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MA35-Mitarbeiter packt aus: »Heben Telefon nicht ab«

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Wien, 17. August 2021 | Die Magistratsabteilung 35 (MA 35) ist zuständig für Zuwanderungs- und Staatsbürgerschaftsanliegen, doch seit Jahren lastet ein schlechter Ruf auf ihr. Die Liste der “Missstandsfeststellungen” der Volksanwartschaft ist lang. Die Beschwerden häufen sich, zahlreiche Anträge werden viel zu lange nicht bearbeitet. Dabei geht es um die Lebenssituation tausender Menschen. ZackZack berichtete zuvor ausführlich.

Am Dienstag packte ein MA-35-Beamter im „Ö1 Morgenjournal“ aus: „Die Telefone läuten den ganzen Tag, abgehoben wird so gut wie nie“, heißt es. Nur wenn die Beamten sehen, dass das Telefon-Display die Nummer von Internen oder Vorgesetzten anzeigt, heben sie ab. „Ansonsten wird das Telefon ignoriert“.

Auf jedem Schreiben und auf jeder E-Mail der MA35 steht: Ab 13:00 Uhr könne man sich beim zuständigen Referenten telefonisch erkundigen. Dass das nicht der Fall ist, bestätigt auch gegenüber ZackZack:

„Die Beamten fürchten sich“

Laut dem MA 35-Mitarbeiter würden sich die Beamten geradezu fürchten, Anliegen freundlich, entgegenkommend zu behandeln. Daraus könne sonst ein sogenannter „Dominoeffekt“ entstehen: Wenn einer der Referenten einmal am Telefon abhebt und eine Frage beantwortet, würde sich das unter den Antragstellern sofort herumsprechen. „Und das führt dann dazu, dass ganz viele Antragsteller blitzschnell informiert werden und die dann alle den Eindruck haben, sie könnten jetzt bei uns eine Antwort bekommen. Und die kommen dann direkt persönlich am nächsten Tag“, so der anonym gebliebene Mitarbeiter gegenüber „Ö1“.

Verständnis für Antragsteller

Der anonyme MA 35-Beamte bearbeitet hauptsächlich Anträge von serbischen und türkischen Saatsbürgern. Fast immer gehe es um die Verlängerung bestehender Aufenthaltsgenehmigungen, eigentlich nur eine Formsache. Für die Aufregung der Antragssteller zeigt er jedoch Verständnis: „Die verlieren ihre Jobs ohne Viusm. Die können sich nicht bewerben ohne Vosium, beziehen kein Kindergeld, keine Familienbeihilfe, also quasi kein Geld. Die kriegen nichts ohne das.“

450 E-Mails pro Tag

Die Corona-Krise habe die Situation verschärft. Antragsteller durften nicht ins Amt und mussten ihre Anträge per Mail schicken. „Da kann es schon passieren, dass man täglich mit einem E-Mail Fach aufwacht, dass bis zu 450 neue E-Mails hat, von denen sie dann, wenn sie einen guten Tag haben und vielleicht ein bisschen Überstunden machen, 120 abarbeiten.

Manche Anträge werden gar nicht erst registriert. Die Folgen: „Das Visum wird abgelehnt, weil die Frist dann angeblich nicht eingehalten wurde“, so der MA35-Mitarbeiter gegenüber „Ö1“. Der Wiener bezeichnet das MA35 auch als „Personalkarussel“. Viele Kollegen würden im Burn-Out landen, andere würden sich möglisst schnell in andere Magistratsbereiche bewerben, da sie mit dem Druck nicht zurecht kommen.

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 “Es kracht bei der MA 35 an allen Ecken”

„Die öffentlich gewordenen Missstände in der MA 35 sind einer Stadt wie Wien unwürdig und müssen umgehend behoben werden. Bürgermeister Ludwig und der zuständige Stadtrat Wiederkehr sind gefordert“, sagt Judith Pühringer, Grüne Stadträtin für Soziale Gerechtigkeit, anlässlich der Berichte um den Aktenstau und weiterer Zustände in der MA 35.

Die MA 35 vollzieht als Einwanderungs- und Staatsbürgerschaftsbehörde insbesondere das Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz und das Staatsbürgerschaftsgesetz. Regelmäßig kommt es zu Kritik an der Vollziehung durch die MA 35. „Wir Wiener Grüne haben bereits im April ein Prüfersuchen bezüglich der MA 35 an den Stadtrechnungshof gestellt. Die neuesten Meldungen zu den Zuständen in der Abteilung geben uns recht. Es kracht bei der MA 35 an allen Ecken und Enden. Darunter leiden Menschen nicht nur, sondern das ist vertane Lebenszeit und viele Menschen werden ihrer Zukunft beraubt. Das hat Folgen für die ganze Stadt“, sagt Niki Kunrath, Menschenrechtssprecher der Grünen Wien.

(jz)

Titelbild: APA Picturedesk

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