Freitag, Juni 14, 2024

Femizide: Mord in Baden, Versuch in Bisamberg

Bisamberg:

Ein Mann hat in der Nacht auf Dienstag mutmaßlich versucht, seine Frau zu ermorden. Eine andere Frau wurde Mittwochfrüh tot aufgefunden, gefahndet wird nach Unbekannt. 

Bisamberg, 24. August 2022 | Die Serie an Frauenmorden in Österreich reißt nicht ab. In einer Wohnung in Oberwaltersdorf (Bezirk Baden) ist Mittwochfrüh eine 57-Jährige tot aufgefunden worden. Die Frau habe Stichverletzungen im Kopfbereich aufgewiesen, teilte Polizeisprecher Raimund Schwaigerlehner auf Anfrage mit. Die Ermittlungen des Landeskriminalamtes Niederösterreich dauerten am Nachmittag an.

Auch ein anderer Fall ist heute publik geworden: In der Nacht auf Dienstag hat ein 53-Jähriger in Bisamberg (Bezirk Korneuburg) vermutlich versucht, seine Frau zu ermorden. Nach Angaben der Exekutive vom Mittwoch erlitt die 45-Jährige schwere Verletzungen und wurde in das Landesklinikum Korneuburg gebracht. Laut Polizeisprecher Raimund Schwaigerlehner bestand zum Zeitpunkt der Einlieferung keine Lebensgefahr. Der Verdächtige wurde festgenommen, er war nicht geständig.

Betretungs- und Annäherungsverbot missachtet

Laut Zählung der Autonomen Österreichischen Frauenhäuser (AÖF) gab es damit hierzulande seit Jahresbeginn bereits 22 versuchte Frauenmorde und – laut APA-Zählung – 25 vollendete Femizide.

Für den in Wien lebenden 53-Jährigen, der im Fall der Frau in Bisamberg beschuldigt ist, hatte ein aufrechtes Betretungs- und Annäherungsverbot bestanden, das er jedoch ignorierte. Es brach in das Wohnhaus der Frau ein. Diese hörte verdächtige Geräusche und verständigte via Notruf die Polizei, die den Mann auf frischer Tat ertappte und ihn festnahm.

Schwaigerlehner zufolge hatte der Beschuldigte mehrmals auf die Frau eingestochen und eingeschlagen. Die 45-Jährige erlitt unter anderem Stich- und Schnittwunden.

Tatwaffe: Stanley-Messer

Sichergestellt wurden die Tatwaffe – ein Stanley-Messer – sowie Einbruchswerkzeug und Teile der Kleidung, die der 53-Jährige getragen hatte. Der Beschuldigte wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Korneuburg in die örtliche Justizanstalt eingeliefert.

Ermittelt werde wegen des Verdachts des versuchten Mordes, hieß es am Mittwoch auf APA-Anfrage von einem Sprecher der Anklagebehörde. Noch sei keine Untersuchungshaft für den 53-Jährigen beantragt worden, der Sachverhalt werde geprüft. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Femizide sind Tötungen von Frauen durch Männer aufgrund ihres Geschlechts, oder weil sie gegen die traditionellen Rollenvorstellungen verstoßen, die Frauen zugeschrieben werden. Sie zählen zu den Hassverbrechen. Täter sind meist (Ex-)Partner, Bekannte oder Familienmitglieder der Frauen.

Hilfenummern

In Österreich finden Frauen, die Gewalt erleben, Hilfe und Informationen unter:

Anlaufstellen für Männer in Krisen- und Gewaltsituationen, Beratung in Krisen sowie zur Prävention und Beendigung von Gewalt in der Familie:

Telefon-, E-Mail- und Chat-Beratung für Menschen in schwierigen Lebenssituationen oder Krisenzeiten:

UPDATE: Am 25. August 2022 um 9:28 Uhr wurde die Zahl der Femizide auf die Zählung der APA korrigiert.

(apa/red)

Titelbild: ZackZack/ Christopher Glanzl

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