Montag, Juni 24, 2024

Omikron-Variante: Weiterhin unfaire Impfstoffverteilung weltweit

Omikron-Variante:

Während sich die neue Coronavirus-Variante Omikron rasant ausbreitet und Europa dagegen anboostert, warten ärmere Länder teils immer noch auf den ersten Stich.

Neu-Delhi/Kapstadt, 30. November 2021 | Eigentlich wollten die Mitgliedsstaaten der Welthandelsorganisation (WTO) ab Dienstag verhandeln, ob Patente für Corona-Impfstoffe endlich freigegeben werden sollen. Das Treffen musste jedoch verschoben werden, weil sich die Virusmutation Omikron rasant ausbreitet. Und je höher der Anteil an Ungeimpften auf der Welt ist, desto stärker können sich neue Virusvarianten bilden und verbreiten.

Drastischer Impfstoffmangel

Trotz mahnender Appelle von Experten ist der Impfstoffmangel in den ärmsten Gebieten der Welt weiterhin drastisch. 54,2 Prozent der Weltbevölkerung hat laut Angaben von “Our World in Data” bisher zumindest eine Impfung erhalten. Fast acht Milliarden Dosen wurden international bis heute injiziert, aktuell sind es rund 30 Millionen pro Tag. Doch nur 5,8 Prozent aller Männer und Frauen in einkommensschwachen Ländern haben bisher zumindest eine Dosis erhalten.

Während in Australien 72,5 Prozent der Bevölkerung vollständig immunisiert sind, liegt Europa mit 57,9 Prozent fast gleichauf mit Südamerika hinter Down Under. In Nordamerika sind 54,5 Prozent der Männer und Frauen geimpft. Asien hat laut der verfügbaren Zahlen 48,1 Prozent seiner Population geimpft. In Afrika sind es hingegen nur geringe 7,2 Prozent.

Quelle: Our World in Data

Warnung vor weiteren Varianten

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) appelliert seit langem mit Vehemenz an die Weltgemeinschaft, dieses Ungleichgewicht schnellstmöglich zu beenden. Andernfalls liege das Ende der Pandemie in weiter Ferne. Die Organisation warnte bereits mehrfach vor der Entstehung neuer Corona-Varianten in Gegenden mit geringer Durchimpfungsrate. Die zunächst im Süden Afrikas entdeckte Omikron-Variante stufte sie nun als “besorgniserregend” ein.

Bisher seien laut WHO weltweit mehr als 90 Millionen Covid-19-Impfdosen im Rahmen der Hilfsprogramme “Covax” und “Avatt” gespendet worden. Der Großteil der Spenden sei relativ spontan erfolgt.

Indien hat afrikanischen Ländern, in denen die Omikron-Variante aufgetreten ist, nun Impfstoffe angeboten. Diese könnten entweder durch das UN-Impfprogramm “Covax” oder bilateral bereitgestellt werden, teilte das indische Außenministerium am Montagabend laut Nachrichtenagentur dpa mit.

WTO fordert Impfrate von 40 Prozent weltweilt

Die Regierung habe zudem unter anderem bisherige Bestellungen für den in Indien hergestellten AstraZeneca-Impfstoff “Covishield” von Malawi, Äthiopien, Sambia, Mosambik, Guinea und Lesotho freigegeben, hieß es. Indien sei auch bereit, Medikamente, Testkits, Schutzanzüge und Beatmungsgeräte zu liefern.

Kurz davor hatte China Afrika eine Milliarde Impfdosen versprochen. In einer Rede sagte Präsident Xi Jinping am Montag, 600 Millionen Impfdosen wolle China kostenlos zur Verfügung stellen. Weitere 400 Millionen sollten Unternehmen beider Seiten gemeinsam produzieren. Die beiden bevölkerungsreichsten Länder der Welt möchten ihren Einfluss auf dem Kontinent vergrößern.

Im August forderten die Vereinten Nationen, der Internationale Währungsfonds, die Weltbank, die Weltgesundheitsorganisation und die Welthandelsorganisation internationales Engagement und Unterstützung, damit jedes Land bis Ende des Jahres mindestens 40 Prozent seiner Bevölkerung mit mindestens einer Dosis geimpft hat.

(apa/jz)

Titelbild: APA Picturedesk

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