Montag, Juni 17, 2024

Aktion am Stephansplatz gegen Vergewaltigungen im Ukraine-Krieg

Im Ukraine-Krieg sollen russische Soldaten auf brutale Methoden zurückgreifen. Zahlreiche Opfer und Augenzeugen berichten von Vergewaltigungen an Frauen, Jugendlichen und Kindern. Eine Aktion am Wiener Stephansplatz hat auf diese Verbrechen aufmerksam gemacht.

Wien, 15. April 2022 | In einer stummen Aktion am Stephansplatz hat die NGO Unlimited Democracy am Gründonnerstag ein Zeichen gegen Vergewaltigungen und sexuelle Gewalt russischer Soldaten an ukrainischen Menschen gesetzt.

Mehrere junge Frauen verteilten sich in weißer Kleidung mit roten Flecken entweder stehend, liegend oder sitzend vor dem Stephansdom. Viele hielten Tulpen oder Plakate in der Hand. Die Aktion hatte das Ziel, die „abscheulichen Taten der russischen Armee zu beleuchten, die aktuell inmitten Europas gegen unschuldige Menschen ausgerichtet sind“, wie es in einer Presseaussendung der NGO hieß.

Opferberichte

Die Teilnehmer der Demonstration haben Berichte von Opfern gesammelt und veröffentlicht. So heißt es darin etwa:

„Ich bin 14 Jahre alt, ich wurde von 5 russischen Soldaten vergewaltigt. Ich bin jetzt schwanger“ – Stadt Bucha, Ukraine

„In meinem Haus lebten russische Soldaten. Sie vergewaltigten mich vor den Augen meines 6-jährigen Sohnes“ – Stadt Mariupol, Ukraine

„Ich bin eine Studentin aus dem Donbas, 20 Jahre alt, wurde von fünf russischen Soldaten vergewaltigt“ – Donbass-Gebiet, Ukraine

Fotostrecke vom Stephansplatz. Quelle: Alisa Husieva.

Eine ähnliche Aktion fand auch in der estnischen Hauptstadt Tallinn vor der russischen Botschaft statt.

UNO will Untersuchungen einleiten

Im Zuge des Rückzugs der russischen Truppen aus den Vororten rund um Kiew waren zahlreiche Berichte über barbarische Foltermethoden der Russen bekannt geworden. Etliche NGOs arbeiten momentan daran, diese Berichte zusammenzutragen, um gegen die Täter vorgehen zu können. Die Vereinten Nationen haben dazu aufgerufen, die zunehmenden Berichte über Vergewaltigungen und sexuelle Gewalt gegen ukrainische Frauen und Kinder während der russischen Invasion der Ukraine unabhängig zu untersuchen.

Zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelenskij einen Tag nach seinem Besuch in Butscha das Thema vor dem UN-Sicherheitsrat angesprochen und die UNO zum Handeln aufgefordert.

(nb)

Titelbild: Masha Golub

Autor

  • Nura Wagner

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