Samstag, Juli 27, 2024

Sachslehner gehen die Farben aus – »Scheinheiligkeit«

»Scheinheiligkeit«

Täglich grüßt das Murmeltier: ÖVP-Generalssekretärin Laura Sachslehner lud am Donnerstag wieder einmal zu einer Scheinheiligkeits-Pressekonferenz. Die Farben dürften ihr mittlerweile ausgegangen sein, denn nach Rot, Pink und Blau war wieder Rot dran.

 

Wien, 28. Juli 2022 | Der Erkenntnisgewinn der drei bisherigen „Scheinheiligkeitspressekonferenzen“ von ÖVP-Generalsekretärin Laura Sachslehner hielt sich in Grenzen. Bei ihrer Scheinheiligkeitstrilogie zu SPÖ, NEOS und FPÖ warf sie den Roten Inseratenkorruption vor, den Pinken Spenden von Hans-Peter Haselsteiner und den Blauen Populismus.

Farb- und Themenwiederholung

Am Donnerstag trat Sachslehner zum vierten Mal innerhalb eines Monats vor die Presse, diesmal kam es aber zu einer Farbwiederholung. Denn Sachslehner parlierte vor den anwesenden Medienvertretern wieder einmal über die „rote Scheinheiligkeit“, diesmal in Bezug auf die Stadt Wien. Und wieder ging es um Inserate, ein Thema, dass sie bereits in ihrer ersten roten „Scheinheiligkeitspressekonferenz“ abgearbeitet hatte. Und wieder einmal handelte es sich um ein Vortragen von altbekannten Medienberichten. Im Fokus stand diesmal die Sommerkampagne der Stadt Wien, die Sachslehner als „Sinnlos-Inserate“ bezeichnete und auch Inseratenkorruption, die sie in den Raum stellte.

Wieder einmal griff sie auch die Ermittlungen rund um Sebastian Kurz auf. Medienberichten zufolge sei der Altkanzler wegen einer mutmaßlichen Falschaussage im Untersuchungsausschuss von allen 28 vernommenen Zeugen entlastet worden. Dass es sich dabei nur um das Urteil des ÖVP-Anwalts Werner Suppan in seiner Stellungnahme an die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft handelte, ließ Sachslehner bequemerweise weg.

“Könnte hunderte Pressekonferenzen füllen”

Ein Ende der Scheinheiligkeitspressekonferenzen der Generalssekretärin ist übrigens nicht in Sicht. „Es wird in den nächsten Wochen noch weitere geben“, die Ankündigung Sachslehners. Zur SPÖ könne Sachslehner “hunderte Pressekonferenzen füllen”. Das Medieninteresse an den Pressekonferenzen dürfte indes schrumpfen. Fragen hatte keiner der anwesenden Journalisten. Vielleicht braucht es einfach einen neuen Anstrich für die Scheinheiligkeiten.

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

Autor

  • Benedikt Faast

    Redakteur für Innenpolitik. Verfolgt so gut wie jedes Interview in der österreichischen Politlandschaft.

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