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Studie:

Medizinische Akutversorgung während Corona gesichert

Die akute medizinische Versorgung in Österreich war laut neuer Studien während der Pandemie laufend gesichert. Dass die Regelversorgung während der Wellen zurückgeschraubt wurde, führte allerdings dazu, dass die Menschen das Gefühl hatten, weniger gut versorgt zu sein.

Wien, 18. Mai 2022 | Die medizinische Akutversorgung in Österreich war auch während der Corona-Wellen gesichert, auch wenn es punktuelle Auslastungsspitzen gab. Das geht aus einer Analyse der Gesundheit Österreich GmbH hervor, die im Auftrag des Gesundheitsministerium erstellt worden ist.

Demnach gab es in den Pandemiejahren 2020 und 2021 im Vergleich zu vor der Pandemie weder weniger Spitals-Aufenthalte aufgrund von Herzinfarkten und Herzkatheter-Eingriffen noch aufgrund von Schlaganfällen. Die Ausnahme ist ein kurzzeitiger Rückgang in ersteren Fällen während des ersten harten Lockdowns. Krebsbehandlungen lagen 2020 zeitweise sogar über dem Niveau der Vorjahre.

Versorgungssicherheit subjektiv gesunken

Erhoben wurde in einer Studie von Gesundheitsökonomin Andrea Schmidt und Kollegen, inwieweit die Menschen in Österreich das Gefühl hatten, medizinisch schlechter versorgt gewesen zu sein. Befragt wurden Erwachsene in erwerbsfähigem Alter.

Traditionell fühlten sich die Österreicher medizinisch sehr gut versorgt, sagt Schmidt. In der Corona-Pandemie stieg die Unzufriedenheit aber, besonders unter Menschen zwischen 50 und 64 Jahren. Als Grund wurde vor allem Corona angegeben. Besonders geschlossene Ordinationen und verschobene Eingriffe waren für den subjektiven Eindruck verantwortlich, der Behandlungsbedarf sei nicht gedeckt. Und: Wer ohnehin schon in schlechtem gesundheitlichen Zustand ist, hat auch eher das Gefühl , nicht nach Bedarf behandelt worden zu sein. Wichtig für ein resilientes Gesundheitssystem sei jedenfalls, dass nicht jene Menschen in Krisen zusätzlich unter Druck gerieten, die ohnehin gesundheitlich, sozial oder ökonomisch mehrfach belastet seien.

Regelversorgung war eingeschränkt

Die Regelversorgung war während der Corona-Wellen allerdings eingeschränkt, weil etwa Personal und Platz für die Versorgung von Corona-Patienten abgestellt wurden. Hüft- und Knie-Prothesen mussten warten. Die Daten zeigen aber: Nach einem starken Einbruch während des ersten Lockdowns stiegen die OPs im Sommer über das Vor-Corona-Niveau an. Die aufgeschobenen Operationen wurden also möglichst nachgeholt, wenn die Infektionslage es erlaubte.

“Flexibilität ist auch in den kommenden Wellen das Zauberwort“, sagt Eglau. Wobei der limitierende Faktor dabei das Gesundheitspersonal sei. Ein Intensivbett und ein Monitor seien schnell zu bekommen, der Mangel an entsprechend ausgebildetem Personal nun von der Politik zu lösen. Besonders der Pflegeberuf müsse wieder attraktiv gemacht werden, damit nachhaltig Nachwuchs gefördert würde.

Gleichzeitig ging die Zahl der Spitalsaufenthalte aufgrund von Unfällen zurück, ebenso wie jene aufgrund schwerer Infektionen bei Kindern. Gesundheitssystem-Expertin Karin Eglau führt das darauf zurück, dass weniger risikoreiche Sportarten betrieben wurden und auch auf die Kontaktreduktionen: „Österreich im internationalen Durchschnitt.”

Subjektive Versorgungssicherheit im internationalen Mittelfeld

Im internationalen Vergleich lag Österreich bei der subjektiven Versorgungssicherheit in der Gruppe der 55- bis 79-Jährigen im europäischen Mittelfeld. Das geht aus Daten des Survey on Health, Ageing and Retirement (SHARE) hervor, welcher für Österreich zwischen Juli und September 2020 durchgeführt wurde. Generell, merkt Eglau an, seien Gesundheitssysteme verschiedener Länder nicht direkt vergleichbar. Die Versorgungsarten in verschiedenen Staaten seien zu verschieden.

Auch die Versorgungsdaten der kommenden Wellen sollen analysiert werden. Spannend werden laut Eglau noch die Analysen der Zahlen aus dem ambulanten Bereich von 2021 und jene von 2022 mit den Omikron-Wellen. Denn 2022 hätten Krankenstände und Quarantäne unter dem Gesundheitspersonal das System zusätzlich unter Druck gebracht.

(pma)

Titelbild: APA Picturedesk

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17 Kommentare
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Unbekannt
20. 05. 2022 9:46

“Befragt wurden….”, damit handelt es sich um keine Studie sondern eine Befragung. Und wir wissen ja, dass man mit der Fragestellung selbst bereits zu den gewünschten Ergebnissen kommen kann. Dass nicht wenigen Personen in diesem Land die Behandlung, akut oder nicht, verwehrt wurde, weil sie keinen negativen Test oder keine Sinnlosimpfung vorweisen konnten, wird in dieser Befragung wohl statistisch keine Relevanz haben. Man kann solche Fälle auch einfach ignorieren.

Sig
19. 05. 2022 20:07

Die Welt ist in Ordnung, fürchtet euch nicht.

Zuletzt bearbeitet 1 Monat zuvor von Sig
fringe minority
19. 05. 2022 14:52

Was für eine Farce, eine weitere “wir reden die Welt schön” Auftragsstudie, es ist wirklich nur noch zum Kotzen wie krank das alles in unserem Land geworden ist. Es ist ohne jeden Zweifel völlig offensichtlich, dass es unzählige Todesfälle allein dadurch gegeben hat, dass sich Menschen mit schweren oder chronischen Erkrankungen wegen des ganzen Covid-Maßnahmenterrors nicht mehr zum Arzt getraut haben, oder trotz umfangreicher Versuche keine Termine bekommen haben, auch für dringendst notwendige Dinge oft nicht. Alleine aktuell in meinem Bekanntenkreis werden selbst jetzt immer noch selbst Menschen mit Krebserkrankungen daran gehindert ungeimpft ihre Untersuchungen zu bekommen.
Es ist nur noch als Verbrechen zu bezeichnen was in userem Land passiert, mit Rechtsstaat oder Normalität hat das nichts zu tun, das muss man sich mal vorstellen, Ärzte verweigern schwer kranken Menschen medizinische Hilfe weil sie “ungeimpft” sind, einfach unfassbar und eine schwere Menschenrechtsverletzung!

maruh
19. 05. 2022 18:49
Antworte auf  fringe minority

Covid-Maßnahmenterrors

aus welcher ecke kommst denn du daher?!
ztief in RT gestöbert?

des mit der verweigerung der mediziniscchen hilfe will i sehen

fringe minority
19. 05. 2022 19:07
Antworte auf  maruh

Wie tief muss man denn bitte in der Realitätsverweigerung verloren sein um so ein dummes Posting abzusetzen. Solltest du die letzten 2 Jahre in einem Bergwerk ohne Nachrichten, Licht und Strom gelebt haben: Man terrorisiert die Menschen seit zwei Jahren mit menschenrechtswidrigen und verfassungswidrigen Zwangsmaßnahmen wie Maskenpflicht, Lockdowns, Impfzwang und fördert Ausgrenzung und Benachteiligung von Menschen die sich diesem Irrsinn nicht unterwerfen wollen. Und man hat mit diesen Maßnahmen tausende Menschen umgebracht, und hohe Sterblichkeit verursacht.

Du kannst gerne nachdenken warum im angeblich so entsetzlichen Pandemiejahr kaum mehr Menschen als sonst gestorben sind, und der Altersmedian der sogenannten Coronatoten bei etwa 81 Jahren lag, während im Folgejahr 2021 die Sterblichkeit stark zunahm und bis jetzt immer noch sehr hoch ist, wo Corona schon lange kein Thema mehr ist, ausser bei mehrfach geimpften, die weit überproportional schwer erkranken und sterben.

Allein dein letzter Satz zeigt wie unfassbar ahnungslos du bist, es sind tausende gut dokumentierte Fälle die bei Rechtsanwälten liegen, die aber im derzeitigen rechtsstaatlichen Zusammenbruch nicht verfolgbar sind.

Dein Hinweis mit RT zeigt deine Unfähigkeit und Unwilligkeit sich mit Fakten auseinanderzusetzen und unangenehme Realitäten zu akzeptieren, stattdessen versuchst du aus ideologischer Verblendung den Überbringer unangenehmer Botschaften mit primitiven Totschlagargumenten zu entkräften, das ist ziemlich erbärmlich, leicht durchschaubar, und verunmöglicht dich ernst zu nehmen.

Alleine Studien zur Berechnung der verlorenen Lebensjahre durch die Schulschließungen zeigen dermaßen schockierende Ergebnisse, dass es in einem funktionierenden Rechtsstaat längst zu Anklagen und Regressforderungen gegen die Entscheidungsträger hätte kommen müssen. Alleine diese völlig wahnsinnige Maßnahme wird mehr Lebensjahre von Menschen zerstören, als das Virus selbst, und das ist nur eine isolierte Maßnahme von vielen Maßnahmen die enorme Schäden angerichtet haben.

Willkommen in der Realität.

maruh
19. 05. 2022 20:23
Antworte auf  fringe minority

erste absatz reicht aus

verpiss dich

fringe minority
19. 05. 2022 21:44
Antworte auf  maruh

Jedes deiner bösartigen Postings reicht aus um zu zeigen wer du bist, ein kleiner unbedeutender Mitläufer, der nichtmal irgendwas drauf hat, und unfähig ist sich mit Fakten auseinanderzusetzen. Du könntest genausogut jeder anderen totalitären Sekte angehören, es ist eher Zufall, dass es bei dir der Covid-Kult geworden ist.

Sig
19. 05. 2022 7:36

Es sind zigfach mehr Leut auf den Bettenstationen an Corona verstorben als an den Intensivstationen. Dort kam man mit höherer Wahrscheinlichkeit hin, wenn man zufällig als Mann geboren wurde. Triagen wurden vom Pflegepersonal durchgeführt… Worüber NIE berichtet wurde.
Die Pflege flüchtet sich in andere Berufe, in so großer Zahl, wie noch nie! Es mussten laufend OPs und Behandlungen verschoben werden. Die Krebsnachsorge funktionierte um ein vielfaches schlechter!!!
Und jetzt kommt ihr daher und sagt uns, dass die Akutversorgung immer top war. Selbst wenn das, isoliert betrachtet stimmt, was WOLLT IHR EIGENTLICH DAMIT SAGEN???

Unbekannt
20. 05. 2022 9:52
Antworte auf  Sig

Die einzigen Triagen gabs in der Kinderpsychiatrie. In den Krankenhäusern, wo es während dieser furchtbarsten Pandemie aller Zeiten, noch nie derart viele leere Betten gegeben hat, hats keine Triagen gegeben und das obwohl man ;Menschen in die Intensivstationen geschoben hat, die sonst nie dort gelandet wären.

accurate_pineapple
19. 05. 2022 17:50
Antworte auf  Sig

Sonderst etwas viel Müll ab.
Ich arbeite imGesundheits Wesen (Uniklinik) seit über 35 J.Triagieren tun nur Ärzte.
Da gibt’s Pläne.

Sig
19. 05. 2022 20:09
Antworte auf  accurate_pineapple

In der Verwaltung oder? Oder als Portier?

19. 05. 2022 11:35
Antworte auf  Sig

“Triagen wurden vom Pflegepersonal durchgeführt… Worüber NIE berichtet wurde.”
Aha. Aber du kennst dich aus. Spannend. Pfleger entschieden also die Behandlung, respektive Nichtbehandlung, nicht die Ärzte. Aber sicher doch.
“Es mussten laufend OPs und Behandlungen verschoben werden.”
Wohl nicht in der Akutversorgung.
“…was WOLLT IHR EIGENTLICH DAMIT SAGEN???”
Das du ein Schreihals bist, der Satzzeichen für Rudeltiere hält?

Friede
19. 05. 2022 13:46
Antworte auf 

Bezieht sich auf Punkt 1…Ja, vollkommen richtig. Punkt. Dein Bier, ob du das als Realität zu dir durchdringen lässt.

In Themenbereichen, wo du dich nicht auskennst, würde ich halt ein bissl zurückhaltender schreiben, hm?

Sig arbeitet in der Pflege, hat sie schon oft erwähnt.

Zuletzt bearbeitet 1 Monat zuvor von Friede
19. 05. 2022 14:09
Antworte auf  Friede

Auch einem Pfleger glaube ich nicht, dass Pfleger entscheiden, welcher Patient auf der Normal- und wer auf der Intensivstation behandelt wird. Sorry, aber das ist für mich unvorstellbar, eben, weil ich nicht gänzlich ohne Realitätsbezug bin. Sollte dergleichen stimmen, würde es sich auch nicht verheimlichen lassen – außer, die Pflegenden hätten sich verschworen das zu tun, und die Ärzte würden das stützen.
Nebenbei: ich habe auch in der Pflege gearbeitet, ist lange her, und nur als Zivi. Allein die Vorstellung, dass da unten irgendwas entschieden wird, wo man sich oben die Zähne dran ausbeißen würde, ist für mich völlig absurd.
Sollte das Stimmen: ZZ hat einen Zugang für Whistleblower, nur zu. Sowas gehörte an die Öffentlichkeit. Aber Vorsicht: die recherchieren das erst!

Sig
19. 05. 2022 20:08
Antworte auf 

Friede hats ja gesagt… Piedro. Mach mit der Info was du willst, dann glaubs halt nicht. Wen interessierts?
Du kennst dich ja eh super aus im Gesundheitswesen, oder? Wo du einmal Zivi warst…
Wie läuft denn das ab in einer Ambulanz? Steht da eine Truppe Ärzte am Empfang und stimmt bei jedem Patienten ab, der das KH betritt, wer das schwerwiegendere Problem hat? Wie wars denn vor Corona und haben wir nun plötzlich mehr medizinisches Personal?
Oooder ist es so, dass man zuerst einmal an eine Pflegekräfte kommt, und ewig keinen Arzt sieht…?

Was glaubst…. Ist das besser geworden während der Pandemie oder ned?

Du naiver Schei***er!

“Das hätt man ich verheimlichen können”….Gibts denn jemanden, der es so genau wissen will? Nein.
Lauf weiter mit deinen Scheuklappen. Alles andere ist nix für dich…. Die Realität schon gar nicht.
Es sind um ein Vielfaches mehr Patienten auf Bettenstationen gestorben als auf Intensivstationen… Warum? Nein, frag dich das nicht…

accurate_pineapple
19. 05. 2022 17:59
Antworte auf 

Da stimme ich Ihnen zu. Die Pflege muss eben Prioritäten setzen, welche Pat. Klingel zuerst dran kommt. Lässt sich nicht vermeiden, wenn nur 1 ND auf Station eingeteilt ist( ohne Corona). Wegen fehlender gesetzlichen Personal Schlüssel nützt der AG das aus . 1 ND für 26 Patienten ( inkl. frischer OP’s und Notaufnahme im ND). Wenn 3 oder mehr (was durchaus häufig vorkommt) Pat. klingeln, eine Aufnahme kommt und vielleicht noch eine frische OP Nachblutung ist, musst du entscheiden, was zuerst dran kommt ( med. Notfall,..).
So war es schon immer.

accurate_pineapple
19. 05. 2022 18:03
Antworte auf  accurate_pineapple

Aus Sicht der Patienten Sicherheit mehr als fahrlässig!
Deswegen ist ein gesetzlicher Personal Schlüssel mehr als notwendig.
Und nicht willkürlich festgelegt, dass es in der “Bilanz ” dann passt.
Von erfahrenen, qualifizierten Pflege Kräften festgelegt, damit wieder Sichere Pflege möglich ist und keine gefährliche.