Menschenrechtspreis für Erdogan-Kritiker Demirtaş

Anwalt und Oppositionspolitiker Selahattin Demirtaş sitzt seit 2016 in Polit-Haft. Jetzt wurde er mit dem Weimarer Menschenrechtspreis ausgezeichnet.

Weimar, 10. Dezember 2021 | Die deutsche Stadt Weimar ehrt den inhaftierten kurdischen Politiker und Anwalt Selahattin Demirtaş mit ihrem diesjährigen Menschenrechtspreis. Damit wird sein Einsatz für eine friedliche Lösung der Situation der Kurden, Glaubensfreiheit und Gleichberechtigung der Menschen in der Türkei gewürdigt, wie die Stadt am Freitag mitteilte. Der ehemalige Präsidentschaftskandidat und sozialdemokratische HDP-Oppositionspolitiker sitzt laut Stadtangaben seit 2016 unrechtmäßig in Haft.

Beispielhaft für Verfolgung unter Erdogan

Das Schicksal des 48-Jährigen stehe beispielhaft für die zunehmende Verfolgung von Menschenrechtlern und Politikern in der Türkei, die öffentlich ein Ende von Willkür, Rechtlosigkeit und Minderheitenunterdrückung forderten, begründete die Stadt die Entscheidung für Demirtaş. Mit der Verleihung solle daher ein Zeichen für mehr Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit in der Türkei gesetzt werden.

Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung soll am Abend stellvertretend der Bruder des 48-Jährigen in Weimar entgegennehmen. Der Menschenrechtspreis wird seit 1995 von der Stadt verliehen. Er wird alljährlich am 10. Dezember vergeben, dem von der UNO deklarierten Internationalen Tag der Menschenrechte.

(red/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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3 Kommentare
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Herwig
11. 12. 2021 12:37

Ein “kleiner Preis” – und eine große Geste! Recep Tayyip Erdoğan wird diese Geste nicht gefallen. Europa bezahlt Unsummen und akzeptiert Menschenrechtsverletzungen im großen Stil! Wer genauer hinschaut und die Beweggründe dieses Tuns beleuchtet, wird sehen — wir wollen nicht helfen während wir den Großteil der Recourcen der Welt verbrauchen…. Während wir E-Bikes fahren verhungern in Flüchtlingslagern Menschen …. und Erdoğan ist Meister dieses “Spiels” ….

nikita
10. 12. 2021 18:44

Ich gratuliere ihm herzlich und hoffe, daß er seine Freiheit bald wieder erlangt.
Selahattin Demirtaş hat sich den Preis redlich verdient. Leider wird er selbst nicht viel davon haben.
Österreich hat auch eine lange Tradition die Kurden zu unterstützen. Für Ferdinand Hennerbichlers Buch “Die für die Freiheit Sterben” “Geschichte des Kurdischen Volkes” verfasste 1988 Bruno Kreisky ein Vorwort.
Erdogan der Zerstörer möge in der Hölle schmoren.

Zuletzt bearbeitet 5 Monate zuvor von nikita
Bastelfan
10. 12. 2021 16:55

Man fragt sich, warum diktatoren nicht einfach ausgeschaltet werden.