Dienstag, Februar 27, 2024

Weil ÖVP Kunde ist: GEWISTA lehnt kritisches Plakat ab

Weil ÖVP Kunde ist:

Ein kritisches Plakat des Verein gegen Tierfabriken (VGT) wurde vom Werbeanbieter Gewista zurückgewiesen – weil die ÖVP Kunde ist.

Wien, 18. August 2021 | Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) gab bei der GEWISTA, einem von Österreichs größten Außenwerbeunternehmen, ein Sujet in Auftrag: Plakatiert werden sollte in Oberösterreich anlässlich der dortigen Landtagswahlen. Der VGT macht die ÖVP-Gesetzgebung für die Tierquälerei bei betäubungsloser Ferkelkastration verantwortlich.

Von “ÖVP” über “Regierung” zu “Ihre Stimme zählt”

Doch die Gewista nahm das Plakat nicht an. Laut Gewista dürfe die ÖVP auf keinen Fall genannt werden, heißt es vonseiten des VGT. Das habe die Werbefirma in einem Telefonat klargestellt. Schriftlich bekam der Verein dazu allerdings keine Auskunft. Der VGT veränderte also das Sujet, der zweite Entwurf bezeichnete die betäubungslose Ferkelkastration als „Regierungs-Tierqual“. Doch auch das war der Gewista nicht Recht: Martin Balluch schildert die Vorgänge via Twitter: „Die GEWISTA weigert sich auch unsere Plakate aufzuhängen, wenn der Vollspaltenboden als “Regierungs-Tierqual” bezeichnet wird. Ungeheuerlich, man kann keine regierungs kritische Botschaft plakatieren! Wo gibts denn sowas!“ Der dritte Versuch wurde schließlich von der Gewista angenommen.

Hier alle drei Sujets, in immer abgeschwächterer Form: Im angenommenen Sujet finden sich weder die ÖVP noch die Regierung wieder. Bilder: vgt.at

Auf ZackZack-Anfrage bei der Gewista wurden die Vorgänge wie folgt geschildert: „Der Kunde hat im ersten Schritt ein Sujet angeliefert, das nicht unseren AGB entsprochen hat. Darauf haben wir ihn hingewiesen, worauf das Sujet geändert wurde. Der Auftrag ist mittlerweile bestätigt und wird im gewünschten Zeitraum affichiert.“

Gewista bestätigt: Es geht um ÖVP-Kritik

Laut Gewista sei nicht klar erkennbar gewesen, dass das Sujet eine Ferkelkastration zeige. Außerdem sei durch das Plakat ein “künftig buchender Kunde diskreditiert” worden – also die ÖVP. Am 26. September ist in Oberösterreich Landtagswahl. Im Gespräch mit ZackZack ist Martin Balluch empört: „Da braucht die ÖVP nur Kunde sein, und schon ist es nicht mehr möglich, ÖVP-kritische Inhalte zu bringen. So läuft das ja, sie kaufen sich überall ein, machen Medien von sich abhängig und zack –  schon gibt es keine kritische Berichterstattung mehr“

Die Gewista gilt als SPÖ-nahe. Über den „Verband der Wiener Arbeiterheime“ kontrolliert die SPÖ Wien auch offiziell knapp 10 Prozent des Unternehmens.

(lb)

Titelbild: vgt.at

LESEN SIE AUCH

Liebe Forumsteilnehmer,

Bitte bleiben Sie anderen Teilnehmern gegenüber höflich und posten Sie nur Relevantes zum Thema.

Ihre Kommentare können sonst entfernt werden.

24 Kommentare

  1. Ich würde diesen Fall zum Anlass nehmen, um gegen die Gewista nach §5 Kartellgesetz (Missbrauchsverbot einer marktbeherrschenden Stellung) vorzugehen.

    Wenn man mit so einer Klage Erfolg hat – und die Chancen stehen mE gar nicht schlecht – dann fällt der Gewista ihr vorauseilender Gehorsam gegenüber den Türkisen ganz ordentlich auf den Kopf.

  2. Hat die Gewista Angst, dass die ÖVP sie auch unbetäubt kastriert?
    Übt die Gewista ihre Vormachtstellung aus?
    Was ist mit der Opposition, ist denen die Meinungsfreiheit auch nicht wichtig?

  3. Mich wundert, dass die Gewista mit ihrer Marktmacht keinem Kontrahierungszwang unterliegt. Oder gibt es in OÖ ausreichend Alternativen?

  4. Die leute könnten ihre zäune, mauern kostenlos zur verfügung stellen.
    Bin leider nicht aus oö.

    • Ist zwar eine gute Idee aber nicht fertig gedacht. Möchtest du ein FPÖ Plakat an deinem Gartenzaun haben? Auch ein 2×4 m Pambanner an der Hauswand wäre zu viel des guten. Wenn man sein Heim und Gut so verunstaltet kann man sich zumindest das Rasenmähen auch gleich sparen weils eh schon wurst ist.

    • Achso sie meinten die Plakate vom VGT, ja, die natürlich schon 😅

  5. Gehört angezeigt, Meinungsfreiheit nicht geduldet, dann sollen sie sich öffentlich äußern und türkise Werbearsxxkriecher nennen….

  6. Es gibt nur mehr eine Einheitspartei….wir können uns das Wählen ersparen…:-(

  7. Wat? Gilt das bei der nächsten größeren Wahl dann auch für alle anderen Parteien, nur weil die ÖVP Kunde ist? Damit hat sich die Gewista soeben zum Ziel für politische Aktionen und “Gratis”-Plakate gemacht! Was bleibt im Kopf: Gewista = ÖVP!

  8. Im nächsten Wahlkampf werden wir die türkisen Plakate aber genau unter die Lupe nehmen, und wehe wir finden auch nur den geringsten Sager von z.B. Hanger gegen z.B. Krainer.

  9. Und wer glaubt jetzt dass das nicht schon immer und überall so läuft und gelaufen ist. Wer zahlt schafft an und weil das Volk nur aus Negeranten besteht schafft es eben nicht an. Mach die Reichen reicher war schon immer das Spiel. Warum wohl haben die reichsten 1%, 99% der Welt?

  10. Zensur, Gewalt, willkürliche Festnahmen, Polizei-Schikanen…

    Danke, Zackzack, für die Berichterstattung!

  11. Öffentlich auf Plakaten will natürlich keiner sehen was für eine Schweinerei er betreibt.

    • Und feig ist die gewusta auch noch, weil verweigerung schriftlucher begründung.

Kommentarfunktion ist geschlossen.

ZackZack gibt es weiter gratis. Weil alle, die sich Paywalls nicht leisten können, trotzdem Zugang zu unabhängigem Journalismus haben sollen. Damit wir das ohne Regierungsinserat schaffen, starten wir die „Aktion 3.000“. Wir brauchen 3.000 Club-Mitglieder wie DICH.