Sonntag, September 8, 2024

Nichtrauchertag: WHO warnt vor Umweltschäden

Anlässlich des Weltnichtrauchertags hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen Bericht über die Schäden von Zigarettenkonsum und deren Herstellung veröffentlicht. Die Auswirkungen sowohl auf die Gesundheit als auch auf die Umwelt sind enorm.  

Wien, 31. Mai 2022 | Zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai warnen Experten erneut vor den Schäden von Zigarettenkonsum und deren Herstellung. Dieses Jahr steht die Belastung der Umwelt besonders im Fokus. Ein Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigt neben gesundheitlichen Folgen auch die umweltschädlichen Folgen der schlechten Angewohnheit.

Land der Raucher

Die Anzahl der Raucher ist in Österreich im europaweiten Vergleich hoch. Laut dem Gesundheitsministerium raucht jeder fünfte Österreicher sogar täglich. Die Zahl ist in den letzten Jahren zwar deutlich gesunken, aber liegt immer noch weit über dem EU-Durchschnitt. Laut Zahlen von „eurostat“ aus 2019 belegt Österreich mit knapp 20 Prozent täglichen Rauchern den zweiten Platz in der EU. Nur Ungarn verzeichnete mit 26.3 Prozent eine höhere Anzahl an täglichen Rauchern.

Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) hat anlässlich des Nichtrauchertags in einer Aussendung einige Zahlen präsentiert. Demnach sollen Männer zwischen 30 und 45 Jahren den größten Anteil an Rauchern (32 Prozent) ausmachen. An den direkten Folgen des Zigarettenkonsums sterben jährlich 3.200 Menschen, während 30.000 Menschen an tabakassoziierten Krankheiten leiden. Allerdings sollen laut ÖGK bis 2019 mehr als die Hälfte der Raucher die Angewohnheit abgelegt haben. Auch die Zahl jugendlicher Raucher geht stark zurück.

Erhebliche Umweltschäden

Neben gesundheitlichen Folgen verursachen die Glimmstängel auch zahlreiche Umweltschäden. Laut dem WHO-Bericht kostete die Herstellung von Tabak sechs Millionen Bäume, 200.000 Hektar Land und 22 Milliarden Tonnen Wasser pro Jahr. Als Gegenleistung wurden 84 Millionen Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid freigesetzt und rund 4,5 Billionen Zigarettenfilter landen jährlich in Ozeanen und Flüssen, auf Gehsteigen und Böden und an Stränden. Zudem enthalten Tabakprodukte 7.000 giftige Chemikalien, die beim Wegwerfen in Luft, Wasser und Boden gelangen. Die ÖGK hat Anfang Mai eine Initiative mit österreichischen Influencern unter dem Titel „Schick ohne Tschick“ gegen Zigarettenabfälle gestartet.

Außerdem bietet die ÖGK das Rauchfrei-Telefon unter 0800/810013 und eine kostenfreie App an, um Menschen auf dem Weg der Abstinenz zu begleiten. 2021 haben 140.000 Menschen die Website der ÖGK namens www.rauchfrei.at aufgerufen und über 3.000 Menschen haben telefonische Beratung in Anspruch genommen. Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) hat für den kommenden Herbst eine „Nationale Tabak- und Nikotinstrategie“ angekündigt, die Maßnahmen zur Minderung der Raucher schaffen soll. Diese sollen auch Nikotinbeutel (Snus), die von der letzten grundlegende Novelle des „Tabak- und Nichtraucherinnen- bzw. Nichtraucherschutzgesetzes” aus dem Jahr 2016 nicht umfasst sind und daher anderen Bedingungen unterliegen, betreffen.

(nb)

Titelbild: APA Picturedesk

Autor

  • Nura Wagner

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