Freitag, Mai 17, 2024

Sterbende und verwesende Tiere: VGT deckt Missstände in NÖ auf

Sterbende und verwesende Tiere:

Es sind Zustände des Grauens: Der VGT ist in einem Mastbetrieb nahe St. Pölten auf ein brutales Ausmaß an Tierquälerei gestoßen. Es wurde – nicht zum ersten Mal – Anzeige erstattet. Achtung: Die Bilder sind nichts für schwache Nerven.

St. Pölten, 13. September 2022 | Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) ortet Missstände in einem Mastbetrieb im Bezirk St. Pölten-Land. Ein am Dienstag veröffentlichtes Video zeigt sterbende Schafe, Rinder in Fäkalien, verwesende Tiere im Stall und Leichen in Tonnen vor dem Gebäude. Der VGT hat Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft St. Pölten eingebracht. In einer Aussendung anlässlich einer Protestkundgebung vor dem Betrieb wurde Aufklärung und ein Tierhaltungsverbot gefordert.

„Das Tierleid ist immens“

Mehr als 1.000 Lämmer, Schafe, Zicklein, Ziegen und Rinder werden der Aussendung zufolge in dem Betrieb gehalten. “Die Zustände sind abscheulich, das Tierleid ist immens”, teilte der VGT mit. Kritisiert wurde gesetzlich verbotene Vollspaltenbodenhaltung von Lämmern sowie Rinder, die “in knöcheltiefen Fäkalien-Seen aus Kot und Urin leben, liegen und schlafen” müssten. Bereits im Jahr 2013 habe der VGT Anzeige gegen den Betrieb erstattet und ein Tierhalteverbot gefordert.

Schreckensbilder toter oder leidender Lebewesen

Der VGT stellt uns das Bildmaterial zum Skandal zur Verfügung, aus dem wir einige Fotos veröffentlichen – Achtung, graphic content:

Viele der Rinder im Betrieb müssen in tiefen Jauche-Seen leben. Die Fäkalien stehen schulterhoch. (C) VGT

Der Körper eines toten und verwesenden Schafs. Schon 2013 – nach einer ersten Anzeige – hätte dieser Betrieb geschlossen werden müssen. (C) VGT

Mehrere Leichentonnen der Tierkörperverwertung stehen gefüllt vor dem Betrieb. Tote Tiere gehören hier offenbar zum Mastalltag. (C) VGT

Lebende Lämmer liegen auf toten Lämmern. (C) VGT

Eine Ziege mit dicker Entzündung am Hals. (C) VGT

Ein totes Zicklein. (C) VGT

David Richter, VGT-Kampagnenleiter: Der Umstand, dass die Zustände auf diesem Betrieb seit Jahren bekannt ist, ist schockierend. Sind die zuständigen Behörden hilflos oder unwillig, das offensichtliche Tierleid zu beenden?

(apa/red)

Titelbild: VGT

Anja Melzer
Anja Melzer
Hält sich für die österreichischste Piefke der Welt, redet gerne, sehr viel und vor allem sehr schnell, hegt eine Vorliebe für Mord(s)themen. Stellvertretende Chefredakteurin. Sie twittert unter @mauerfallkind.
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23 Kommentare

  1. Laut Schreiben des VGT vom 24.8.22 hat die Supermarktkette SPAR den Verein gegen Tierfabriken (VGT) geklagt und eine Einstweilige Verfügung beantragt, der das Gericht vollkommen unerwartet gegen den VGT entschieden und die Einstweilige Verfügung bewilligt hat.
    Das bedeutet, dass der VGT ab sofort keine Kritik an SPAR im Zusammenhang mit dem Verkauf von Schweinefleisch aus Vollspaltenbodenhaltung üben darf.
    Der VGT wird diese Einstweilige Verfügung bekämpfen und hofft, die nächste Instanz überzeugen zu können, damit sich der VGT wieder frei äußern darf.
    So schaut´s aus.

      • Wozu haben wir einen grünen Gesundheits- und Konsumentenschutzminister? Eine grüne Justizministerin, einen grünen Vizekanzler? Eine grüne Klimaschutz und sonstwas Ministerin? Wozu sind die Grünen in der Regierung, wenn derartige Zustände, wie vom VGT aufgezeigt, möglich sind! Und wenn dem VGT dann auch noch mittels gerichtlicher Einstweiliger Verfügung die freie Äußerung verboten wird?! Die Köstinger ist weg, die Grünen sind noch da.

  2. Behördenversagen wo man in diesem Land nur hinschaut… – weiter ohne irgendeinem absehbaren Ende mit vermutlich unfassbaren Dunkelzahlen, über welche die wohl auch dafür gekauften Medien nur dann berichten werden, wenn sie an die Oberfläche platzen müssen, oder eben solche Medien wie ZZ darüber berichten.
    ZZ hat hier deshalb damit auch eine ganz neue Medienmacht erhalten, aber meiner Meinung nach auch ganz starke Verantwortung dazu bekommen…

  3. das genussland NÖ hat wieder einen vorzeigebetrieb an artgerechter haltung. dieser landwirt ist sicher ein leiwander freund – in den vereinen super beliebt und ganz sicher extra hilfsbereit…. seine lohnstückkosten auf die schnitzel sicherlich die rezibroke merit-order für die schweinebäuche…. unpackbar wies sowas immer wieder geben kann. was da an förderungen reinrennen – tät mich auch noch interessieren…. und ob der auch ab-hof-verkaufs-kunden betreut – weils so günstig is

    • … der entblödet sich ja sogar nicht einmal, vor der ORF-Kamera “da oder dort kleinere Versäumnisse” zuzugeben… (ganz a sympathischer Kerl mit “gewinnendem Wesen”) Solche Typen sollte die AMA einmal in ihren millionenschweren Kampagnen herzeigen… 😉

      • ob der auch weiss, dass des mit der ach so xundn watschn im 21. jhdt auch nicht mehr so einfach geht? ich hab in 80er mobilie hühnerKZs als gegengeschäftsware auf meinem schreibtisch ghabt. da hats mich mal umghaut. da gehts nämlich gar nicht um die hendln. auch nicht um die eier. sondern: um die kacke. die dient nämlich als rohstoff für die waschmittelindustrie, düngemittelindustrie UND die sprengstoffindustrie. WER sind die, die diese stelle planen, konstruieren, gerichtlich sachverständigen und iso-zertifizieren oder ama-güte-besiegeln? das nenn ich organisiertes verbrechen. und wehe – wenns da um hunderln oder katzerln ginge – eine gejaule und gebäsche und geshitstorme…. oarg

  4. Jedesmal wieder unfassbar!
    Gut dass es Martin Balluch und den Vgt gibt. Ich werde sie weiter unterstützen.
    Auffällig oft sind diese Zustände in NÖ.

      • Und das der VGT keine finanzielle Unterstützung bzw Förderung vom Staat bekommt und man stattdessen Dr.Dr Balluch verhaftet.

  5. Nur noch zum kotzen….und die schäbige con sich behauptende Umweltpartei sieht bei Tierwohl wie Tierquälerei zu….diese grüne Pack hilft aktiv bei den Tierquälereien mit indem sie schweigen…aber selbst bis im Hals in Korruption stecken, kriminelle Politiker (Justiz) schützen…
    Einfach zum kotzen was da abgeht ..

  6. Unglaublich, dieser “Bauer” wagt sich auch noch vor die Kamera und behauptet ein Teil der Vorwürfe sei übertrieben……Warum der überhaupt noch nicht verhaftet wurde…..

  7. des schreit ja förmlich nach § 278a StGB

    also gegen den vgt natürlich

    in österreich hab ma ja erfahrung mit sowas

  8. Na, wenn DAS der in NÖ zuständige Landesrat für Tierschutz, Gottfried Waldhäusl, wüsste…!?
    (vermutlich würde fluchs und ratz-fatz ein gaaanz groooßer Zaun mit Hunden bewacht rundherum errichtet werden) Das von ihm überparteilich organisierte (wohl eher bequem opportun begleitete) Volksbegehren “Stoppt die Lebendtier-Transportqual” scheint in diesem pragmatischen AMA Gütesiegel flackernden Lichte industrieller Fleischproduktion auch teilweise in Erfüllung zu gehen… (sorry, ohne bitterbösen Zynismus geht’s hier nicht) -> Eine einzige menschliche Katastrophe, die sich in diesem gewissenlosen Tun einzelner “Unternehmer” offenbart. Die Agenden im Landwirtschaftsministerium für solche Produktions-Parameter sind seit jeher welchem Partei-Know-How zugeteilt?

    • mit verlaub zur erinnerung: die ex-ministerin und nationalratspräsidiumspraktikantin, ms elli, hat mehrmals aufs regierungsprogramm verwiesen, dass das hauptaugenmerk auf die grossen gelegt wird und damit die bewertung auf lohn-stück-kosten der industrie behirnt wird – ja, dann kann nur sowas in NÖ rauskommen. die war auch nicht gesprächsbereit UND hat ja mit allen mitteln das ende der vollspaltenböden auf den sankt nimmerleinstag verzögert…. warum wohl? was da an freunderlgschäften über vereine rennen und für leiwande grillfestln da die ach so günstigen schnitzln am griller gschmissen werden…. weus so günstig is…. krank

    • Das Fleisch muss nicht billig sein… nur die Gewinnspanne muss immer größer werden.
      Das meiste billig Fleisch in Ösistan kommt übrigens aus weit weit weg und wird hier nur geschlachtet.

      Unsere Bauern produziert für den gewinnbringenderen “BIO”-Markt in benachbarten EU Ländern.
      Weil in De&Fr Bio aus der Türkei und Rumänien halt ned sooo glaubwürdig rüberkommt

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