Aktion am Stephansplatz gegen Vergewaltigungen im Ukraine-Krieg

Im Ukraine-Krieg sollen russische Soldaten auf brutale Methoden zurückgreifen. Zahlreiche Opfer und Augenzeugen berichten von Vergewaltigungen an Frauen, Jugendlichen und Kindern. Eine Aktion am Wiener Stephansplatz hat auf diese Verbrechen aufmerksam gemacht.

Wien, 15. April 2022 | In einer stummen Aktion am Stephansplatz hat die NGO Unlimited Democracy am Gründonnerstag ein Zeichen gegen Vergewaltigungen und sexuelle Gewalt russischer Soldaten an ukrainischen Menschen gesetzt.

Mehrere junge Frauen verteilten sich in weißer Kleidung mit roten Flecken entweder stehend, liegend oder sitzend vor dem Stephansdom. Viele hielten Tulpen oder Plakate in der Hand. Die Aktion hatte das Ziel, die „abscheulichen Taten der russischen Armee zu beleuchten, die aktuell inmitten Europas gegen unschuldige Menschen ausgerichtet sind“, wie es in einer Presseaussendung der NGO hieß.

Opferberichte

Die Teilnehmer der Demonstration haben Berichte von Opfern gesammelt und veröffentlicht. So heißt es darin etwa:

„Ich bin 14 Jahre alt, ich wurde von 5 russischen Soldaten vergewaltigt. Ich bin jetzt schwanger“ – Stadt Bucha, Ukraine

„In meinem Haus lebten russische Soldaten. Sie vergewaltigten mich vor den Augen meines 6-jährigen Sohnes“ – Stadt Mariupol, Ukraine

„Ich bin eine Studentin aus dem Donbas, 20 Jahre alt, wurde von fünf russischen Soldaten vergewaltigt“ – Donbass-Gebiet, Ukraine

Fotostrecke vom Stephansplatz. Quelle: Alisa Husieva.

Eine ähnliche Aktion fand auch in der estnischen Hauptstadt Tallinn vor der russischen Botschaft statt.

UNO will Untersuchungen einleiten

Im Zuge des Rückzugs der russischen Truppen aus den Vororten rund um Kiew waren zahlreiche Berichte über barbarische Foltermethoden der Russen bekannt geworden. Etliche NGOs arbeiten momentan daran, diese Berichte zusammenzutragen, um gegen die Täter vorgehen zu können. Die Vereinten Nationen haben dazu aufgerufen, die zunehmenden Berichte über Vergewaltigungen und sexuelle Gewalt gegen ukrainische Frauen und Kinder während der russischen Invasion der Ukraine unabhängig zu untersuchen.

Zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelenskij einen Tag nach seinem Besuch in Butscha das Thema vor dem UN-Sicherheitsrat angesprochen und die UNO zum Handeln aufgefordert.

(nb)

Titelbild: Masha Golub

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26 Kommentare
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16. 04. 2022 7:56

Ist auf dem Stephansplatz noch Platz? Für die Opfer in Syrien, in Palästina, im Irak und im Jemen? Schon, aber die passten nicht ins Konzept? Jetzt bin ich aber überrascht!

Antiparteiisch
17. 04. 2022 2:28
Antworte auf 

Für die österr. Opfer der Syrer, Afghanen und Co.?

Pflichtfeld
17. 04. 2022 2:28
Antworte auf 

Allein der Irakkrieg (1+2) kostete etwa 1 Million Zivilisten* das Leben.
Die (wie in der Ukraine) medienwirksam durchs Bild zu tragen dauert Jahre.

Das Verbrechen der jemenitischen Bevölkerung lag darin eine schiitische Regierung zu wählen.
Seit diesem Zeitpunkt wird der ganze Jemen von den saudischen Wahhabiten aus sicheren 15.000 Metern Höhe bombardiert und in Schutt und Asche gelegt. Ein Ende ist nicht absehbar.
Die Flugzeuge und Bomben dazu kommen bis heute zu einem guten Teil aus der EU.
Was solls, Geld stinkt nicht und bei einer Onlineüberweisung gibt es auch keine Blutspritzer.

*Das waren echte Zivilisten, in der Ukraine wurden Kriegswaffen medienwirksam an Zivilisten verteilt.
No na net werden russische Soldaten auf diese Personen schießen und nicht sagen “Feuer einstellen, der hat eine Jean an”.

plot_in
16. 04. 2022 1:57

Zur Angriffs-Kriegsstrategie: Man schickt die unbedarften Rekruten und minderen Dienstgrade vor. Kanonenfutter. Diese bereiten das Feld. Das sind Menschen wie du und ich, die auch sonst kaum jemals jemandem etwas zu Leide tun könnten. Sie werden, in ein Zwangssystem gepresst, gezwungen. Sie stehen unter ständiger Todesgefahr. Sie haben Angst. Und deswegen sind sie keine Schlächter.

Dahinter werden die Schlächter geschickt. Sie agieren aus sicherer Position. Sie sind ie in Gefahr, weil sie erst dann zum Einsatz kommen, wenn andere ihnen einen Korridor der Sicherheit geschlagen haben. Es sind jene, die Lust dabei empfinden, andere zu demütigen und abzuschlachten. Aus sicherer Position: Sonst würden sie sich niemals “einsetzen”.

Serienmörder agieren immer aus sicherer Position. Sie können ihre Geilheit kontrollieren. Und geil, wie sie sind, nutzen sie die Chance, wenn sie im Leo sind. Putin weiß das. Schlächter sind feig aber geil. Krieg ist ihr feiges, zerstörisches Metier.

Pflichtfeld
15. 04. 2022 19:38

Die Vorwürfe können stimmen – oder ganz grausliche Propaganda sein,
was unseren Krawall- und Qualitätsmedien* aber bekanntlich vollkommen egal ist.
Weil “die Haltung” nur eine einzige Sichtweise zulässt.
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, […] dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache“ (Hanns Joachim Friedrichs)

*hab vergessen wo der Unterschied ist

baer
15. 04. 2022 22:31
Antworte auf  Pflichtfeld

Haben sie die Interviews mit den betroffenen Frauen nicht gesehen? Ah so, sie schauen ja kein ORF weil das könnte ja Propaganda sein. Traurig, dass sie so blind sind und so weltfremd.

Pflichtfeld
16. 04. 2022 0:01
Antworte auf  baer

Es herrscht Krieg.
Da hab ich schon heulende Teenager vor einem UNO-Ausschuss gesehen die als Augenzeugen etwas von “Brutkästen” und “Babymördern” berichtet haben.
Nur zur Erinnerung: https://www.youtube.com/watch?v=Ti7oC2mzX3o
Augenblicklich war das amerikanische und europäische Volk kriegsgeil hoch 3.

Wer als Außenstehender zu diesem Zeitpunkt auch nur ein einziges Wort glaubt
hat 0 (in Worten: NULL) Medienkompetenz.
Es ist bei uns im Wertewesten sogar verboten zu fragen was Putin dazu bewegen könnte seine Soldaten zurückzurufen.

In diesem Sinne: Wer kriegsgeil ist soll sich feste Schuhe anziehen und richtung Osten marschieren.
Pro-Tipp von meinem Opa: Warme Jacke mitnehmen. In Stalingrad ist es derzeit noch ein bisserl frisch.

Sig
16. 04. 2022 6:41
Antworte auf  Pflichtfeld

Das ist ein unzulässiger Schluss, dass solche Berichte “kriegsgeil” machen. Wer so tickt, hat ein Problem. Die Leute, die ich kenne reagieren mit Mitgefühl und bei ihnen entsteht vor allem eines… DER WUNSCH NACH FRIEDEN UND DANACH, DASS DAS AUFHÖRT!

Das ist schon erstrebenswert und das ist auch der Hintergrund für die Aktion am Stephansplatz, sie Pfeife!

baer
16. 04. 2022 0:12
Antworte auf  Pflichtfeld

Sorry, das ist Unsinn. In allen Kriegen werden/wurden Frauen vergewaltigt, zu allen Zeiten und in allen Teilen der Welt. Das hat nichts mit Kriegsgeilheit zu tun sondern mit Tatsachen denen man ins Auge blicken sollte. Frauen und Kinder sind immer die ersten Opfer des Krieges. Auch wenn sie das negieren, der Krieg wird trotzdem nicht aufhören. Und sparen sie sich bitte ihre Polemik bei so einem ernsten Thema passt das nicht.

plot_in
16. 04. 2022 2:03
Antworte auf  baer

Natürlich ist das Unsinn, was Pflicht*feld schreibt. Es ist seine Pflicht, das zu schreiben. Ich weiß nicht, wie man so am Geld hängen kann, dass man sich für sowas hergibt. Aber es so.

Pflichtfeld
16. 04. 2022 2:51
Antworte auf  plot_in

Muss Sie leider enttäuschen.
Bekomme weder Dollar noch Rubel. Nicht einmal Euro.
Bin nur ein bisserl schwerer zu verarschen als der Durchschnitt weil ich keine Angst davor habe Dinge zu hinterfragen.
Eine der ersten Fragen in einem Krieg lautet immer: Cui bono?
In diesem speziellen Fall werden die USA als große Gewinner herausgehen.
Russland wird verlieren, Europa wird verlieren – und was die Ukraine will interessiert von den maßgeblichen Geostrategen absolut niemanden.

Empfehle zum besseren Verständnis dieses Buch von Zbigniew Brzeziński:
“Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft”
Der Typ war nicht irgendwer, sondern Sicherheitsberater von Jimmy Carter bis Obama II. Sie brauchen nicht nachrechnen, das sind mehr als 50 Jahre, in denen seine Vorstellungen von den globalen Machtverhältnissen die US-amerikanische Kriegspolitik prägte.

Pflichtfeld
16. 04. 2022 0:34
Antworte auf  baer

Ich schrieb von gezielten, mit großem Aufwand produzierten und von den Medien willig verbreiteten Lügen (Hufeisenplan, Chemiewaffen, Brutkästen, …) die nur einem einzigen Zweck dienten: Uns in Kriegslaune zu versetzen.

Meine Anschuldigungen sind daher weder Polemik noch Verschwörungstheorie.

baer
16. 04. 2022 9:29
Antworte auf  Pflichtfeld

“Ich bin auf Propaganda hereingefallen, die die Kriegsverbrechen in der Ukraine leugnet”. Entspricht diese Aussage nicht eher den Tatsachen als das, was sie uns hier weismachen wollen?

Sig
16. 04. 2022 6:37
Antworte auf  Pflichtfeld

Lass mich raten…. Die Quelle der geistigen Ergüsse iiiist….. Trommelwirbel….. “TELEGRAM”!?

Pflichtfeld
16. 04. 2022 23:50
Antworte auf  Sig

Muss Sie leider enttäuschen.
Nix Telegram.
Auch kein Telegram für Intellektuelle (genannt:Twitter)
Nicht einmal Facebook (obwohl ich für diese Plattform das richtige Alter hätte).
Stattdessen übernehme ich – um mir eine Meinung bilden zu können – die Arbeit der “Qualitäts-Medien” und ackere mich durch viele, viele Seiten Datenmaterial.
Kleine Kostprobe: https://www.occrp.org/en/the-pandora-papers/pandora-papers-reveal-offshore-holdings-of-ukrainian-president-and-his-inner-circle

Sie können die Seriösität dieser Plattform gerne überprüfen.

Wünsche noch ein friedliches Osterfest.

Adam Rhau
15. 04. 2022 17:53

Vielleicht wäre es buchstäblich näherliegend, gegen Vergewaltigungen am Linzer Hauptbahnhof zu demonstrieren. Die Täter wurden übrigens inzwischen aus der Untersuchungshaft entlassen…

Sig
16. 04. 2022 6:36
Antworte auf  Adam Rhau

Schon wieder ein Nachweis dafür, wie unfassbar schlecht der Mensch mit gewissen Wahrheiten klar kommt. Macht einem Angst. Wie sollen wir jemals in der Lage sein die weltweite Situation zu verbessern mit solchen mindsets.

Adam Rhau
16. 04. 2022 19:36
Antworte auf  Sig

Die übliche Bobo-Fernstenliebe…

Samui
15. 04. 2022 18:20
Antworte auf  Adam Rhau

Genau solche Posts hab ich erwartet.
Erbärmlich….

plot_in
16. 04. 2022 2:04
Antworte auf  Samui

Erwartet? Gewusst! Scho wird wiedr abgelenkt. Da die guten russischen Vergewaltiger, dort die (möglicherweise gar nicht, aber aghanischen (!)) bösen Vergewaltiger.

Friede
15. 04. 2022 13:39

So super! Würd nur gern wissen, wann so eine Aktion zustande kommt. Hab leider zuvor nix gehört davon, sonst hätte ich mitgemacht.

Pflichtfeld
15. 04. 2022 22:41
Antworte auf  Friede

“Unlimited Democracy – Verein zur Förderung der Demokratisierung”
ist eine Vorfeldorganisation der aktuellen ukrainischen Regierung.

Glauben Sie mir: Deren Medienreichweite ist gleich gut abgesichert wie deren Finanzierung (in US-$).
Das einzige was die brauchen sind Europäer die deren Narrativ 1:1 glauben.

baer
16. 04. 2022 9:31
Antworte auf  Pflichtfeld

Sie fallen auch auf jeden Scheiß herein, stimmts? Hauptsache ihre niederen Instinkte werden bedient.

Sig
16. 04. 2022 6:33
Antworte auf  Pflichtfeld

Hä? Wären sie so lieb und würden sie bitte in Worten ausführen, was genau sie meinen mit dem Post? Unterstellen sie der Aktion am Stephansplatz die Bsicht irreführend einzuwirken????

Pflichtfeld
16. 04. 2022 23:10
Antworte auf  Sig

Selbstverständlich wird mit solchen Aktionen versucht eine negative Grundstimmung im Volk zu wecken bzw. zu verstärken.

Das erkennt man auch sehr gut an der Titulierung der jeweiligen Staatsoberhäupter.
Frankreich bombte “zwecks der Demokratie” aus der Luft vor ganz wenigen Jahren Tripolis und somit Libyien* flach und Sarkosy wurde von unseren Medien weiterhin “Präsident” genannt.
Der ebenfalls vom Volk gewählte Putin marschiert (aus welchen Gründen auch immer) in die Ukraine ein und ist ein “Tyrann”, “Despot”, “Diktator” und “Mörder”.
Fällt Ihnen was auf ??

*Gar nicht Fun-Fact: Heute hat Libyen 3 Regierungen gleichzeitig.
1 x Fundamentalistisch religiös
1 x Diktatorisch-Militärisch (General Haftar)
1 x International anerkannt (sitzt in Paris, wurde von uns eingesetzt aber NIE gewählt)

plot_in
16. 04. 2022 2:05
Antworte auf  Pflichtfeld

Na, das will ich doch hoffen! Den Propagandakrieg gewinnen Sie nicht.