Samstag, Juni 15, 2024

Eltern klagen TikTok nach Tod der Töchter

Was früher Mutproben waren, sind heute TikTok-Challenges. Manchmal können diese tödlich enden. 

Wien, 8. Juli 2022 | Nach dem Tod von zwei Kindern bei der sogenannten “Blackout Challenge” im letzten Jahren haben deren Eltern nun die Videoplattform TikTok in den USA verklagt. Der Algorithmus von TikTok habe den Mädchen die Challenge vorgeschlagen – woraufhin diese sich zu Tode stranguliert hätten – eine mit einem Seil, die andere mit einer Hundeleine.

Würgen bis zur Ohnmacht

“TikTok muss für die Verbreitung tödlicher Inhalte an die beiden Mädchen zur Rechenschaft gezogen werden”, so der Anwalt Matthew Bergman. Bei der “Blackout Challenge” geht es darum, sich bis zur Ohnmacht zu würgen. Das achtjähriges Mädchen aus Texas sowie eine Neunjährige aus Wisconsin waren im vergangenen Jahr dabei ums Leben gekommen.

In der Klage, die deren Eltern nun in der vergangenen Woche bei einem Gericht in Los Angeles einreichtene, wird TikTok beschuldigt, die “Blackout Challenge” “absichtlich und wiederholt” verbreitet zu haben. TikTok habe Milliarden Dollar investiert und wissentlich Produkte entwickelt, die gefährliche Inhalte verbreiten, welche wiederum zum Tod seiner Nutzer führen können, hieß es. Laut der Klage wurden auch Todesfälle bei Kindern in Italien, Australien und anderen Ländern mit dem Erstickungsspiel in Verbindung gebracht.

Nicht die erste gefährliche Challenge

Auf TikTok gibt es zahlreiche Herausforderungen, bei denen Teilnehmer zu gefährlichen Aktionen aufgefordert werden, bei denen sie sich filmen sollen, um die Videos dann ins Netz zu stellen. Eine weitere gefährliche Challenge ist die “Skull Breaker Challenge”, bei der Menschen beim Springen die Beine weggetreten werden, so dass sie nicht auf den Füßen landen, sondern stürzen und sich am Kopf verletzen. TikTok, das dem in China ansässigen Unternehmen Bytedance gehört, reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

(apa/red)

Titelbild: APA Picturedesk

Autor

  • Nura Wagner

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