Dienstag, Juni 18, 2024

ZackZack-Tor: Bundesliga Runde 6

ZackZack-Tor

Die sechste Runde der Bundesliga verschärfte die aktuelle Krise bei Rapid und sorgte für ein neues Schlusslicht.

Samstagsspiele

Austria Lustenau – Red Bull Salzburg (0:6): Meister mit Machtdemonstration

Aufsteiger Austria Lustenau gegen Serienmeister und Niedermäher Red Bull Salzburg lautete das Duell am Samstagnachmittag. Die Favoritenrolle war selbsterklärend keiner Diskussion würdig.

Austria Lustenau, zuletzt mit starken Leistungen aufgefallen, leistete sich einige Ungenauigkeiten, darunter auch ein Foul im Strafraum an Capaldo. Auf den von Fernando verwerteten Elfer (16.) folgte das rasche 2:0 durch Kjaergaard – ein platzierter Schuss aus rund 20 Metern. (20.)

Danach spielte Lustenau besser und mutiger nach vorne und konnte einige Abschlüsse verzeichnen, jedoch keinen aufs Tor. Bis zum 3:0 der Salzburger spielten die Vorarlberger gefällig mit, danach überrollten die Bullen Lustenau mit insgesamt 6:0, wobei sie von Uneinigkeiten in der Lustenauer Abwehr profitierten. Rückkehrer Okafor musste sich beim 4:0 (60.) fast wie in einem Paralleluniversum fühlen, so passiv verhielt sich die Lustenauer Abwehr.

Ballbesitz: 46,6% – 53,6%

Schüsse aufs Tor: 0 – 13

Zweikampfquote: 52,1% – 47,9%

TSV Hartberg – SV Ried (2:0): Hätte auch umgekehrt ausgehen können

In der Steiermark konnten die Hausherren den zweiten Sieg nach Runde eins feiern. Das Spiel, in dem die Rieder dank der umtriebigen Monschein, Nutz und Pomer in der ersten Spielhälfte eigentlich die bessere Mannschaft waren, ging nach der Pause hin und her, wobei sich die Heimmannschaft über das glücklichere Ende freuen durfte. Nach einer Stunde schloss der israelische Neuzugang Eylon Elmog eine Flanke überlegt mit dem rechten Außenrist zur 1:0-Führung ab (62.). Kurz darauf wurde Ried vom Schiedsrichter geschwächt, weil Linksverteidiger Plavotic nach seiner zweiten Gelben vom Feld musste, obwohl er Fadinger nur am Bein streichelte. Hartberg ließ nicht mehr viel zu und kam am Ende sogar zum 2:0 durch Veteran Tadic (90+1.).

Ballbesitz: 44,1% – 55,9%

Schüsse aufs Tor: 6 – 5

Zweikampfquote: 53,8% – 46,2%

LASK – SCR Altach (4:1): Tabellenführer schießt Altach in den Keller

Der im Zweikampf enorm starke Tabellenführer aus Linz empfing am Samstagabend die Altacher unter Trainer Miroslav Klose.

Die Anfangs überfordert wirkenden Altacher gingen nach circa einer halben Stunde in Rückstand. Neuzugang Zulj traf für die Linzer nach Goiginger Zuspiel genau ins lange Eck zum 1:0 (31.). Nach der Pause stellte Miroslav Klose Altach ein wenig um. Das zeigte Wirkung. Die Vorarlberger rissen immer mehr Spielanteile an sich, kamen zu zahlreichen Chancen und schließlich konnte Jurcec zum verdienten Ausgleich abstauben (61.)

Der währte aber nicht lange. Die entfachte Linzer Wut nutzte Jovicic zu einer Rakete ins Tor zum 2:1 für die Linzer (64.). Danach konnte sich Altach nicht mehr richtig aufbäumen und wurde mit 4:1 aus Linzer Sicht über die Berge geschickt. Die Niederlage bedeutete auch den letzten Tabellenplatz.

Ballbesitz: 51,7% – 48,3%

Schüsse aufs Tor: 8 – 7

Zweikampfquote: 60,3% – 39,7%

Sonntagsspiele

Austria Klagenfurt – Austria Wien (3:3): Zuschauer Sieger beim Austria-Torfestival

Zwei Austrias, die beide in Violett spielen, standen sich am Sonntagnachmittag in Klagenfurt gegenüber. Die Version aus Wien spielte in Weiß und verlor nach nur zwei Minuten auch die Farbe im Gesicht. Nach einem schweren Fehler im Spielaufbau brachte Klagenfurt-Stürmer Pink die Kärntner mit zwei Ballkontakten 1:0 in Führung.

Die Wiener Austria erfing sich nach zehn Minuten und kam zu einer guten Chance durch Ranftl, die jedoch von Klagenfurt-Goalie Menzel gerade noch entschärft werden konnte. Als der Schiedsrichter die Pfeife zum Pausenpfiff schon fast im Mund hatte, schlug Fitz den Ball noch einmal in den Lauf des überragenden Braunöder, der nach einer Drehung zum 1:1 für die Wiener Austria traf (45+3.).

Was auch immer der Trainer der Wiener in der Pause gesagt hatte, die Kopie der ersten Hälfte hatte er sicher nicht herbeigesehnt. Und trotzdem stand es nach nur einer Minute nach Wiederanpfiff 2:1 für Klagenfurt, nachdem Arweiler schön für Rieder durchgelassen hatte (46.). Doch die Austria aus Wien wollte sich der Austria aus Klagenfurt noch lange nicht geschlagen geben und glich erneut aus. Nachdem die Klagenfurter Abwehr einen hohen Ball per Kopf wegschlug, netzte Ranftl von rechts überlegt zum schönen 2:2-Ausgleich ein (53.). Fast gingen die Wiener sogar als Sieger vom Platz. Denn der eingewechselte Keles nutzte die Power des ebenfalls eingewechselten Teigl zum 3:2 aus Sicht der Wiener (76.). Diesmal war es jedoch die Austria aus Klagenfurt, die den Kopf hoch hielt und sich postwendend belohnte. Andy Irving traf per Elfmeter zum 3:3, das insgesamt in Ordnung geht, auch wenn die Wiener insgesamt mehr vom Spiel hatten.

Ballbesitz: 41,5% – 58,5%

Schüsse aufs Tor: 6 – 4

Zweikampfquote: 53,3% – 46,7%

Rapid Wien – Sturm Graz (1:2): Unterlegene Grazer verschärfen Rapid-Krise

In Wien war die Truppe von Ferdinand Feldhofer auf Wiedergutmachung aus. Das Ausscheiden gegen den FC Vaduz in der Conference-League-Qualifikation saß noch in den kollektiven Knochen, nachdem Rapid-Präsident Martin Bruckner und der langjährige Wirtschaftsgeschäftsführer Christoph Peschek zurückgetreten waren.

Entsprechend energisch legte Rapid los. Ein erster Abschluss von Marco Grüll von links fiel zu schwach aus. Nach einer Balleroberung von Querfeld kam der Ball zu Greil, der ideal in den Lauf von Kühn spielte. Der Neuzugang von den Bayern erzielte sein erstes Saisontor in der Bundesliga für Rapid (15.). Die in der ersten Spielhälfte klar besseren Wiener wären wohl mit der 1:0 oder 2:0 Führung in die Halbzeit gegangen, hätte Marco Grüll das leere Tor nicht verfehlt und Sturm-Verteidiger Wüthrich nicht einen Sakaria-Abschluss zum 1:1 ins Rapid-Tor abgefälscht (24.).

In Hälfte zwei passierte nicht sonderlich viel, keine Mannschaft konnte ihre Angriffe zu Ende spielen. Aber Sturm spielte präziser und gewann mehr Zweikämpfe. Als alles nach einem 1:1 aussah, zeigte der Schiedsrichter nach einem Laufduell im Rapid-Strafraum auf den Elferpunkt. Tomi Horvat nutzte den umstrittenen Elfer zum 2:1 aus Sicht der Grazer und stürzte die Hütteldorfer noch tiefer in die Krise.

Ballbesitz: 53,2% – 46,8%

Schüsse aufs Tor: 3 – 2

Zweikampfquote: 45,1% – 54,9%

WSG Tirol – Wolfsberger AC (1:3): Wolfsrudel findet sein erstes Opfer

Die bisher nicht in Fahrt gekommenen Kärntner waren vor dem Spiel als noch einzige Mannschaft ohne volles Erfolgserlebnis. Die sieghungrigen Wolfsberger bekamen nach nur fünf Minuten noch mehr Hunger als sie nach katastrophalem Doppelfehler dem 1:0 für Tirol durch Zan Rogelj nur nachsehen konnten. Aber der Rückstand machte die Wolfsberger entschlossener. Der griechische Neuzugang Vergos spielte perfekt in den Lauf von Jasic, der den Ball mit dem zweiten Ballkontakt halbhoch in die Maschen beförderte (15.). Der stark spielende Vergos setzte sich danach selbst in Szene, sein Schuss wurde aber noch abgewehrt.

In der zweiten Spielhälfte dauerte es 15 Minuten, bis sich die Wölfe erneut durchkombinierten. Jasic spielte auf den eingewechselten Boakye, der ohne Probleme mit dem 2:1 die Wende zugunsten der Wolfsberger einleitete (60.). Wattens spielte danach zwar immer wieder nach vorne, war aber an diesem Tag nicht so direkt in ihren Aktionen wie die Kärntner, die nach Boakye-Laufduell und Zuspiel auf Ballo noch mit 3:1 gewannen. Es war der lang ersehnte erste Sieg der Wölfe, die damit den letzten Tabellenplatz verließen.

Ballbesitz: 48,9% – 51,1%

Schüsse aufs Tor: 1 – 10

Zweikampfquote: 47% – 53%

(dp)

Titelbild: EXPA / APA / picturedesk.com

Autor

  • DanielPilz

    Taucht gern tiefer in komplexe Themengebiete ein. Lebt trotz Philosophiestudiums nicht im Elfenbeinturm und verpasst fast kein Fußballspiel.

LESEN SIE AUCH

Liebe Forumsteilnehmer,

Bitte bleiben Sie anderen Teilnehmern gegenüber höflich und posten Sie nur Relevantes zum Thema.

Ihre Kommentare können sonst entfernt werden.

2 Kommentare

2 Kommentare
Meisten Bewertungen
Neueste Älteste
Inline Feedbacks
Zeige alle Kommentare

Jetzt: Die Klagenwelle gegen ZackZack!

Denn: ZackZack bist auch DU!