Samstag, Juni 22, 2024

YesWeCare Lichterkette: »Zeigen, dass es reicht«

#YesWeCare Lichterkette

Mit der Volkshilfe gibt es einen weiteren Unterstützer der geplanten Lichterkette um den Ring in Wien im Gedenken an die Opfer der Pandemie. Am Sonntag um 19:00 soll ein Zeichen der Unterstützung des Gesundheitspersonals gesetzt werden, dass immer öfter angegriffen und angefeindet wird.

Wien, 17. Dezember 2021 | Rund 13.000 Menschenleben hat die Pandemie in Österreich bereits gekostet und die Zahl wird weiter steigen. Dennoch finden wöchentlich überall im Land Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen statt. Mittlerweile werden Krankenhäuser blockiert, Pflegepersonal wird attackiert, angegriffen und bedroht. Ein Zustand, den man bei der Volkshilfe nicht mehr hinnehmen möchte. Bei einer Pressekonferenz am Freitag erklärte dei Volkshilfe ihre Unterstützung für dunter anderem von Künstler Daniel Landau initiierten Lichterkette unter dem Motto #YesWeCare. Die Gesundheitskrise sei auch zu einer Belastungskrise geworden. „Es geht auch darum aufzustehen gegen Radikalisierung und Verhetzung“ so Volkshilfepräsident Ewald Sacher. Er verstehe, dass Menschen Angst vor neuen wissenschaftlichen Entwicklungen hätten, so Michael Häupl, ebenfalls Volkshilfepräsident. Was er nicht mehr verstehe sei, diese Sorgen dann von Neonazis, Faschisten und Rechtsextremen instrumentalisieren zu lassen. „Diese Gruppen wollen sich nur auf die Sorgen und Ängste setzen, um ihr Machtpotenzial auszubauen. Das kennen wir, so fremd ist uns das aus der Geschichte nicht“ warnt Häupl.

Unterstützung für Gesundheitspersonal

„Unsere Mitarbeiter sind traumatisiert und verstehen nicht, warum der Groll sie trifft, die doch nur Menschen helfen wollen“ sagt die ebenfalls anwesende Geschäftsführerin der Volkshilfe Oberösterreich, Jasmin Chansri. Zu ihrem Team gehört jene Pflegerin, die vor wenigen Tagen von einem wütenden Mob eingekreist, bedroht, beschimpft und schließlich mit Kaffee übergossen wurde. Sie war in ihrer Dienstkleidung am Weg zu einer betreuenden Person. „Die Mitarbeiterin hat Angst. Wir arbeiten sowieso schon unter sehr schweren Bedingungen, es muss mit so etwas einfach Schluss sein“, so Chansri.

Die Lichterkette will sich daher dezidiert auch als Zeichen der Unterstützung für das Gesundheitspersonal verstehen. Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres ergänzt: „Seit fast zwei Jahren leisten alle Gesundheitsberufe Übermenschliches. Sie tun ihr Allerbestes, um Patienten unter widrigsten Arbeitsbedingungen zu versorgen. Ich verstehe die Demonstrationen vor Krankenhäusern nicht. Ich frage mich, wogegen demonstrieren diese Leute und finde keine Antwort darauf“.

Bannmeile um Krankenhäuser

Aufgrund der mehr werdenden Demonstrationen vor Spitälern und Gesundheitseinrichtungen fordert Szekeres daher eine Bannmeile, um weitere Behinderungen, Attacken und Drohungen zu verhindern. Unterstützung erhält er von Barbara Teiber, Gewerkschaftschefin der GPA-djp. „Wenn es beim Parlament geht, muss es bei Krankenhäusern auch gehen“, so Teiber. Die Kolleginnen und Kollegen seien psychisch und physisch am Ende, jetzt komme noch die Angst dazu attackiert, oder angepöbelt zu werden. Daher sei die Lichterkette ein wichtiges Zeichen „um zu zeigen, dass die Mehrheit der Bevölkerung auf ihrer Seite ist“.  In den Gesundheitsberufen fühle man sich im Stich gelassen, es sei bekannt, wie schwer und verbesserungswürdig die Arbeitsbedingungen seien. Von Seiten der Politik sehe man aber kein Zeichen, dass etwas besser werden solle. Teiber appellierte daher an die Politik, es brauche nun harte Fakten, um durchhalten zu können.

(bp)

Titelbild: APA Picturedesk

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