Titelbild

IS-Anhänger am Wiener Flughafen festgenommen

Unter Auflagen enthaftet

Ein Wiener Jugendlicher ist im August am Wiener Flughafen festgenommen worden. Er soll unter anderem eine junge Steirerin radikalisiert und Terroranschläge verherrlicht haben. Unter Auflagen ist er mittlerweile wieder auf freiem Fuß.

Wien/Graz, 20. September 2022 | Am Wiener Flughafen ist ein junger, in Österreich wohnhafter IS-Anhänger festgenommen worden. Der erst 17-jährige Wiener war bei seiner Rückkehr aus der Türkei am 21. August festgenommen worden, er ist mittlerweile unter Auflagen freigelassen worden, wie das Innenministerium am Dienstag mitteilte. Der junge Mann hatte eine gleichaltrige zum Islam konvertierte Steirerin bedroht und genötigt. Zu Details wollte man beim Innenministerium auf APA-Anfrage keine Auskünfte geben.

Der Festnahme waren Ermittlungen der Landesämter für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) Steiermark und Wien sowie der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) vorausgegangen. Die Ermittlungen waren über mehrere Monate gelaufen, hieß es auf Anfrage.

Propaganda und Terrorverherrlichung

Der 17-Jährige hatte über Social Media Kontakt zu der jungen Steirerin aus dem Großraum Graz aufgenommen. Im Zuge mehrerer Treffen soll er Propagandamaterial des Islamischen Staates (IS) geteilt und Straftaten dieser terroristischen Vereinigung verherrlicht und gutgeheißen haben. Dadurch ist es laut Ministerium zu einer Radikalisierung der jungen Frau gekommen. Außerdem soll der Jugendliche die Steirerin durch Drohungen massiv eingeschüchtert und genötigt haben.

Mitte September enthaftet

Wie man auf die Spur der beiden gekommen war, wollte ein Ministeriumssprecher nicht präzisieren. Die junge Frau wurde unmittelbar nach der Festnahme des 17-Jährigen einvernommen, bei beiden wurden Hausdurchsuchungen durchgeführt. Dabei wurden diverse elektronische Geräte und schriftliche Aufzeichnungen konfisziert. Die Steirerin wurde auf freiem Fuß angezeigt. Der türkischstämmige Wiener wurde am 14. September auf Beschluss des Oberlandesgerichts Graz unter mehreren Auflagen aus der Untersuchungshaft entlassen.

Die Ermittlungen der Polizei – auch im Umfeld der beiden – seien noch nicht abgeschlossen, hieß es. Ob der Bursch in der Struktur des IS eine Rolle spielt oder lediglich ein Anhänger ist, wurde nicht gesagt.

(apa/red)

Titelbild: ZackZack/ Christopher Glanzl

Wir geben rund einer halben Million Menschen im Monat die Möglichkeit, sich über Österreich und die Welt zu informieren – gratis, denn wir sind überzeugt, dass möglichst viele Menschen Zugang zu unabhängiger Berichterstattung haben sollen.
Doch unsere Arbeit kostet Geld. Hinter ZackZack steht kein Oligarch, keine Presseförderung und kein Inseratengeld der Regierung. Genau das ist unsere Stärke.

Jetzt ist die richtige Zeit, uns zu unterstützen. Wenn du dir nur gelegentlich einen Beitrag leisten kannst, ermöglichst du damit jetzt gleich unabhängigen Journalismus. Wenn du kannst, werde Mitglied im ZackZack-Club! Das ist eine Investition in die Zukunft von Demokratie und Freiheit. Danke.

Lesen Sie auch

3 Kommentare
Inline Feedbacks
Zeige alle Kommentare
maruh
21. 09. 2022 20:08

schon lustig das ma in österreich mitn § 278 StGB auf tierschützer die a bissl lärm machen losgeht aber “gleichzeitig” …

naja

Servus
21. 09. 2022 11:05

Was denkt sich eigentlich so ein Haftrichter, wenn er einen potentiellen Gefährder wieder auf die Gesellschaft loslässt. Abgesehen davon ist das Wasser auf die Mühlen der Rechtspopulisten, die in jedem Muslim eine Gefahr sehen. Anstatt die wirklich gefährlichen Personen so gut das eben geht abzusondern, bis hin zum Entzug der Staatsbürgerschaft, sobald die Großjährigkeit erreicht ist, genießen diese Personen Narrenfreiheit.

Peer
20. 09. 2022 20:27

Nach der Haftstrafe bekommt auch dieser IS-Anhänger eine lebenslange Sozialhilferente wie zig tausende bereits schon. Versprochen.