Sonntag, Juni 16, 2024

Corona: Neue Impfkampagne setzt auf direktes Gespräch

Corona:

Mit einer neuen Impfkampagne mit dem Titel “Gemeinsam geimpft” möchte Gesundheitsminister Johannes Rauch Menschen zur Impfung bewegen. Das soll auch mit Aufklärungsaktionen passieren.

Wien, 05. September 2022 | Mit dem Schulstart nach den Sommerferien im Osten Österreichs stellte Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) am Montag die neue Impfkampagne des Bundes vor. Die Kampagne soll von Herbst bis Weihnachten laufen und nicht nur über die „klassischen Kanäle“ gespielt werden, wie Rauch ankündigte. Er setzt für die neue Kampagne auf das Fachpersonal in unmittelbarer Nähe der Bevölkerung, also Hausärzte und Apotheker. „Menschen, die Beratung suchen, trauen vertrauten Personen eher zu, dass sie die Informationen liefern können, die sie brauchen“, sagte Rauch. Für die Präsentation hatte er daher Apothekerkammer-Präsidentin Ulrike Mursch-Edlmayr und Ärztekammer-Präsident Johannes Steinhart an seine Seite geholt.

Werbespot und Plakate

Mit einem etwa 30-sekündigen Werbespot und einer Reihe an Plakaten unter dem Motto „Gemeinsam geimpft“ soll die Bevölkerung daran erinnert werden, dass „impfen schützt“, wie Rauch es kurz und prägnant formuliert. Die Impfung sei „nicht unser einziges, aber unser wichtigstes Mittel“, um die Pandemie zu bekämpfen, so der Gesundheitsminister.

Ziel ist es, Menschen zur Grundimmunisierung und zur Auffrischung zu bewegen. Laut Rauch sind derzeit 76 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft, 56 Prozent mit drei Stichen grundimmunisiert.

Impflücke höher unter Jungen

Zielgruppe sind laut Rauch in erster Linie besonders gefährdete Personengruppen, also etwa Menschen in höherem Alter. Aber auch an Junge wolle man sich wenden, denn dort gebe es noch eine größere Impflücke und Impfpotential. Unter den 15- bis 24-Jährigen haben etwa laut Impf-Dashboard des Gesundheitsministeriums nur rund 51 Prozent einen aufrechten Impfschutz, unter 25- bis 34-Jährigen nur rund 53 Prozent.

“Wir möchten noch einmal darauf aufmerksam machen, dass die Pandemie nicht vorbei ist und es wichtig ist, sich auffrischen zu lassen“, so Rauch. Es reiche nicht, einmal Corona gehabt oder sich einmal eine Impfung geholt zu haben. Rauch kündigte auch an, allen, deren letzte Impfung mehr als sechs Monate zurück liegt, einen Erinnerungsbrief für die Auffrischung zukommen lassen zu wollen.

„Aufklärung statt Jubel“

Ärztekammer-Präsident Steinhart stellte fest, dass in der Bevölkerung Informations- und Aufklärungsbedarf bestehe. Er begrüßte daher die neue Kampagne: Sie kläre auf, anstatt einfach „Jubelmeldungen“ zu verbreiten. „Im Mittelpunkt steht das Wohl der Patienten und Patientinnen“, so Steinhart weiter. Gesundheitsminister Rauch kündigte auch Informationsabende zur Impfung an Schulen an.

Auch in Apotheken soll es im Spätherbst eine „Informationswoche zum Thema Impfung“ geben. Dabei soll auch über Medikamente gegen schwere Covid-Verläufe aufgeklärt werden. „Gerade mit Blick auf den Corona-Herbst ist es wichtig, dass wir mit fachkundiger Aufklärung Vertrauen schaffen und Sicherheit geben“, so Apothekerkammer-Präsidentin Mursch-Edlmayr in einer Aussendung des Gesundheitsministeriums von Montag.

(pma)

Titelbild: ZackZack/ Christopher Glanzl

Autor

  • Pia Miller-Aichholz

    Hat sich daran gewöhnt, unangenehme Fragen zu stellen, und bemüht sich, es zumindest höflich zu tun. Diskutiert gerne – off- und online. Optimistische Realistin, Feministin und Fan der Redaktions-Naschlade. @PiaMillerAich

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