Freitag, Juli 19, 2024

Pro-iranischer Hackerangriff auf die »Jerusalem Post« – »Wir sind nah an Euch dran«

»Wir sind nah an Euch dran«

Die israelische Zeitung „Jerusalem Post“ ist erneut zum Ziel eines pro-iranischen Hackerangriffs geworden. Statt der Nachrichteninhalte war eine Explosion zu sehen.

Jerusalem, 04. Jänner 2022 | Pro-iranische Hacker haben am Montag die Webseite der israelischen Zeitung “Jerusalem Post” sowie das Twitter-Konto der Tageszeitung “Maariv” vorübergehend lahmgelegt. Statt der Nachrichteninhalte war ein Modellbild des israelischen Atomreaktors in der Wüstenstadt Dimona zu sehen, das mit einer Rakete zur Explosion gebracht wird.

„Wir sind nah an Euch dran“

Die Rakete wird von einer zur Faust geballten Hand aus einem Ring abgefeuert, wie ihn der vor genau zwei Jahren bei einem US-Drohnenangriff im Irak getötete iranische General Qassem Soleimani trug. Daneben steht auf Englisch und Hebräisch: “Wir sind nah an Euch dran, wo ihr nicht daran denkt.”

Inzwischen sind die Webseite der Zeitung und das Maariv-Konto wieder in ihrem normalen Zustand. Es sei unklar, ob die Hacker sich im Iran aufhielten oder aus einem anderen Land heraus agierten, schrieb die “Jerusalem Post”. Ebenfalls sei nicht deutlich, ob sie in staatlichem Auftrag unterwegs seien.

Nicht das erste Mal

Die Zeitung war schon in der Vergangenheit Ziel pro-iranischer Hacker gewesen. Im Mai 2020 war auf der Webseite ein Bild der brennenden Stadt Tel Aviv erschienen. Darauf war dargestellt, wie der damalige israelische Regierungschef Benjamin Netanyahu im Meer nach einem Rettungsring greift – mit der Überschrift “Seid bereit für eine Überraschung”.

Teheran sieht Israel als Erzfeind. Die Zerstörung des jüdischen Staates und die “Befreiung Palästinas” gehören seit vier Jahrzehnten zur außenpolitischen Doktrin des Landes. Soleimani war auf Befehl des damaligen US-Präsidenten Donald Trump am 3. Jänner 2020 bei einem Besuch in Bagdad mit einem US-Drohnenangriff getötet worden. Teheran erklärte, der Anschlag gefährde den Frieden in der Region, und fordert seine Verurteilung durch die Vereinten Nationen.

(red/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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