Freitag, Februar 23, 2024

WHO: Höheres Gesundheitsrisiko für Migranten

Das ist eine Unterüberschrift

Migranten haben weltweit schlechteren Zugang zur Gesundheitsversorgung und haben eher Arbeitsunfälle. Die WHO fordert Verbesserungen. 

Genf, 20. Juli 2022 | Flüchtlinge und andere Migranten sind weltweit im Durchschnitt bei schlechterer Gesundheit als die einheimische Bevölkerung. Das liege nicht daran, dass sie von Natur aus kränker seien als die Menschen in ihrer neuen Umgebung, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Mittwoch in Genf mit. Vielmehr würden sie schlechter versorgt.

Neben sprachlichen, kulturellen oder rechtlichen Barrieren kämen bei diesen Menschen auch andere Faktoren hinzu, die allgemein die Gesundheit beeinflussen. Dazu gehörten unter anderem Bildung, Einkommen oder Wohnraum.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus spricht von rund eine Milliarde Migranten weltweit. Dazu zählen alle Menschen, die ihren angestammten Wohnort verlassen haben und woanders leben – sei es im eigenen oder einem anderen Land.

Öfter Arbeitsunfälle

Migranten gehörten zu den Gesellschaftsgruppen, die am meisten vernachlässigt werden, schreibt die WHO nach Auswertung einer Meta-Analyse mit 17 Millionen Teilnehmern aus 16 Ländern. Sie gingen seltener zum Arzt und hätten öfter arbeitsbedingte Verletzungen.

Eine bedeutende Zahl der schätzungsweise 169 Millionen internationalen Migranten – die also in anderen als ihrem Heimatland arbeiten – seien in schmutzigen, gefährlichen und anstrengenden Jobs beschäftigt. Sie seien einem größeren Risiko von Arbeitsunfällen oder direkt durch die Arbeit verursachten Gesundheitsproblemen, etwa durch den Umgang mit giftigen Stoffen, ausgesetzt als die einheimische Bevölkerung.

WHO fordert mehr Forschung

Die WHO ruft Gastländer von Migranten auf, erstens bessere Angaben über die Gesundheitssituation der Menschen zu sammeln und zweitens mehr zu investieren, damit sie gut versorgt werden. Sie verweist auf den enormen Beitrag, den Migrantinnen und Migranten während der Corona-Krise in vielen Ländern geleistet hätten.

In einigen der reichsten Länder stamme bis zur Hälfte des Gesundheitspersonals aus anderen Ländern.

(apa/red)

Titelbild: Pixabay

Stefanie Marek
Stefanie Marek
Redakteurin für Chronik und Leben. Kulturaffin und geschichtenverliebt. Spricht für ZackZack mit spannenden Menschen und berichtet am liebsten aus Gerichtssälen.
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4 Kommentare

  1. Müssen nicht wir uns von diesen Menschen schützen? Wir haben wieder Krankheiten was schon ausgerottet waren. Auch unsere Gesetze passen für die Zuziehen nicht. Die Gesetze sind für unsere, nördlichen lebenden, geschrieben und passen auch. Diese geltenden Gesetze sind für Zuziehen aus südlichen und östlichen lebenden Menschen nicht geeignet. Diese werden sich bei uns nie einfügen, ja wir werden von grün und rot bereits verdrängt. Wir müssen uns schützen auch von unseren Politikern.

  2. Bei uns sicher nicht.
    Wir behandeln in unserer Klinik Flüchtlinge, Asylbewerber – auch abgelehnte.
    …eine prägende Erfahrung als Dipl.sr.:
    Intensiv Station, junger Araber( ~ mitte 20ig) mit Herzfehler, wurde operiert. Hat alle Schwestern ignoriert, wie Luft behandelt. Nur mit Männern ( Pflerger, Ärzte) gesprochen.
    Sein Asylantrag wurde abgelehnt (vor der Op)….

  3. Nun bei uns kann den Asylanten das mit den Arbeitsunfällen ja nicht passieren, wer nicht arbeitet kann ja auch keinen Arbeitsunfall haben und wenn einer sich einmal das Brecheisen nächtens bei der Diebestour auf die Finger schlägt, … ist das dann ein Arbeitsunfall?

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