Samstag, Februar 24, 2024

Doskozil erweitert Mindestlohn auf Pflegeeltern

Das Land Burgenland geht in Sachen Mindestlohn einen Schritt weiter. Zukünftig werden Pflegeeltern vom Land angestellt. Wer vier Kinder oder Jugendliche bei sich zu Hause aufnimmt, erhält 1700 Euro netto plus 550 pro Kind.

Wien, 09. November 2021 | Das Burgenland will künftig analog zum Anstellungsmodell für pflegende Angehörige auch Pflegeeltern anstellen. Personen, die vier Kinder und Jugendliche bei sich zu Hause aufnehmen, sollen einen Mindestlohn von 1.700 Euro netto sowie weitere 550 Euro pro Kind und Monat erhalten. Bei drei Kindern werden 75 Prozent des Mindestlohns, bei zwei 50 Prozent ausbezahlt, sagte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) am Dienstag bei einer Pressekonferenz.

Bisher haben Pflegeeltern einen Aufwandsersatz pro Kind erhalten. Nun sollen sie finanziell und sozialrechtlich abgesichert werden, meinte Doskozil. Ziel sei es, die Kinder und Jugendlichen verstärkt in Familien und nicht in Heimen unterzubringen, um ihnen ein “soziales und geborgenes Umfeld” zu bieten. Außerdem soll mit dem Anstellungsmodell und einer damit verbundenen erweiterten Ausbildung die Qualität der Betreuung sichergestellt werden, betonte der Landeshauptmann. Angestellt werden die Pflegeeltern wie die pflegenden Angehörigen bei der Pflegeservice Burgenland GmbH.

Auch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge miteingeschlossen

Das Anstellungsmodell gilt auch für Krisenpflegeeltern, die insbesondere kleine Kinder mit höherem Betreuungsaufwand aufnehmen. Sie erhalten den Mindestlohn bereits für zwei Kinder. Ebenfalls eingeschlossen sind Pflegepersonen, die unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in ihr familiäres Umfeld aufnehmen. Das sei auch in Hinblick auf die Integration ein wichtiger Schritt, “wo wir versuchen, diese Kinder in der schwierigsten Situation ihres Lebens nicht irgendwohin abzuschieben, sondern ihnen eine wohlbehütete Umgebung zu geben”, sagte Doskozil.

Die Anstellung sei freiwillig und gelte – abseits der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge – nur bei der Betreuung burgenländischer Kinder. Zur Qualitätssicherung werde die Ausbildung für Pflegeeltern ausgeweitet. Sie müssen 54 Lehreinheiten absolvieren. Für Krisenpflegeeltern wird es eine Zusatzausbildung geben. Sie werden nach dem Auslaufen der Betreuung zudem für sechs weitere Monate angestellt, in denen sie für den Notfall rund um die Uhr zur Krisenpflegebetreuung zur Verfügung stehen sollen.

Im vergangenen Jahr wurden im Burgenland laut Soziallandesrat Leonhard Schneemann (SPÖ) 243 Kinder und Jugendliche in Betreuungseinrichtungen untergebracht und 127 bei Pflegepersonen. Ziel sei es, die Zahl jener, die in ein familiäres Umfeld kommen, weiter zu erhöhen, betonte Schneemann.

(bf/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

Benedikt Faast
Benedikt Faast
Redakteur für Innenpolitik. Verfolgt so gut wie jedes Interview in der österreichischen Politlandschaft.
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21 Kommentare

  1. Trotzdem Ungleichbehandlung, warum ist ein Wiener. Tiroler, Steirer etc. etc. Kind es nicht wert?

    • Trotzdem Ungleichbehandlung, warum ist ein Wiener. Tiroler, Steirer etc. etc. Kind es nicht wert?

  2. Nachdem ich mehr als 1.150,- verdiente, hätte mich meine Frau auf Unterhalt klagen müssen, als sie länger arbeitslos wurde, ehe sie Mindestsicherung vom Staat bekommen hätte, in dessen Sozialsystem sie Jahrzehnte lang Beiträge rein butterte …
    Die Gfraster die unter dem Deckmantel Asyl auf Wunsch der Profitmaximierer auch noch mit 10cm langem Bart als Minderjährige umgarnt werden, denen schiebt man die Kohle dafür a8f Umwegen hinten rein.

      • Nein, bloss alt und intelligent genug um manipulative Salamitaktik mit strategisch angelegten mittelfristigen Zielen erkennen zu können …

      • Du bist noch mit deiner Antwort ausständig, wie du das Thema Asylsuchende und Migration beurteilst. Trau dich doch. Ich habs dir ja auch gesagt, auf deine Nachfrage.

  3. Hört sich gut an. Aus welcher „Kasse“ kommt das Geld? Oder „weinen“ dann wieder alle wegen des „Schulden machens“? Diese „Kunst“ schreibt man ja gerne den Genossen zu. Doch kaum jemand weiss noch, wie das begann. Das Rezept war: Gesundheitswesen für alle „gratis“, d.h. Keine Rezeptgebühr, keine finanzielle Beteiligung für das Essen bei Spitalaufenthalt, etc. „Gratis“ Bildungszugang für alle. Keine Studiengebühren, im Gegenteil: „gratis“ Schulbücher, Schülerfreifahrten, etc. Doch dann ging sich das nimmer aus. Einführung der „Luxussteuer“ (MWSt.) auf alles, was dem Staat als nicht notwendig erschien, z. B. Fernsehapparat, Auto, etc. Dann Erhöhung der MWSt. und nochmals Erhöhung eben dieser. Tja, wohin ginge wohl die Reise mit Dosko? Man weiss es so wenig, wie wir es jetzt wissen. Den Gürtel enger schnallen, das könnte es werden. Aber wenn ich mich so umsehe in den Konsumtempeln frage ich mich: Wer? Wo? Eine Umverteilung von oben nach unten? Wie z.B. in… ja wo?

      • Falls Sie mich persönlich meinen sollten irren Sie sich. Sehr sogar. Meine Frage bezieht sich auf das „woher“ im Sinne von Transparenz. Und ich versuchte aufzuzeigen, wie es durch Nicht-Haushalten der Regierungen zur enorm hohen finanziellen Belastung der ÖsterreicherInnen kam. Aber Transparenz und Mitbestimmung scheinen den österreichischen „Brüdern“ (und „Schwestern““) nicht wichtig zu sein. Naja, dazu müsste man halt „mündig“ sein.

  4. Ja toll. Ich hab 17 J. Unterhalts streit, 70 € / Monat Unterhaltsvorschuss hinter mir. Der Staat hat mich hängen lassen. Da der Kindesvater bereit war, € 70,-/Monat zu zahlen, war das für den Staat ausreichend, weil zahlungswillig. Hat aber nix drauf gelegt.
    Kinder von Alleinerziehenden Österreichern sind dem Staat weniger wert als zugewanderte Mj.
    Sorry, aber so ist es.

    • Was hat das pflegegeld jetzt wieder mit zuwanderern zu tun.
      Wegen euch komikern haben wir jetzt eine türkise intellektuellenregierung.
      Ihr werdets nie kapieren (wollen),

  5. man muss auch anerkennen, wenn er einmal was gscheites macht.

    wenn ma jetzt noch die impfquote der burgenländer bedenkt, muss ma sich ernsthaft fragen, ob die burgenländerwitze noch aufrechterhalten werden können.

    • Sozialismus, wie wir ihn leider schon lange nicht mehr kennen, in einem Österreich Mit einem Kanzler Doskozil wäre das Leben sicher angenehmer als unter der türkisen Abzocker-Buberlpartie.

  6. Endlich einmal eine Idee vom Doskozil, bei der ich mir nicht auf den Kopf greife.
    Überraschung, gute Idee!

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