Dienstag, Juni 25, 2024

Einen Tag nach Russen-Drohung: Transnistrien meldet Beschuss aus Ukraine

Die abtrünnige moldauische Region Transnistrien meldete am Mittwoch Beschuss aus der Ukraine. Am Dienstag drohte Russland noch mit einem Einmarsch.

Wien, 27. April 2022 | Das Innenministerium der abtrünnigen prorussischen Region Transnistrien in Moldau meldet Beschuss aus ukrainischem Gebiet. In der Nacht sei ein Ort, in dem es ein großes Munitionslager gebe, beschossen worden. Zudem seien Drohnen aus der Ukraine gesichtet worden. Die Angaben lassen sich unabhängig nicht überprüfen.

Russland drohte am Dienstag mit Einmarsch

Die russische Regierung drohte am Dienstag nach Berichten über Anschläge im abgespaltenen Moldauer Landesteil Transnistrien indirekt mit einem Einmarsch in der Region. Russland wolle nach Angaben des russischen Außenministeriums angeblich ein Szenario vermeiden, in dem es gezwungen sei, in Transnistrien zu intervenieren. Das berichtete die russische Nachrichtenagentur RIA am Dienstag, ohne nähere Details zu nennen.

Das ukrainische Militär hat vor einer Aktivierung russischer Truppen in der selbst ausgerufenen “Republik” gewarnt. “Die Einheiten der russischen Streitkräfte sind in volle Gefechtsbereitschaft versetzt worden”, hieß es in einem am Dienstagabend auf Facebook veröffentlichten Bericht des ukrainischen Generalstabs. Zudem seien auch die Sicherheitskräfte der moldauischen Separatisten in erhöhte Bereitschaft versetzt worden.

Anschläge auf Sendemasten

Zuvor hatte sich die Regierung in Moskau besorgt über Anschläge auf zwei Sendemasten noch aus Sowjetzeiten in der von der Republik Moldau abgespaltenen Region gezeigt. Im Westen wurden damit Sorgen angefacht, Russland könne wie im Fall der Ukraine mit Verweis auf angebliche Bedrohungen in besetzten Landesteilen einen militärischen Einsatz starten.

In Transnistrien sind seit dem Ende der Sowjetunion Anfang der 1990er Jahre russische Soldaten stationiert. Mit ihrer Unterstützung konnte sich die Region von der Republik Moldau abspalten, nachdem diese Ende 1990 die Sowjetunion verlassen hatte. Von Transnistrien aus könnte Russland auch die nahegelegene ukrainische Hafenstadt Odessa angreifen. Die Republik Moldau hat im Zuge des Ukraine-Kriegs zahlreiche Flüchtlinge aufgenommen.

Den Vorwand für ein russisches Eingreifen könnte eine angeblich von Rumänien geplante Aggression liefern. So behauptete Sergej Markow, ein russischer Politologe und früherer Berater von Kreml-Diktator Wladimir Putin, in der Montag-Ausgabe der russischen Tageszeitung “Prawda”, Rumänien wolle das Nachbarland Moldau “mithilfe der NATO und unter Mitwirkung der ukrainischen Armee annektieren” und entsprechend auch “Transnistrien angreifen”, um anschließend hart “gegen die russischsprachigen Einwohner” durchzugreifen.

(apa/bf)

Titelbild: APA Picturedesk

Autor

  • Benedikt Faast

    Redakteur für Innenpolitik. Verfolgt so gut wie jedes Interview in der österreichischen Politlandschaft.

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