2021 | Die Familie Dichand kann im Gesellschafterstreit um die Machtverhältnisse in der “Kronen Zeitung” einen Erfolg vor dem Schweizer Bundesgericht verbuchen. Es geht um das Verfahren vor dem Schweizer Schiedsgericht und dessen Entscheidung zugunsten der Dichands im Vorjahr.

Das Höchstgericht wies nun eine Beschwerde der Funke-Mediengruppe gegen diese Entscheidung ab. Das geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil hervor, wie auch “Der Standard” berichtete.

Gesellschafter-Verhältnisse nach wie vor gültig

Das Schweizer Schiedsgericht hatte im Mai des Vorjahres festgestellt, dass zwei Rahmenvereinbarungen aus den 80er-Jahren, in denen die Rechtsverhältnisse zwischen den “Krone”-Gesellschaftern geklärt sind, nach wie vor gültig sind. Sie können nicht gesondert von der Beteiligung an den Gesellschaften gekündigt werden. Die Funke-Mediengruppe beschwerte sich über die “vorschriftswidrige Zusammensetzung des Schiedsgerichts” und eine Verletzung ihres rechtlichen Gehörs. “Kronen Zeitung”- Herausgeber und -Eigentümervertreter Christoph Dichand sah durch das damalige Urteil des Schiedsgerichts die Vorrechte der Dichands in den Verträgen mit der Funke-Gruppe “vollinhaltlich” bestätigt. Darunter befindet sich auch ein Vorrecht auf garantierten Gewinn in Millionenhöhe.

Die Funke-Mediengruppe hatte die Rahmenverträge im Jahr 2014 gekündigt. Daraufhin erklärten die Erben von Hans Dichand die Kündigungen für nichtig. Eine Kündigung der Rahmenvereinbarungen durch die Funke-Mediengruppe hätte auch die Auflösung der eigentlichen Gesellschaften zur Folge, entschied das Schiedsgericht. Dadurch müsste die Funke-Mediengruppe ihre Anteile an der “Kronen Zeitung” zu einem günstigen Buchwert den Dichands überlassen. Sie hat wiederum Anläufe gemacht, die “Kronen Zeitung” zur Gänze zu übernehmen.

Der Funke-Mediengruppe, die unter anderem die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) herausgibt, und der Familie Dichand gehören jeweils die Hälfte der “Kronen Zeitung”. Seit 2018 ist in Funkes Beteiligungsunternehmen auch die Signa-Holding des österreichischen Immobilienunternehmers Rene Benko an Bord. Benko hält 49 Prozent an Funkes “Krone”-Anteilen. Das sind durchgerechnet 24,5 Prozent für den Investor und Kurz-Freund.

(red/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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7 Kommentare

  1. Das Schweizer Bundesgericht rettet die österreichische Demokratie. Danke!

    Neben ZackZack ist die Krone m.M.n. die einzige Zeitung in Ö, die Basti nicht zu Füßen liegt. Ausnahmen in der Krone-Redaktion bestätigen die Regel. Das hat die Krone immer schon abgehoben, sie vertritt nicht die Mächtigen. Im Gegensatz zum Rest der Ö-Journaille, die ihr Lager beschützt, komme was da wolle. ZackZack AUSGENOMMEN (es gibt noch andere kleine Gute …)!

    Die Schweiz lebe hoch, sie liebt die Demokratie. Im Großteil der restlichen europäischen Staaten sorgen die Machthaber dafür, dass der Pöbel sich nicht in ihre Geschäfte einmischen darf. Weil direkte Demokratie kann man nicht so leicht kontrollieren, wie die Show alle 4 bis 5 Jahre (ich meine die Verarschungen, die demokratische Wahlen heißen).

    • Sie sollten wissen, dass die türkise Gang Renè Benko beim Erwerb der Hälfte der Kroneanteile behilflich war. Aus dieser Sicht kann die Krone nicht gegen diese Buberltruppe vehement aufschreiben. Ich selbst lese diese Zeitung nicht, da sie alles andere als unabhängig ist, sie ist sogar sehr abhängig von den Türkisen – die Krone erhält den größten Teil der Regierungsinserate!

  2. Beim Knallblatt knallts. Sehr gut. Weg mit der Dichtgans. Hat Österreich mit Lüssel, Lasser, Lache und Lurz ruiniert. Hat Hauptschuld an der ganzen Misere.

    • Sehe ich natürlich auch so. Wenn aber Rene Benko das Blatt übernimmt bestimmt der politische (türkise) Populismus den Zeitungsboulevard. Und damit die oberen Zehntausend. Und das Land wird noch asozialer.

      • Gebe Ihnen Recht. Wenn Benko wirklich jemals die Kontrolle über die Krone gewinnt, dann kann man m.M.n. in Ö wirklich nur mehr auswandern oder in eine Einsiedelei ziehen, wo man den ganzen Tag betet aber nichts von der Außenwelt mitbekommt.

        Widerstand wird vielleicht gebrochen werden. Z.B. Polizei in Innsbruck rechtswidrigerweise mit Pfefferspray. Ich habe Angst, für jede freie Meinungsäußerung, die den Machthabern missfällt, mit einer Klage eingedeckt zu werden. Ist mir zu teuer. Hoffe, die Soziallistische Jugend hat genug Geld. Herr Blümel verklagt sie gerade.
        https://zackzack.at/2021/03/08/bluemel-klagt-sj-wegen-grasser-vergleich-aussen-fesch-innen-korrupt/
        Zitat aus ZackZack-Artikel zum Pfeffersprayeinsatz: Damals hagelte es für die Teilnehmer der Demo „Grenzen töten“ mehr als 50 Anzeigen.

        Gibt es eigentlich noch Jemanden mit Hirn, der glaubt, dass wir in einem demokratischen Rechtsstaat mit freier Meinungsäußerung leben? TRÄUMER!!!!

    • Ich mag die Krone. Lese sie aber fast nie.

      Die Krone hat uns Zwentendorf erspart.
      Der Krone verdanken wir, dass in Hainburg noch Auen existieren.

      Der Standard sang Weihnachten 2020 die Rudi-Lobeshymne. Ja, ich verdanke es dem Standard zu wissen, dass Rudi mit seinem Hund gerne Gassi geht, dass er seine Christbäume im Frühjahr im Garten einpflanzt und dass er uns gut durch die Krise geleitet hat. Den letzten Punkt konnte ich nicht so ganz verstehen. Aber der Standard hat Rudi ja auch nicht gefragt, weshalb Ö im November (glaube ich) weltweit die höchste Inzidenzrate hatte und im Dezember laut ORF-Sendung mal weltweit die höchste Todesrate pro 1Mio hatte. Wenigstens kann ich mich daran erinnern, dass das im Standard-Interview angesprochen wurde. WOW!

      Zur gleichen Zeit wurde Basti bei einem Krone-Interview gefragt, wie er seine Haltung zu Moira begründet. Insbesondere weil auch christliche Politiker und Menschen die aktuelle Fllüchtlingspolitik nicht gut finden. WOW!

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