Dienstag, Juni 25, 2024

Aufsteirern-Panne: Steirischer Landeshauptmann versus Bierfass

Aufsteirern-Panne:

Beim Aufsteirern Festival in Graz hatte Neo-Landeshauptmann Christopher Drexler (ÖVP) schwer mit einem Bierfass zu kämpfen. Wie wild hämmerte er auf das Holz ein.

 

Graz, 20. September 2022 | Das traditionelle feierliche Anstechen eines Gösser-Bierfasses zum Aufsteirern in Graz wurde für Landeshauptmann Christopher Drexler (ÖVP) zu einem peinlichen Auftritt. Drexler war mit der Aufgabe betraut, den Zapfhahn ins Fass zu schlagen, hatte dabei allerdings alle Mühe.

48-mal gehämmert

Bewaffnet mit einem Holzhammer schritt der steirische Landesvater zur Tat und bemühte sich, den Zapfhahn in das Fass zu schlagen. In bundeskoalitionärer Treue war es ausgerechnet Vizebürgermeisterin Judith Schwentner von den Grünen, die den Zapfhahn halten musste. Sie durfte am Ende froh sein, die Schlag-Serie ihres Kumpanen unbeschadet überstanden zu haben.

Die Schläge eins bis zwei waren präzise vorgetragen, trafen mittig, aber zu leicht auf den Zapfhahn. Bei Schlag drei zeigte Drexler dürfte die Entschlossenheit bereits nachgelassen haben. Den brachte er aus schiefem Winkel mit wenig Kraft an. Danach schlug er noch ganze 34 Mal einhändig auf das Bierfass ein, ehe er kurz innehielt und noch einmal Kraft sammelte.

Erfolgreicher Taktikwechsel

Nach Schlag 37 änderte Drexler seine Taktik. Der Hammer nunmehr mit beiden Händen fest umschlossen, reaktivierte er noch einmal all seine steirischen Urkräfte und hämmerte dreimal fest auf den Zapfhahn ein, der nach Schlag 40 ein leichtes Rinnsal an Bier offenbarte. In der Hoffnung, das Fass besiegt zu haben, drehte Drexler am Hahn, der aber noch nicht ausreichend Bier freigab. Das Duell ging in die Endphase. Würden die Kräfte Drexlers ausreichen? Oder könnte sich am Ende das Bierfass durchsetzen?

Es brauchte weitere sieben Schläge, bis sich das frische Bier aus dem Fass ergoss. Schlag 47 brachte die Erlösung. Doch Drexler schlug noch ein 48-tes Mal hart auf das Fass ein – vielleicht eine Art Racheakt. Die Freude war am Schluss auch bei Judith Schwentner groß.

Skurriles Wahlkampfvideo

Die große Bühne nutzten auch die beiden Präsidentschaftskandidaten Gerald Grosz (parteilos) und Walter Rosenkranz (FPÖ) für ihren Wahlkampf. Beide waren für das Festival nach Graz gereist und mischten sich unter die 120.000 Besucher. Während Ersterer diesmal nicht durch Sonderbarkeiten auffiel, drehte Rosenkranz gleich ein Wahlkampfvideo. Dieses mutet etwas seltsam an. Im rund 30 Sekunden langen FPÖ-Clip ist der Präsidentschaftskandidat von Trachtenträgern und -trägerinnen umringt. Auch eine steirische Blaskapelle ist zu sehen, allerdings nicht zu hören. Denn die geballte Ladung Tradition wird im Video, wo angeblich “Tradition gelebt” wird, von einem modernen Studio-Beat übertönt, der komplett deplatziert wirkt.

(dp)

Titelbild: ERWIN SCHERIAU / APA / picturedesk.com

Autor

  • DanielPilz

    Taucht gern tiefer in komplexe Themengebiete ein. Lebt trotz Philosophiestudiums nicht im Elfenbeinturm und verpasst fast kein Fußballspiel.

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