Freitag, Februar 23, 2024

ÖVP-Wien: »Wien kam besser durch die Krise als der Rest«

Wird Köstinger nicht gefallen

Der großen Wien-Kritikern Elisabeth Köstinger dürfte das ganz und gar nicht gefallen. Im “Kurier”-Interview lobten der Wiener Wirtschaftskammerpräsident Walter Ruck und der designierte ÖVP-Wien-Chef Karl Mahrer das rot-pinke Wien.

Wien, 15. April 2022 | Es war in der Pandemie wie das Amen im Gebet: wenn Wien eine Entscheidung zu Corona-Maßnahmen traf, konnte man am nächsten Tag mit einer Presseaussendung der Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger, die darin die Bundeshauptstadt kritisierte, rechnen. Die Verstimmungen zwischen Wien und Köstinger reichen bis zum Beginn der Pandemie zurück, als die Landwirtschaftsministerin die Bundesgärten in Wien geschlossen gehalten hatte.

Am Donnerstag gaben die beiden hochrangigen ÖVP-Vertreter Walter Ruck (Wirtschaftskammer Wien-Präsident) und der designierte ÖVP-Wien-Obmann Karl Mahrer dem “Kurier” ein Interview. Deren Aussagen über das Coronamanagement der Hauptstadt dürften Köstinger wohl gar nicht gefallen.

Wenn’s sogar die ÖVP sagt

Die beiden attestierten nämlich der rot-pink regierten Stadt, dass sie besser durch die Krise gekommen sei als der Rest Österreichs. So antworte Ruck auf die Frage, ob der vorsichtigere Wien-Kurs noch zeitgemäß sei: „Die Entscheidungen hat zweifelsfrei der Bürgermeister getroffen, nicht ich. Nicht alles war in meinem Sinne. Aber insgesamt ist Wien – etwa mit Blick auf das Bruttoregionalprodukt – deutlich besser durch die Krise gekommen als der Rest Österreichs. Ich kann diesen Zahlen also nicht entnehmen, dass wir in den vergangenen Jahren eine fehlgeleitete Wirtschaftspolitik der Stadt erlebt hätten.“

Der zukünftige ÖVP-Wien-Chef stimmte zu: „Das stimmt. Der Blick ins Ausland zeigt, dass Österreich den Weg gut gemeistert hat. Und ja, auch Wien hat ihn insgesamt gut gemeistert.“

Testlimitierung: Minister konnten es nicht erklären

Auch beim Wiener PCR-Test-Konzept setzte es Lob von den beiden. Der ehemalige Nationalratsabgeordnete Mahrer dazu: „Die Wiener Testinfrastruktur ist österreichweit ein Vorbild. Klar ist, dass man das nicht einstellen und irgendwann im Herbst plötzlich wieder hochfahren kann. Aber wir müssen auf die Kosten schauen.“

Ruck antwortete, dass er die Deckelung der Testanzahl durch die Bundesregierung nicht verstehe, denn die Tests seien in Wien deutlich billiger als im Rest Österreichs: „Warum also sollen die Wiener nicht mehr Tests erhalten, wenn Sie dabei nicht mehr Kosten erzeugen? Weder Gesundheits- noch Finanzminister konnten mir das so erklären, dass ich es verstehe.“

Blümel weg – Achse ÖVP-WKW funktioniert wieder

Zwischen der ÖVP Wien und der Wiener Wirtschaftskammer dürfte sich das Verhältnis mit dem Abgang des Ex-Finanzministers Gernot Blümel wieder gebessert haben. Ruck gab an, dass er keine gemeinsamen Interviews mit Mahrers Vorgänger Gernot Blümel gegeben habe. Er freue sich über die Zusammenarbeit mit Mahrer: “Viel wichtiger ist jetzt, dass ich Karl Mahrer seit einer gefühlten Ewigkeit kenne und wir gemeinsam vieles erfolgreich umgesetzt haben. Ich darf sagen, dass ich eine tief empfundene Freundschaft verspüre.”

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

Benedikt Faast
Benedikt Faast
Redakteur für Innenpolitik. Verfolgt so gut wie jedes Interview in der österreichischen Politlandschaft.
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54 Kommentare

  1. “Die beiden attestierten nämlich der rot-pink regierten Stadt, dass sie besser durch die Krise gekommen sei als der Rest Österreichs. ” – In welchem Universum leben diese Figuren? Wien steht weder besser noch schlechter als der Rest Österreichs da und sogar viel schlechter als die Schweiz, wo es seit 2 Monaten keine Plandemie-Maßnahmen mehr gibt. Aber anscheinend gibt’s genüg Blöde, v.a. im rotverstrahlten Wien, die das Gelaber auch noch glauben.

    • Wie gut jemand durch die Pandemie gekommen ist, liegt ganz im Auge des Betrachters. Wenn sie unter “gut” verstehen, dass man sich ungehemmt gegenseitig anstecken konnte, keine Maske mehr tragen musste und die Impfkampagne aufgrund bewusster Sabotage durch politische Gruppierungen zum Stillstand kam (was einigen Menschen mit ihrem Leben bezahlten) dann sollten sie tatsächlich nach OÖ übersiedeln.

      • Nachtrag zu obigem Post (nur um Pilgerströme zu verhindern) eine Schilderung der Situation in OÖ während der Delta Welle im Herbst/Winter 2021:

        Die Spitäler waren überlastet, sämtliche nur irgendwie verschiebbare OPs wurden abgesagt und um Monate verschoben. Die schwer an Covid 19 Erkrankten mussten aus Platzmangel nach Bayern und vor allem auch nach Wien ausgeflogen werden. Danke Wien durch euer umsichtiges Corona Management war bei euch noch Platz für uns OÖer.

        Die damalige Lage der Impfskeptiker: Viele dieser Leute glaubten, die Pandemie ohne Impfung “durchtauchen” zu können, weil sie leider aufgrund der Verbreitung von unwissenschaftlichem Unsinn über die Impfung Angst hatten vor der Impfung. Genau so viel Angst hatten diese Leute aber auch vor einer Infektion. Die Maßnahmen zur Eindämmung habe sie deshalb mitgetragen. Daher war es ein Schock für die Impfskeptiker als die Infektionszahlen plötzlich extrem gestiegen sind. Manche haben sich gar nicht mehr aus dem Haus getraut und anderen war die Panik ins Gesicht geschrieben. Der Lock down für Ungeimpfte war denen deshalb vielfach egal. Dazu zählen hauptsächlich die Anhänger von alternativen Heilmethoden. Leider habe einige sich daher nicht med. behandeln lassen als sie schwer erkrankten und versucht das mit Homöopathie usw. zu Behandeln. Viele die ich kenne hatten großes Glück, leiden aber unter Spätfolgen.

        Die damalige Lage der Hardcore Coronaleugner: Das sind die, die mit dem Kopf durch die Wand wollten. Unabhängig von ihrem persönlichen Risiko schwer an Covid zu erkranken haben sie alles verweigert, sind zu Demos gefahren und haben der MFG/FPÖ gehuldigt. Einige dieser Leute sind dann auch in Folge dessen verstorben weil eine Ansteckungen aufgrund der hohen Zahlen für sie irgendwann unausweichlich war. Manche von denen haben Ivermectin geschluckt und sich dadurch noch zusätzlich geschädigt.

        Die damalige Lage der dreifach Geimpften: Das ist die Gruppe die am besten durch die Delta Welle kam. Auf den Intensivstationen und in den Krankenhäusern war ihr Anteil sehr gering. Angst hatten die allermeisten eigentlich auch nicht als die Zahlen rasant stiegen und im Grunde genommen, führten sie ein normales Leben. Einschränkungen hatten diese Leute eigentlich nur in Hinblick auf die verschobenen OPs die sie hinnehmen mussten.

        Das ist eine Zusammenfassung der damaligen Geschehnisse die ich mit meinen eigenen Augen gesehen habe. Das posten/verlinken von unwissenschaftlichem Schwachsinn oder aus dem Zusammenhang gerissenen und gefällig ausgelegten Zahlen als Antwort darauf erübrigt sich also, weil ich das nicht lesen werden. Und wer schlau ist tut das ebenfalls nicht.

  2. Eli…
    Es IS VORBEI!!!….
    Bei ihr fühle ich mich genötigt an den Spruch aus Kindertagen zu denken:
    “….nudeldicke Dirn’…”

  3. Der ÖVP trau’ ich keinen Millimeter. Ich fürchte, der Lobgesang auf Wien soll Ludwig freundlich stimmen, dass er nach der vorgezogenen Wahl Rot + Schwarz als Koalition absegnet. Dann allerdings werde ich Ö verlassen.

  4. Wien kam besser durch die Krise als der Rest!
    —————
    Und warum?

    Weil Elli the Brain damals aus Sicherheitsgründen die Bundesgärten geschlossen gehalten ließ und damit Massenansteckungen der Wiener Trottel verhindert hat!

    Und trotzdem grüßt keiner die Trulla wenn sie durch Wien hatscht…

  5. Es ist kein Geheimnis, dass Wien die Pandemie am besten gemeistert hat, am schlechtesten hingegen die ÖVP geführten Bundesländer. ÖO hat sich im Negativranking einen Spitzenplatz erarbeitet dank der fleißigen Mithilfe von MFG und FPÖ.

    • “ÖO hat sich im Negativranking einen Spitzenplatz erarbeitet dank der fleißigen Mithilfe von MFG und FPÖ”……..
      Damit geht allerdings einher, dass offenbar bei uns in O.Ö. durchaus die meisten Vernünftigen leben, welche sich dieser gefährlichen Gen-Therapie verweigern und dadurch nicht krank werden oder gar abkacken. Mir ist ohnehin schleierhaft warum sich immer noch so viele Menschen freiwillig das Immunsystem zerstören lassen.

      • Man sollte vielleicht sein eigenes Bundeland richtig abkürzen können. Da Oberösterreich ein Wort ist kann es bei der Abkürzung nicht O.Ö. heißen.
        Vielleicht wäre statt einer Gentherapie ein wenig Denken von Vorteil, denn nicht nur die Impfverweigerer sind hoch in OÖ, sondern auch die Todesfälle.
        Bin nur neugierig welche Fürchterlichkeiten ihr nach COVID-19 bekämpfen werdet.

      • Dazu muss auch erwähnt werden dass in OÖ Schwarz und Blau bewusst die drohende Infektionswelle im Spätherbst negiert haben um bei den Wahlen gut abzuschneiden. Folge waren Rekordzahlen an Infektionen, der notwendige Turbo für bundesweite Impfpflichtdebatten und weit verbreitetes Long Covid an dem auch noch jetzt im Frühjahr 2 von 10 Personen, die sich im November bzw Dezember infiziert haben laborieren. Also ich weiß ja nicht wie sie darauf kommen dass da OÖ so vernünftig ist denn mit der Realität hat dies absolut nichts zu tun.

        • Das Verrückte daran ist ja, dass diese Leute teilweise noch ohne Geruchs/Geschmacksinn oder mit anderen long Covid Sympthomen nach Delta durch die Gegend gelaufen sind und sich dann mit Omicron wieder angesteckt haben.

        • Wie man überhaupt großspurig, von am besten weggekommen berichten kann.
          Wien 0,17%
          OÖ. 0,18%
          NÖ. 0,19%
          Todesfälle

          • Ja, ie Wiener Todesfälle. 50% der Hospitalisierten sind ja gebürtige und lebende Anderswo. Aber sterben tun sie in Wien, weil da die Spitalsinfrastruktur noch was hergibt. Wenn die trotzdem in Wien sterben, werden sie Wien zugerechnet. Vielleicht erst denken, bbevor posten. Hilft der Welt gegen Gehirnamutation.

          • Aha, wird in der Statistik, der Todes-Ort angegeben und nicht der Hauptwohnsitz-Ort. Jetzt verstehe ihren letzten Satz auch.

      • Ja einige waren sehr vernünftig. Haben sich nicht impfen lassen, keine Maske getragen und sind nach Wien auf die Demos gefahren, haben sich angesteckt, sind dann gestorben oder laufen jetzt mit 02 Gerät durch die Gegend. Manche haben sich anschließend auch noch mit einem Entwurmungsmittel vergiftet. Schlau, sehr schlau. Gehören sie etwa auch zu diesen “Schlaumeiern”? Und nein, die Impfung zerstört nicht das Immunsystem, dass ist ein Spin auf den sie reingefallen sind. Wie ein echter “Schlaumeier” eben. Eine persönliche Frage: Sagen sie einmal, kommen sie sich nicht dämlich vor, wenn sie hier so einen Unsinn posten? Kein normaler Mensch nimmt sie ernst, stört sie das nicht?

        • Unsinn posten?
          Die 82, 85 und 90 Jährigen sind nach Wien zu den Demos gefahren? Echt jetzt?
          Über den Rest ihres Postings möchte ich gar nichts schreiben.

    • Tirol. 0,12%
      Vorarlberg 0,13%
      Salzburg 0,16%
      Wien. 0,17%
      Oberösterreich 0,18%
      Burgenland 0,18%
      Niederösterreich 0,19%
      Kärnten 0,22%
      Steiermark 0,23%
      Dieses Geheimnis von Wien, hat sich aber nur bis zu ihnen durchgesprochen.
      Genau im Mittelfeld ist OÖ, naja kann man als Spitzenplatz bezeichnen. Immerhin 0,01% schlechter, als Wien.

      • Prozentzahle ohne Bezug sind unsinnig. Prozentzahlen sind immer retro, weil sie erst etwas aussagen, wenn etwas abgeschlossen ist. 0,97% von meinen dicken Kartoffeln? Nein, nicht mal 0,03 geb ich her!

        • Wenn sie nicht einmal erahnen können welche Zahlen es sein könnten, dann ist alles gesagt.
          Für Langsamdenker, es sind die Todeszahlen der Bundesländer in Prozente.

          • Interessant dass sie das so sehen. Wird hier nicht immer behauptet diese Zahlen würden gar nicht stimmen? Unter dem Motto, wer weis den schon ob diese Menschen an oder mit Covid gestorben sind? Davon abgesehen je jünger die Bevölkerung in einem Bundesland ist desto weniger Menschen sind vermutlich gestorben. Dass die Leute die schwere Schäden erlitten haben und nun die Rehakliniken füllen gar nicht zählen bei ihrer Logik ist auch etwas befremdlich.

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