Dienstag, Juni 25, 2024

»SK Management GmbH« – Altkanzler gründet Unternehmen in NÖ

»SK Management GmbH«

Wie am Dienstag bekannt wurde, gründete der in Korruptionsermittlungen verwickelte ehemalige Bundeskanzler Sebastian Kurz ein Unternehmen in Niederösterreich. 

Wien, 25. Jänner 2022 | Ex-Kanzler Sebastian Kurz hat laut Berichten von “heute” und “Kronen Zeitung” eine Firma in Niederösterreich gegründet. Die “SK Management GmbH” soll dazu dienen, künftige wirtschaftliche Tätigkeiten des ehemaligen ÖVP-Chefs zu verwalten, etwa, wenn Kurz selbst in Start-ups investiere oder bezahlte Vorträge halte. Kurz ist laut Firmenbuch Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter des im Bezirk Horn angesiedelten Unternehmens, die Stammeinlage der GmbH beträgt 35.000 Euro.

Unternehmensberatung, Beteiligungen, Managementdienstleistungen

Es sei ihm wichtig, Steuern aus allfälligen Beteiligungen in Österreich zu zahlen, zitierten “heute” und “Krone” Stimmen aus dem Umfeld von Kurz. Als Geschäftszweig wird laut Firmenbuch das “Halten von Beteiligungen”, “Beteiligungsverwaltung”, “Erbringung von Managementdienstleistungen” und “Unternehmensberatung” genannt.

Die Firmengründung ist nicht die einzige berufliche Tätigkeit des Ex-Kanzlers: Ende des Vorjahres war bekannt geworden, dass der im Vorjahr unter Korruptionsverdacht als Bundeskanzler und ÖVP-Chef zurückgetretene Kurz bei der US-Firma Thiel Capital als “Global Strategist” einsteigt – einer Firma des deutschstämmigen US-Investors Peter Thiel und Unterstützers des früheren US-Präsidenten Donald Trump. Thiel fiel in der Vergangenheit mit demokratiepolitisch bedenklichen Sagern auf. Der überzeugte Libertäre schrieb 2009 in einem Essay für das amerikanische Cato-Institut, Zentrum der libertären Weltanschauung: “Ich glaube nicht länger, dass Freiheit und Demokratie miteinander vereinbar sind.”

Anfang Jänner teilte die ÖVP dann mit, dass Kurz Co-Vorsitzender des Europäischen Rats für Toleranz und Versöhnung (European Council on Tolerance and Reconciliation/ECTR) wird. Dieser setzt sich für Toleranz für das jüdische Leben in Europa, gegen Antisemitismus und gegen die Leugnung des Holocaust ein. Er soll in der neuen ehrenamtlichen Tätigkeit seine internationalen Kontakte einbringen, hieß es.

Kurz, der im Dezember unter zunehmenden Druck rund um die Korruptionsermittlungen stand, trat damals laut eigener Aussage wegen seines Neugeborenen Sohnes von allen politischen Ämtern zurück.

(bf/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

Autor

  • Benedikt Faast

    Redakteur für Innenpolitik. Verfolgt so gut wie jedes Interview in der österreichischen Politlandschaft.

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