FC Bayern-Starkoch droht Häfn

Delikater Prozess in München: Starkoch Alfons Schuhbeck droht Häfn-Kost statt Schmankerl. Er muss sich vor Gericht wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe verantworten. Ob die Kicker des FC Bayern als Zeugen eine Rolle spielen werden, war zuletzt noch unklar.

München, 5. Oktober 2022 | Was für eine erfolgreiche Karriere. Was für ein tiefer Fall. Einst kochte Alfons Schuhbeck (73) für die Queen, jetzt droht ihm bittere Häfn-Kost, sollten sich die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft bestätigen. Dem Starkoch des FC Bayern wird am Mittwoch der Prozess gemacht. Am Münchner Landesgericht I geht es um mutmaßliche Steuerhinterziehung in Millionenhöhe.

Verdacht in 25 Fällen

Folgt man einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH), droht bereits ab einer Million-Summe eine Haftstrafe ohne Bewährung. Der Gastro-Virtuose tauchte unter großem Medienandrang vor Gericht mit zwei Anwälten auf, wie medial zu vernehmen war. Er habe mitgenommen und blass gewirkt, heißt es.

Kein Wunder, denn die Staatsanwaltschaft hat ihn wegen Verdachts auf Steuerhinterziehung in 25 Fällen angeklagt. Nach Bekanntwerden der Ermittlungen hatte Schuhbeck betont: „Ich werde sehr eng und sehr offen mit den Behörden zusammenarbeiten, um alle Vorwürfe zu entkräften“. Er stehe „den Behörden in allen Fragen Rede und Antwort“.

Bayern-Kicker könnten aussagen

Laut einem Bericht der Münchener Boulevardzeitung „TZ“ wird wohl auch der FC Bayern eine Rolle spielen. Die Kicker des „FC Hollywood“ werden von Schuhbeck im In- und Ausland bekocht.

Einige Vergehen werden Schuhbeck direkt in München vorgeworfen, etwa betreffend seines Restaurants Orlando. Er soll dort gezielte Kassenmanipulation betrieben haben. Aussagen über Zeitpunkt und Anwesenheit könnten deshalb entscheidend sein. Ob die Edeltruppe aus der bayerischen Landeshauptstadt letztlich vor Gericht antanzen muss, war zuletzt noch unklar.

Schuhbecks feiner Gaumen brachte ihm Ruhm und Geld. Nun könnte sein Geschmackssinn im Falle einer Haftstrafe ordentlich strapaziert werden. Der 2017 noch inhaftierte Bordell-Besitzer Hermann Müller (69), genannt „Pascha“, hatte sich über Häfn-Essen beschwert. Angeblich sei das, was in der JVA Stadelheim München serviert werde, ein „Fall für Amnesty International“. Danach bestellte Müller täglich Feinkost bei: Alfons Schuhbeck.

 (wb)

Titelbild: Sven Hoppe / dpa / picturedesk.com

Wir geben rund einer halben Million Menschen im Monat die Möglichkeit, sich über Österreich und die Welt zu informieren – gratis, denn wir sind überzeugt, dass möglichst viele Menschen Zugang zu unabhängiger Berichterstattung haben sollen.
Doch unsere Arbeit kostet Geld. Hinter ZackZack steht kein Oligarch, keine Presseförderung und kein Inseratengeld der Regierung. Genau das ist unsere Stärke.

Jetzt ist die richtige Zeit, uns zu unterstützen. Wenn du dir nur gelegentlich einen Beitrag leisten kannst, ermöglichst du damit jetzt gleich unabhängigen Journalismus. Wenn du kannst, werde Mitglied im ZackZack-Club! Das ist eine Investition in die Zukunft von Demokratie und Freiheit. Danke.

Lesen Sie auch

2 Kommentare
Inline Feedbacks
Zeige alle Kommentare
Re Mario
6. 10. 2022 10:59

Dem Boris könnte er jetzt doch einige Gusto – Stückerln beibringen…..

Wolpertinger
6. 10. 2022 12:23
Antworte auf  Re Mario

Schwierig, der ist doch in England.

Beim Schuhbeck hat das ganze einfach System, der hat in den 90ern, als er noch in Waging ansässig war, bei seinen Caterings schon unter der Hand bezahlt. Geschneit hats dort auch gerne. (Quelle sehr zuverlässig)