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WWF-Bericht:

Österreich verstößt gegen Artenschutz

Die österreichischen Bundesländer schneiden laut WWF beim Artenschutz schlecht ab. Aufgrund von Verstößen gegen EU-Recht könnten sogar Strafzahlungen drohen.

Wien, 27. Juni 2022 | Die österreichischen Bundesländer setzen EU-Vorgaben zum Artenschutz und Naturschutzstandards nicht oder nur dürftig um. Das ergibt sich aus dem am Montag vorgestellten “WWF-Big5-Bundesländerbarometer 2022”. Die NGO WWF hat die Lage anhand der Situation von Wolf, Fischotter, Luchs, Biber und Seeadler bewertet, der streng geschützten “WWF-Big5”.

Seit der letzten Analyse vor drei Jahren hat es nur wenige Verbesserungen gegeben. Ihnen gegenüber stehen nach wie vor nicht rechtskonforme Maßnahmen. “Der Umgang mit diesen wichtigen Tierarten zeichnet ein düsteres Bild vom generellen Umgang mit unserer Natur”, hieß es in einem Statement der WWF-Mitarbeiterin Christina Wolf-Petre anlässlich der Publikation Berichts.

Kärnten ist Artenschutz-Schlusslicht

Der WWF hat erhebliche Defizite in allen Bundesländern festgestellt. 31 der insgesamt 35 Bewertungen zum Management der untersuchten Arten fielen dabei in die Kategorien “schlecht”, “mangelhaft” oder nur “teilweise”. Nur beim Seeadler konnte – wie auch schon 2019 – in jedem der bewerteten vier Bundesländer (Nieder- und Oberösterreich, Steiermark und das Burgenland) jeweils die Bewertung “gut” erreicht werden, was einem Umsetzungsgrad der Artenschutzvorgaben von 76 bis 100 Prozent entspricht. Am unteren Ende wiederum steht der Umgang mit Biber und Fischotter. Hier sind Schutzmaßnahmen nur „schlecht“ umgesetzt, also zwischen 0 und 25 Prozent.

Positiv ist aber, dass insgesamt fünf Bundesländer besser bewertet wurden als noch beim 2019er-Barometer. Schlusslicht beim heimischen Artenschutz ist Kärnten. Seit Jahren würden hier etwa weitreichende Eingriffe beim Biber- und Fischotterbestand die bisherigen positive Entwicklungen gefährden. Konkret sprach WWF Tötungen an, die ohne Rücksicht auf die Biologie der Tiere erfolgten, und stattdessen mit “nicht weidgerechten und sogar tierquälerischen Methoden” durchgeführt wurden.

Österreich könnten Strafzahlungen drohen

Weil Österreich damit auch gegen EU-Richtlinien zum Schutz der heimischen Lebensräume und Arten verstößt, könnten laut Wolf-Petre vom WWF Strafzahlungen in Millionenhöhe drohen. Mitverantwortlich ist laut WWF-Analyse auch mangelhafte Kommunikation zwischen den Bundesländern. Auf dem Fünf-Punkte-Plan der NGO zur Verbesserung des heimischen Artenschutzes steht daher auch bessere Kommunikation.

Der WWF hielt fest, dass der Bericht sich nicht an Beamte, sondern an die „verantwortlichen Politiker*innen und Entscheidungsträger*innen“ richte. Diese sollten „dem Erhalt unseres Naturerbes und unserer Lebensgrundlagen im Sinne der Allgemeinheit und aufgrund der rechtlichen Vorgaben mehr Bedeutung geben“, hieß es von der NGO.

(apa/pma)

Titelbild: APA Picturedesk

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2 Kommentare
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Hubs
27. 06. 2022 16:51

Das stimmt nicht, die Grünen stehen sehr wohl unter Artenschutz, so etwas selten Dummes muß man doch schützen.

accurate_pineapple
27. 06. 2022 15:27

Mit der schwarzen Brut in der Regierung passiert da sicher nichts.
Lieber wird Grünland für Inverstoren umgewidmet oder landwirtschaftliche Nutzfläche an Investoren verkauft, die plötzlich Landwirte sind……..