Freitag, Februar 23, 2024

OÖ: ÖVP und Grüne streiten um ein Plakat

Seit Tagen streiten die ÖVP und die Grünen in Oberösterreich um ein Plakat. Auch Landwirtschaftsministern Elisabeth Köstinger (ÖVP) mischte sich ein mit den Worten: „respektlos, primitiv und populistisch“. Die Grünen sehen eine “bewusste Fehlinterpretation” des Plakats.

 

Wien, 10. September 2021 | Am 26. September sind die Landtagswahlen in Oberösterreich. Der Wahlkampf ist bereits im vollen Gange, da dürfen natürlich auch Plakate der Parteien nicht fehlen. Über eines dieser Plakate streiten allerdings gerade Grüne und ÖVP äußerst ausgiebig. Die oberösterreichischen Grünen plakatierten für ihren Wahlkampf den Slogan: „Bio oder Gift?“ Darauf zu sehen eine Person in Schutzanzug und Gasmaske, der anscheinend Pestizide über den Acker spritzt.

Köstinger sieht “Hetze” wie von “Parteien am äußersten rechten Rand.“

Die ÖVP und der Bauernbund sind empört über das Plakat, es würde den Bauernstand „verunglimpfen“. Der oberösterreichische Bauernbunddirektor, Wolfgang Wallner, ist über das Plakat erregt: „Das Plakat der Grünen repräsentiert in keinster Weise die österreichische Landwirtschaft. Es verunglimpft einen ganzen Berufsstand.“

Noch schärfer äußert sich die Landwirtschaftsministerin und ehemalige Bauernbundvizepräsidentin Elisabeth Köstinger (ÖVP). Das Plakat sei „respektlos, primitiv und populistisch“. Das grüne Sujet sei „Hetze gegen einen gesamten Berufsstand“. So etwas kenne Köstinger bislang „nur von Parteien am äußersten rechten Rand.“ Die Landwirtschaftsministerin forderte, dass das Plakat zurückgezogen werde und sich die Grünen entschuldigen. Oberösterreichs schwarzer Landesgeschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer sieht darin gar “Gift für den Zusammenhalt in Oberösterreich”

Grüne: “Bewusste Fehlinterpretation der ÖVP”

Die Grünen antworteten prompt auf die Empörung der ÖVP, allerdings nicht mit einer Entschuldigung. Der grüne Spitzenkandidat Stefan Kaineder ortet eine Kampagne der Volkspartei, spricht von einer bewussten “Fehlinterpretation seitens der ÖVP”: „Durchschaubarer geht es kaum. Wir haben es hier mit einer konzertierten Kampagne des Bauernbundes zu tun, die es mittlerweile bis ins Landwirtschaftsministerium geschafft hat.“ Das Plakat richte sich nämlich nicht gegen die konventionelle heimische Landwirtschaft, sondern gegen multinationale Agrarindustrie, versichert Kaineder in einer Aussendung und in einem Video.

Gemeinsam hatten ÖVP und Grüne im Nationalrat ein Verbot des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat verhindert. Das Umweltgift tötet alle Pflanzen, die nicht speziell gentechnisch verändert wurden, um dagegen resistent zu sein. Glyhposat steht in Verdacht, krebserregend zu sein.

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

Benedikt Faast
Benedikt Faast
Redakteur für Innenpolitik. Verfolgt so gut wie jedes Interview in der österreichischen Politlandschaft.
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30 Kommentare

  1. Das muss man sich ja auf der Zunge zergehen lassen: Die Grünen verhindern gemeinsam mit der ÖVP das Glyphosat-Verbot, präsentieren sich aber jetzt in der Plakatwerbung als Retter des Planeten. Im Hintergrund des Plakates sieht man übrigens Leonore Gewessler bei der Arbeit in ihrem BIO-Gemüsegarten.

    Köstinger blockiert den Vorschlag mehrerer EU-Staaten zur Verhinderung der Ausbeutung von Erntehelfern. Stattdessen präsentiert sie einen Vorschlag, der vorsieht dass mehr Mittel für die Beratung von Betrieben zur Verfügung gestellt werden sollen, damit diese Sozialstandards einhalten. Quasi ein Wertekurs für fehlgeleitete Landwirte. DAS ist respektlos, primitiv und verlogen.

  2. „Das Plakat der Grünen repräsentiert in gezielter Weise die österreichische Landwirtschaft. Es verunglimpft die Agrarindustrie und das geht gar nicht:
    “Glyphosat in die Erde; Gülle aus Massentierhaltung in Bächen, Seen und Grundwasser”. So sind wir/sind wir so?

  3. Man muss sich allerdings fragen, warum man bei den Grünen richtigerweise kritisch gegen die multinationale Agrarindustrie, aber gleichzeitig völlig unkritisch für die multinationale Pharmaindustrie auftritt.

    Die Methoden von Pfizer und Monsanto sind die gleichen: Die Natur genetisch so manipulieren, dass jeder von ihren Produkten abhängig ist.

  4. Woah. Die Grünen gibt’s auch noch? Crazy.
    Kommt mir so vor, als hätte ich schon 1 Jahr oder so nichts mehr gehört von denen.

  5. Richtig, die türkise ÖVP ist respektlos, primitiv und populistisch und betreibt Hetze.
    Vermutlich hat die etwas intelligenzbefreite Ministrantin des Messias alles verwechselt und die eigene Partei gemeint.
    Ja, so wie die “antialkohlischen Getränke, die es laut Duden gar nicht gibt.
    Bitte Herr, laß Hirn regnen!

  6. “Bio oder Gift – Du hast die Wahl – Die Grünen”. Das bedeutet also dass ich von den Grünen beides bekomme, ich muss mich nur entscheiden.

  7. Die Elli kann sich ja mal mit dem Zeug einsprühen. Vielleicht wirkt es, die ganzen schädlichen schwarzen Gedanken verschwinden und übrig bleibt die gut gedeihende saftig grüne Nutzpflanze.

  8. Bester Witz der Woche:
    “…Respektlos, primitiv und populistisch..”

    Und das sowas gerade aus deren Munde sprudelt? Das hat echt Aussagekraft!
    Macht diese Person auch Kabarett oder Satire abseits der Politbühne?
    Ich frage nur für einen Freund, danke!

    • Und sowas ist für die umwelt bezüglich agrar und fi
      Orstwirtschaft zuständig.
      Pfui!

  9. Türkise Message Controll will den Grünen Wahlkampf kontrollieren. Werden sich die Grünen beugen?

    • Na die können doch garnicht mehr aufrecht gehen.
      Laufen nur noch gebückt durch die Fluren.

  10. Ich wünsche mir, dass entgegen aller Vorhersagen, die ÖVP Stimmen (von den Jungen) verliert.

  11. Respektlos, primitiv und populistisch ist in meinen Augen die ÖVP und sie versucht traditionell die Bauern als Opfer hinzustellen und wo es nur geht gegen alles was nur irgendwie nach Umweltschutz riecht aufzuhetzen. Frau Köstinger diese Masche kennen wir die können sie sich sparen. Michaela Langer-Weninger ÖVP OÖ Bauernbundpräsidentin hat ja sogar in einem Interview zur Bauernbundwahl in einer Regionalzeitung behauptet die Bauern würden auf dem Feld bespuckt!

    • Die Schwarzen müssen jetzt wieder feste graben in der Trickkiste. Sie müssen ihre schwarzen Bauern, die sie vergraulten, besänftigen um bei der Wahlurne nicht aus versehen woanders ein Kreuzerl zu machen.

  12. Köstinger und Kaineder :
    Die Scheinheiligen sind unter sich. Bei Glyphosphat sind sie sich aber sehr einig.

    Aber nach außen machen sie auf Saubermann(frau). Zwei politische Superblender.

    • Voll ihrer Meinung.
      Wer sollte von denen noch geblendet sein?
      ( Blindgänger scheint mir passender! )

    • Was sollen sie denn sonst plakatieren? Etwa die wahrheit? “Wir, die büttel der schwürkisen messiasse”?

  13. interessant wird, was nach der oö-wahl passiert.
    wenn die türkisen gewinnen und die grünen verlieren, wird der druck auf die grünen im bund noch grösser.

    da könnt sich dann was tun in richtung neuwahl.

    • Nie und nimmer. Die Gier am Trog ist viel stärker. Kogler sagt sich – hinter mir die Sintflut ab 2025, ab in die Superpension. Spätestens dann wird er im Veltliner ersaufen…..

    • Die Schwarztürkisen werden so eine eingesprungene Rittbergerbrezen hinlegen bei der Wahl. Bei der Messagecontrolle, stimmt keine Statistk mehr.
      Hoffe es geht alles mit Rechten Dingen zu. Hoffe es nimmt keiner die Briefwahl in Anspruch.
      Es gilt natürlich die Unschuldsvermutung, gell.

    • Niemals,der Bürgermeister erzählt ja eh jedem egal ob man es hören will oder nicht,daß sich wir O.Ö. nach der Wahl,in der Stadtregierung rot-grün wünschen,also ich frage mich dann immer,wer die alle sind,der Stelzer sagt,er möchte eh schwarz-blau,weil die Blauen hier ja ganz anders sind,also sonst wo,also,Land kommen die Grünen nicht zum Zug,aber in der Stadt dürfen sie,ist doch egal wo sie ihren Posten haben,aber Neuwahlen wegen der O.Ö. Wahl,so wichtig sind wir O.Ö, nicht,auch wenn viele meinen,es wäre anders,mehr als der Blinddarm für die “große” Politik sind wir nicht.

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