Donnerstag, April 25, 2024

Uran im Iran – Kommt bald die Ayatollah-Bombe?

Kommt bald die Ayatollah-Bombe?

Nachdem der Iran zwei zentrale Überwachungskameras der Internationalen Atomenergiebehörde abgeschaltet hat, wächst die Sorge vor einer neuen Eskalationsstufe im Atomstreit mit dem Ayatollah-Regime.

Teheran/Wien, 08. Juni 2022 | Nach Trumps Austritt aus dem Iran-Atom-Deal hatte der Iran die Uran-Anreicherung vorangetrieben und steht nach vorherrschender Meinung knapp davor, genügend spaltbares Material für eine Nuklearwaffe zu haben. Jetzt setzt der Iran auf Konfrontation gegenüber der IAEA (Internationale Atomenergie Organisation) mit Sitz in der Wiener UNO-City.

Die UNO-Atombehörde sei „undankbar“ für die erweiterte Zusammenarbeit des Iran gewesen. „Der Iran kann nicht kooperativ sein, solange die IAEA sich so unvernünftig verhält”, sagte ein Sprecher der iranischen Atombehörde. „Wir hoffen, dass die Agentur zur Besinnung kommt und mit dem Iran zusammenarbeitet.”

Überwachungskameras ausgeschaltet

Nun drängt der schiitische Staat die internationale Kontrolle seines umstrittenen Atomprogramms weiter zurück. Mit Mittwoch seien zwei Überwachungskameras der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in einer Atomanlage abgeschaltet worden, berichtete das staatliche Fernsehen. Die Abschaltung erfolgte vor der erwarteten Annahme einer kritischen Resolution durch den IAEA-Gouverneursrat in Wien.

In einem von den USA, Großbritannien, Deutschland und Frankreich ausgearbeiteten Resolutionsentwurf wird etwa moniert, dass der Iran Fragen der UNO-Kontrollore zu Spuren von Uran in nicht offiziell als Atomanlagen ausgewiesenen Gebäuden nicht voll beantwortet habe. Diplomaten zufolge dürfte die Resolution angenommen werden, obwohl der Iran vor negativen Auswirkungen auf die derzeit laufenden Gespräche über die Wiederbelebung des Wiener Atomdeals gewarnt hat.

Atomdeal gekündigt

Die umfassenden Kontrollrechte der Vereinten Nationen sind ein wesentliches Element des im Jahr 2015 beschlossenen Iran-Atomdeals, der wirtschaftliche Lockerungen für eine Beschränkung des iranischen Atomprogramms vorsieht. Durch den vom damaligen US-Präsidenten Donald Trump im Jahr 2018 verkündeten Austritt Washingtons brach der Deal jedoch zusammen.

Trumps Nachfolger Joe Biden will sich dem Atomabkommen wieder anschließen, doch fordert er von Teheran eine Rückkehr zum früheren Status des Atomprogramms. Die Töne aus Teheran lassen nicht darauf hoffen.

(dp/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

DanielPilz
DanielPilz
Taucht gern tiefer in komplexe Themengebiete ein. Lebt trotz Philosophiestudiums nicht im Elfenbeinturm und verpasst fast kein Fußballspiel.
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4 Kommentare

  1. In gewisser Weise ist dies der Beweis für die westliche Präpotenz, denn nicht der Iran ist einseitig aus gültigen Verträgen ausgestiegen sondern zuerst die USA und dann haben sich unter dem Druck der USA auch die europäischen Partner nicht mehr an ihre vertraglichen Vereinbarungen gehalten. Es steht daher der Souveränität Irans zu, nun ihre eigenen Wege zu gehen, auch wenn diese leider nicht erfreulicher Natur sind. Israel ist federführend gegen einen Iran, der zur Verteidigung Atomwaffen besitzt, selbst aber besteht man auf das Recht – (natürlich nicht offiziell) Atomwaffen zur Verteidigung zu besitzen, oder das Recht zu haben – mit Kommandoaktionen gezielte Tötungen in anderen Ländern durchzuführen.

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