Dienstag, Juni 18, 2024

Polizisten mobilisieren gegen Coronamaßnahmen

Das ist ein Unterüberschrift

600 Polizisten haben einen offenen Brief geschrieben. Darin fordern sie das Aus für die Impfpflicht und 3G am Arbeitsplatz. Statt der Impfung wollen sie über “andere Therapieansätze” diskutieren.

Wien, 11. Jänner 2022 | Auf Telegram, wo sich auch Coronaleugner und Rechtsradikale für ihre Coronademos organisieren, haben sich 600 Polizisten zusammengefunden, die gegen Coronamaßnahmen mobilisieren. Ihr Sprecher ist der Polizeiseelsorger der Landespolizeidirektion Wien, Uwe Eglau. Die Landespolizeidirektion wollte diesen Umstand nicht kommentieren und verwies auf das Innenministerium. Neben Eglau unterzeichneten Polizisten aus Niederösterreich und Tirol einen offenen Brief an Innenminister Gerhard Karner.

In ihrem Brief fordern die Polizisten das Aus für die Impflicht und Coronamaßnahmen wie 3G am Arbeitsplatz. Obwohl sie “keine Impfgegner” seien, sehen sie ungeimpfte Kollegen und Bürger “diskriminiert”. Nach Ansicht der Gruppe sei die geplante Impflicht nicht rechtskonform. Die Polizisten behaupten, impfkritische Stimmen würden “unterdrückt”, das Recht auf freie Meinungsäußerung “untergraben”.

Polizisten für “alternative Behandlungsmethoden”

Anstelle des “Impfnarrativs” will die Gruppe eine Diskussion über “alternative” Behandlungsmethoden führen. Ist damit das in Impfgegnerkreisen propagierte Entwurmungsmittel Ivermectin gemeint? Der Sprecher der Gruppe war telefonisch nicht erreichbar. In ihrem Brief wiederholen die Polizisten falsche Äußerungen, die auch in Impfgegnerkreisen kursieren, etwa, dass die Impfung keinen ausreichenden Schutz vor Ansteckung” biete, und dass “Nebenwirkungen nicht ausreichend geprüft” wären.

Die 600 Polizisten solidarisieren sich ausdrücklich mit den Demonstranten, die jeden Samstag die Wiener Innenstadt lahmlegen. Ihnen wollen sie nicht “drohend gegenüberstehen” müssen, denn sie brächten den “zunehmenden Unmut der Bevölkerung” “größtenteils friedlich” zum Ausdruck. Bei den Demonstrationen kommt es regelmäßig zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Wiederholt entstanden Fotos und Videos, die zeigen, wie hochrangige Offiziere sich mit Demonstranten solidarisieren. Bei Gegendemonstrationen schritt die Polizei immer wieder scharf ein.

Inneministerium antwortet

Für den Fall, dass ihre Forderungen nach einem Aus für Impflicht und 3G nicht erfüllt werden, drohen die Polizisten mit Kündigung und stellen “personelle Engpässe” in Aussicht. Ein Sprecher des Innenministeriums sagt gegenüber ZackZack: “Wir bedanken uns bei allen Polizistinnen und Polizisten, die seit vielen Monaten die notwendigen Maßnahmen gewissenhaft umsetzen.” Insbesondere die 3G-Regel sei eine wesentliche Maßnahme zum Schutz der Beamten und der Bevölkerung. Den Forderungen der 600 Polizisten erteilt das Ministerium indirekt eine Absage und verweist auf die Impfquote von 85 Prozent in der Polizei. Sie zeige, dass die Coronamaßnahmen in der Exekutive “sehr gut angenommen” würden.

(tw/bp)

Titelbild: APA Picturedesk

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