Donnerstag, Februar 22, 2024

Gesundheitsministerium: Impfstoff um 220 Millionen Euro vernichtet

Das Gesundheitsministerium bestätigt auf ZackZack-Anfrage: Österreich „entsorgte“ 11,3 Millionen abgelaufene Covid-Impfdosen. In Zukunft droht ein weit höherer Schaden –  denn kaum jemand lässt sich noch impfen.

Die EU hat zu viel COVID-Impfstoff bestellt. Jetzt mussten die Mitgliedsstaaten hunderte Millionen abgelaufene Impfdosen entsorgen. In Österreich landeten laut Gesundheitsministerium 11,3 Millionen Impfdosen im Sondermüll.

Gesundheitsministerium um Transparenz bemüht

Wie ZackZack auf Anfrage im Gesundheitsministerium von Johannes Rauch (Grüne) erfuhr, wurden spezielle Logistikunternehmen mit der Entsorgung der Impfdosen beauftragt. Die Vernichtung der 11,3 Millionen Präparate verursachte laut Auskunft des Ministeriums Kosten in Höhe von 70.000 Euro. Aber der Schaden ist weit höher. Eine Impfdosis kostet laut übereinstimmenden Medienberichten durchschnittlich rund 20 Euro. Allein in Österreich wurde demnach Impfstoff im Wert von 220 Millionen Euro vernichtet.

Die überzogene Bestellung geht noch auf Bundeskanzler Sebastian Kurz zurück. „Alles, was wir kaufen können, kaufen wir.“ So begründete Kurz im Mai 2021 den Kauf von zusätzlichen 40 Millionen Impfdosen für die Jahre 2022 und 2023. Überschüssige Dosen könnten weiterverkauft oder gespendet werden, hieß es damals.

Wie viel die entsorgten Impfdosen selbst gekostet hatten, lässt sich nur erahnen. Denn in den veröffentlichten Verträgen zwischen Pharmaunternehmen und Europäischer Kommission werden nach wie vor die wichtigsten Informationen geschwärzt, weil zwischen EU und Pfizer zu den Preisen „Stillschweigen“ vereinbart wurde. Trotzdem kursieren ungeschwärzte Versionen im Internet.

Quelle: Europäische Kommission: ADVANCE PURCHASE AGREEMENT (“APA”)1 for the development, production, priority-purchasing options and supply of a successful COVID-19 vaccine for EU Member States

Das Gesundheitsministerium sagt dazu auf ZackZack-Anfrage: Die Preisgestaltung der COVID-19-Impfstoffe unterliegt der vertraglichen Verschwiegenheit und kann nicht ohne Zustimmung der Vertragspartner offengelegt werden. Die Bundesregierung beabsichtigt ihre Verpflichtungen einzuhalten.“

Gemeinsame Beschaffung

Die Verträge zum Kauf der Impfstoffe wurden mit Unternehmen wie BioNTech/Pfizer 2020 und 2021 geschlossen. Sie verpflichteten die europäischen Staaten zum Kauf von mehr als 1,5 Milliarden Impfdosen und zur Abnahme weiterer – nicht benötigter – Kontingente bis 2027. Im betreffenden Zeitraum gab es mit Rudi Anschober und Wolfgang Mückstein (Grüne) zwei Gesundheitsminister unter Bundeskanzler Sebastian Kurz. Sowohl das Gesundheitsministerium als auch das Bundeskanzleramt sind für die Impfstoffbeschaffung zuständig.

Das Gesundheitsministerium schreibt auf ZackZack-Anfrage zu den Bestellmengen: Die hohen Bestellmengen in den Jahren 2020 und 2021 waren großteils der weltweiten Unsicherheit über die Entwicklung der Pandemie geschuldet. Zu Beginn der Pandemie wusste niemand, welche Impfstoffe und Technologien wie gut wirken werden.“

Österreich entschied sich ursprünglich, bis 2027 weitere neun Millionen Impfdosen zu kaufen. Im Mai 2023 konnte die Kommission aufgrund der veränderten epidemischen Lage zumindest eine neue Einigung mit BioNTech/Pfizer erzielen. Der verpflichtende Kauf von Impfstoffdosen wurde dabei reduziert. Für Österreich bedeutet das laut einem Bericht von „Der Standard“ den verpflichtenden Kauf von 4,1 statt neun Millionen Impfdosen bis 2027.

Weitere Millionen Sondermüll

Auch in Zukunft wird wohl eher entsorgt als geimpft. In Österreich ist die Covid-Impfbereitschaft besonders stark zurückgegangen. Zahlen des „Europäischen Zentrums für Krankheitsprävention“ weisen für Österreich eine Impfrate von 0,7 Prozent bei der dritten Boosterimpfung aus. Sollte sich diese Zahl nicht erhöhen, müssen bis 2028 ein Großteil der 4,1 Millionen bestellten Dosen entsorgt werden.

In Anbetracht einer fehlenden Impfwerbekampagne wollte ZackZack vom Gesundheitsministerium wissen, wie der massenhaften Entsorgung von teuren Impfstoffen vorgebeugt werden soll. Man setze auf das Wissen in der Bevölkerung und Informationen auf der Website des Ministeriums: “Die Bevölkerung hat sich im Laufe der Corona-Pandemie ein breites Wissen über die Verfügbarkeit der Corona-Schutzimpfung  aufgebaut. Zusätzlich wird von Seiten des BMSGPK laufend auf die Wichtigkeit von Schutzimpfungen hingewiesen und dies auch aktiv kommuniziert.” Im Gesundheitsministerium ist man naturgemäß zuversichtlich, große Mengen der Impfstoffe auch zu verimpfen. Seit September 2023 hätte man laut Impfdaten-Dashboard über 500.000 Covid-Impfungen durchgeführt.

Will man verhindern, dass wieder Millionen an Impfdosen im Müll landen, sollte sich die Impfquote noch kräftig erhöhen.

Titelbild: APA/EXPA/JOHANN GRODER, HELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com,
APA/picturedesk.com/Michael Gruber / Pexels from Pixabay

Daniel Pilz
Daniel Pilz
Taucht gerne in komplexere Themengebiete ein und ist trotz Philosophiestudiums nicht im Elfenbeinturm stecken geblieben.
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25 Kommentare

  1. Tja, und genau das war die ganze Zeit das Grundübel währen der Pandemie, die interessierten Bauarbeiter und Putzfrauen…..

  2. Weiß man denn, ob es sich um den Impfstoff handelt, den das krank daniederliegende politische Ausnahmetalent von seinem Siechenlager aus bestellt hat? Alles keine Ruhmesblätter. Klug war es auch nicht, sich im Gerangel um den Impfstoff über den Tisch ziehen zu lassen. Da die EU Staaten aber noch immer glauben, Privilegien aus ihrer imperialen Vergangenheit zu haben und deshalb unter dem Motto “die weniger entwickelten Länder kriegen später was, wenn was überbleibt” agiert haben, ist das nur die logische Konsequenz und die kann man einem gewinnorientierten Unternehmen wie B. Pfizer nicht vorwerfen.

  3. Was sind 220 Milliarden, oder eine Milliarde Strafe für den fehlen Umweltschutz, man bemüht sich nicht mal, 46 Milliarden wurden wegen COVID versenkt, was genau geschah will das FI Ministerium schon unter Blümchen wegen “Daten” Korruptionsschutz nicht sagen….
    Hauptsache Milliarden versenkt und die Reichen werden reicher, den rest zahlt der Pöbel, über Generarionen zurück….danke Schwürkise und grüne Schnösel….

  4. Naja, es ist so dass die Leute sich erhofft hatten, dass es mit der Impfung erledigt ist.

    Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Es stellt sich nun heraus, dass es so einfach nicht ist. Auch mit Impfung sind Infektionen nicht “wurscht”, sondern sorgen für massig unangenehme Folgeerscheinungen und vor allem massig chronische und höchst unangenehme Folgeerkrankungen.

    Was hat der Gesetzgeber hier anzubieten? Hm?

    Könnt bitte mal wer das Mikrophon hinhalten und die richtigen Fragen stellen?

    • Nach 2 Jahren immer noch zu schreiben “es stellt sich jetzt heraus” wirkt etwas lächerlich. Die Textbausteine müssen zeitweise adaptiert werden.

      • Ja, es stellt sich JETZT heraus. Das ist doch nicht meine Schuld. Es stellt sich für die Betroffenen eben jetzt heraus, dass es Folgeerkrankungen gibt. Dass es dazu kommen könnte war von Anfang an klar. Seit Beginn der Pandemie 2020 wußte man, dass das Virus Langzeitschäden, vor allem Nervenzellen und Immunsystem betreffend verursachen kann. Trotzdemm hat man mit 2 und 3 G Regeln suggeriert, das Problem wäre “gelöst” und die Leute aufgefordert sich ihr “normales” Leben zurückzuerobern….damit hat man sie ins Messer laufen lassen. Und jetzt wirds sichtbar.

        Sag, was hast du immer mit dem Coronathema? Vermisst du die Zeiten, in denen es “en vogue” war blind auf Menschen mit erhobenen Warnschild hinzuhacken und alle über einen Kamm zu scheren? Die sind vorbei. Tut leid.

        • Solche Zeiten hat es für mich nie gegeben. Gegen die langzeitfolgen gibt es keine Impfung. Gäbe es eine wäre sie wieder zu teuer, zu Gentechnik, zu…

          • @ Die Lösung liegt darin dafür zu sorgen, dass man möglichst keine Infektion durchmacht. “Prävention” heißt das Zauberwort. Das ist auch der Grund warum es Pandemiepläne gibt. Pandemiepläne auf die gesch*** wurde, nur um die Wirtschaft auch ja nicht zu gefährden. Gleichzeitig hat man genau das getan. Durch völlig fehlgeleitete, ungerecht verteilte und unverhältnismäßige Subventionen. Die Großen haben eingesackt, Übergewinne schnell mal “privatisiert” und jetzt steck ma in der Rezession.

            Warum muss man sich eine “Impfung gegen Langzeitschäden” herbeisehnen, und verzichtet aber freimütig drauf vom Gesetzgeber den nötigen Schutz für die Bevölkerung einzufordern? Ist das nicht irgendwie der blanke Wahnsinn?

  5. Mmmh seltsam. Gestern hab ich wo gelesen dass ingesamt Imofstoff im Wert von 4 Milliarden weggeschmissen wurde.

    • Ja das habe ich auch gelesen. Aber ich habe auch noch gelesen, dass der Schaden vermutlich noch viel höher und über 5 Milliarden liegen soll, wenn man endlich den geheimen und weiter unterdrücken könnenden Einkaufspreis, welcher von unserer Ursel verhandelt wurde kennt?

      Aber so hat hier wohl auch Österreich nun mit dem erst für ENDE 2025 geltenden Informationsfreiheitsgesetz hier für diese Unterdrückung vermutlich auch im eigenen Interesse mitgemacht. Deshalb ist es wohl auch gelungen die SPÖ hier mit an Bord zu holen? (Aber auch Ende 2025 wird es nicht sicher sein, dass man das erfährt, da ja alles was die Sicherheit in Österreich bedrohen könnte, auch weiter verschlossen bleiben soll? – Wie viele solcher Geheimfälle es hier geben könnte, hat man aber bisher natürlich weder über die Medien gefragt, noch sonst irgendwie verlautet…)

      Was das Informationsfreiheitsgesetz anbetrifft, so soll es bis zum Gesetzesbeginn ja angeblich die Möglichkeit geben, auf “fragdenStaat” hier doch etwas erfahren zu können. – Habe dort einmal mich ein wenig umgeschaut und dabei lesen können, dass in Neuseeland angeblich mehrere tausend Politiker und VIPs von der Impfpflicht augeschlossen waren. Deshalb wollte der Anfrager wissen, ob das auch in Österreich so ähnlich der Fall war… – er erhielt aber keine Antwort und viel das eben vermutlich auch wieder unter diesem Sicherheitspassus?

  6. Unser Bundeskanzler wird sich also nicht für die Coronamassnahmen bei den Opfern daraus entschuldigen.
    Höhepunkt dazu war noch sein offensichtlich freudscher Versprecher, “dass er nicht bereit ist auf die andere Seite des Grabens zu wechseln…” (Allein das ist schon für mich noch mehr als nur mehr zum fremdschämen…)

    Noch immer weiß ich aber nicht, was die Regierung nun daraus gelernt hat und zukünftig besser oder anders machen will?
    Mir jagt das richtig gehend Angst ein, da schwer zu befürchten ist, dass es (hoffentlich) nicht schon demnächst “ein zukünftig” gibt und dann noch mit ganz anderen Vorgängen als bisher schon zu rechnen ist…

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