Dienstag, Juni 25, 2024

Corona-Prävention durch Cannabis

Hanf wird in der Medizin häufig zur Behandlung von chronischen Schmerzen und zahlreichen Krankheiten eingesetzt. Nun hat eine Studie der Oregon State University ergeben, dass die in der Hanfplanze enthaltenen Cannabinoide eine vorbeugende Wirkung gegen eine Corona-Infektion haben.

Wien, 14. Jänner 2022 | In den vergangenen Jahren haben Hanfprodukte einen großen Einzug in den Handel gefunden. Den CBD-Geschäften, die mittlerweile an jeder Ecke zu finden sind, kann man nicht mehr entkommen. Nun könnten diese aber auch in der Pandemiebekämpfung zum Einsatz kommen. Laut Forschern der Oregon State University in den USA können die in Hanf enthaltenen Cannabinoidsäuren den Eintritt des Coronavirus in gesunde Zellen blockieren und so eine Erkrankung aufhalten.

Bindungen an das Spike-Protein

Im „Journal of Natural Products” wurde ein Forschungsbericht veröffentlicht, der belegt wie Cannabinoide eine Coronainfektion verhindern können. Die zwei Cannabinoidsäuren Cannabigerolsäure (CBGA) und Cannabidiolinsäure (CBDA) die häufig in verschiedenen Hanfsorten zu finden sind, können sich an das Spike-Protein von SARS-Cov2, dem Virus, das eine Coronainfektion verursacht, binden. Das Spike-Protein ist derselbe Teil des Virus, auf den die Covid-19-Impfstoffe und Antikörpertherapien abzielen.

Durch diese Verbindungen kann das Virus daran gehindert werden in gesunde Zellen einzudringen und eine Infektion auszulösen. „Diese Cannabinoide, isoliert oder in Hanfextrakten, haben eine orale Bioverfügbarkeit und eine lange Geschichte der sicheren Anwendung beim Menschen. Sie haben das Potenzial, eine Infektion mit SARS-CoV-2 zu verhindern und zu behandeln.”, schreiben die Forscher in einer Zusammenfassung der Studie. Eine „orale Bioverfügbarkeit“ misst den prozentuellen Anteil des Wirkstoffs eines Arzneimittels, der unverändert im Organismus zur Verfügung steht.

Gegen neue Varianten wirksam

Die Studie wurde von Richard Van Breemen geleitet, einem Forscher des „Global Hemp Innovation Center“. Laut Van Breeman sind die untersuchten Cannabinoide weit verbreitet und leicht verfügbar. „Sie sind keine kontrollierten Substanzen wie THC, der psychoaktive Inhaltsstoff von Marihuana und haben ein gutes Sicherheitsprofil beim Menschen.” Obwohl weitere Forschungen erforderlich sind, stellte Van Breemen fest, dass die Studie zeigt, wie Cannabinoide zu Medikamenten zur Vorbeugung oder Behandlung von Covid-19 entwickelt werden könnten.

Außerdem wies Van Breemen darauf hin, dass die Säuren CBDA und CBGA auch eine Wirksamkeit gegen neu auftretende Varianten des Virus haben. „Unsere Forschung hat gezeigt, dass die Hanfverbindungen gleichermaßen wirksam gegen Varianten von SARS-CoV-2 sind, einschließlich der Variante B.1.1.7, die zuerst im Vereinigten Königreich entdeckt wurde und der Variante B.1.351, die zuerst in Südafrika entdeckt wurde. Der Forscher fügte hinzu, dass “resistente Varianten auch bei einem weit verbreiteten Einsatz von Cannabinoiden noch entstehen könnten, dass aber die Kombination aus Impfung und CBDA/CBGA-Behandlung ein viel schwierigeres Umfeld für SARS-CoV-2 schaffen sollte.”

(nb)

Titelbild: APA Picturedesk

Autor

  • Nura Wagner

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