Merz zum CDU-Vorsitzenden gewählt

Jetzt ist Merz dran. Dritten Anlauf hat es für den Wirtschaftsliberalen geklappt. Friedrich Merz ist CDU-Vorsitzender. Kann er die deutschen Konservativen nach dem Verlust des Kanzleramts einen?

Berlin, 22. Jänner 2022 | Die deutsche CDU hat den Friedrich Merz zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt. Bei einem digitalen Bundesparteitag stimmten am Samstag 915 von 983 Delegierten für den 66-Jährigen, 16 enthielten sich. Die CDU errechnete daraus eine Zustimmung von 94,62 Prozent. Die Entscheidung muss noch formal per Briefwahl bestätigt werden. Deren Ergebnis soll am 31. Jänner verkündet werden.

Wegen der Corona-Pandemie war nur die engste Führungsriege der CDU in der Parteizentrale in Berlin anwesend. Die Delegierten stimmten online ab. Merz war im Dezember in der ersten Mitgliederbefragung der CDU zum Parteivorsitz mit 62,1 Prozent zum Nachfolger des als Kanzlerkandidat gescheiterten Armin Laschet bestimmt worden. Die Wahl auf dem Parteitag galt deshalb als Formsache.

Merz attackiert Kanzler Scholz wegen Russland

In seiner Bewerbungsrede warf Merz dem deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) mangelnde Führung gerade in der Russland-Krise vor. Scholz bemühe sich zu wenig um eine Abstimmung etwa mit den USA und Russland, kritisierte der neue CDU-Chef. “Frühere Bundeskanzler hätten Führung gezeigt”.

Zudem mahnte Merz CDU und CSU in der neuen Oppositionsrolle im Bund zur Geschlossenheit. “Was wir 2021 in der Union erlebt haben, das darf sich nicht wiederholen und wird sich nicht wiederholen”, sagte er in Anspielung auf den erbitterten Streit mit CSU-Chef Markus Söder um die Kanzlerkandidatur von Laschet. Nur zusammen könnten CDU und CSU ein maximales Wählerpotenzial ausschöpfen.

Die CDU stehe vor drei großen Aufgaben gleichzeitig: Sie müsse eine überzeugende Oppositionsarbeit im Bund leisten, die in diesem Jahr anstehenden vier Landtagswahlen gewinnen und ein neues Grundsatzprogramm vorlegen. “Von diesem Parteitag geht ein kraftvolles Signal des Ausbruchs und der Erneuerung der CDU aus”, so Merz. Zugleich mahnte er, es liege auch an der Partei selbst, ob es “einen langen Weg” zurück zu alter Stärke werde.

Am Schleudersitz

Merz ist der dritte CDU-Vorsitzende innerhalb von gut drei Jahren, nachdem die damalige Kanzlerin Angela Merkel 2018 angekündigt hatte, sich nach 18 Jahren vom Parteivorsitz zurückzuziehen. Bei zwei früheren Anläufen auf den Parteivorsitz hatte der Wirtschaftsexperte im Dezember 2018 gegen Annegret Kramp-Karrenbauer und im Jänner 2021 gegen Laschet verloren.

Neben dem Vorsitzenden wollte die CDU als Konsequenz aus dem Desaster bei der Bundestagswahl mit ihrem historisch schlechtesten Ergebnis von 24,1 Prozent auch ihre komplette weitere Führungsspitze neu wählen. Der Bundestagsabgeordnete und frühere Berliner Sozialsenator Mario Czaja soll zum Generalsekretär gewählt werden. Er soll für den Wirtschaftsexperten Merz den Arbeitnehmerflügel abdecken.

Auch Stellvertreter ausgetauscht

Von den fünf bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden tritt nur die niedersächsische Bundestagsabgeordnete Silvia Breher erneut an. Für die weiteren vier Stellvertreterposten bewerben sich die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien, der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer, der baden-württembergische Bundestagsabgeordnete Andreas Jung und der Bundestagsabgeordnete und Wirtschaftsexperte Carsten Linnemann.

Für die übrigen sieben Posten im Parteipräsidium kandidieren acht Frauen und Männer, darunter die Vorsitzende der Frauen Union, Annette Widmann-Mauz, sowie der bisherige Vize-Parteichef und frühere Gesundheitsminister Jens Spahn. Von den insgesamt 54 Bewerbern für die Führungsgremien ist die Hälfte weiblich. Die Rivalen von Merz bei der Mitgliederbefragung, der Außenpolitiker Norbert Röttgen und Ex-Kanzleramtschef Helge Braun, treten nicht für einen Posten in der Parteispitze an.

Merz will die neu gewählte Führungsspitze schon am Samstagnachmittag erstmals um sich versammeln. Offiziell sind die konstituierenden Sitzungen der neuen Führungsgremien für den 7. Februar geplant.

(dpa/apa/reuters/red)

Titelbild: APA Picturedesk

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12 Kommentare
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22. 01. 2022 20:41

Super. Blackrock leitet die CDU. Goldmann Sachs ist Finazberater von Olaf Scholz. Da kann sich Deutschland auf was gefasst machen.

Toni
24. 01. 2022 11:16
Antworte auf 

Und Draghi, Ex-Goldmann-Sachs ruiniert gerade Italien.

Peer
22. 01. 2022 17:48

Friedrich Merz ist der typische Fall eines Scheinriesen. Je näher man ihm kommt, desto kleiner wird er. Aus der Nähe betrachtet, ist seine Winzigkeit unglaublich.

Samui
22. 01. 2022 16:06

Der is genau richtig. Wenn die Deutschen gscheit sind, verbannen sie die CDU auf Jahre in die Opposition.

Zapp
22. 01. 2022 17:34
Antworte auf  Samui

Bis wieder so ein Schröder kommt

Zuletzt bearbeitet 4 Monate zuvor von Zapp
22. 01. 2022 20:44
Antworte auf  Zapp

Der ist scon da. Olaf Schröder.

Toni
24. 01. 2022 11:19
Antworte auf 

Auch der Gerhard Schröder, Busenfreund von Olaf seit Jahrzehnten, ist hinter den Kulissen und manchmal auch sichtbar von seinem Berliner Büro aus (das vom Steuerzahler finanziert wird) wesentlich einflussreichen, als sich das die meisten vorstellen können. Scholz – Schröder – Gabriel arbeiten eng zusammen. Letzterer jetzt für die Deutsche Bank.

der Beobachter
22. 01. 2022 14:42

Jetzt hat es die BlackRockMarionette endlich zum Vorsitzenden geschafft und dann ist die Kanzlerschaft weg. Solche Umstände werden die Geschäftsinteressen des mächtigsten Finanzmolochs der Welt nicht unbedingt erleichtern…
Es muss heller werden Österreich!

Samui
22. 01. 2022 16:07
Antworte auf  der Beobachter

Also heute ist es relativ hell hier in NÖ.
In welch finsteren Tal lebst Du?😉

der Beobachter
22. 01. 2022 17:06
Antworte auf  Samui

Lieber Samui, wenn schon dann …finsterem…
Es muss heller werden Österreich!

Samui
22. 01. 2022 18:45
Antworte auf  der Beobachter

Trotz meiner schlechten Grammatik, haben Sie mich aber dahin verstanden.
Das Ausbessern von Tippfehlern oder grammatikalischen Schwächen in einem Forum halte ich , übrigens für kleingeistig…

der Beobachter
22. 01. 2022 19:07
Antworte auf  Samui

Nein lieber Samui und es ist auch nicht böse gemeint. Sprachlichkeit (dazu gehört auch die Verschriftlichung) und ihre Ungenauigkeiten sind der Anfang allen Übels in der Kommunikation und verursacht Missverständnisse. Missverständnisse die bis zu Kriegen führen, nur weil man das Gegenüber falsch verstanden, bzw. interpretiert hat. Diesbezüglich bin ich sehr strikt (auch mir selbst gegenüber). Wie gesagt, lieber Samui, das war nicht (auch wenn es so rüberkommen sollte) böse gemeint.
Es muss heller werden Österreich!