Freitag, Juli 19, 2024

Fußball-WM: Katar richtet Ausnüchterungs-Zonen ein

Fußball-WM:

Für stark angetrunkene Fußballfans soll es bei der WM in Katar eigene Bereiche zur Ausnüchterung geben.

Doha, 14. Oktober 2022 | Für stark angetrunkene Fußballfans soll es bei der WM in Katar eigene Bereiche zur Ausnüchterung geben. “Das ist ein Ort, an dem sichergestellt ist, dass diese Leute sicher sind und niemandem anderen schaden können”, sagte Turnier-Geschäftsführer Nasser Al Khater dem britischen TV-Sender Sky News. Wie genau die Zonen für betrunkene Fans gestaltet werden und wann genau die Fußballanhänger sich in ihnen aufhalten müssen, ließ der WM-Spitzenfunktionär offen.

Alkohol erlaubt, aber…

Zuletzt hatten der Weltverband FIFA und die Organisatoren der Weltmeisterschaft die Regeln für den Alkoholausschank während der WM festgezurrt. Alkoholhaltige Getränke werden vor und nach dem Anpfiff auf dem Stadiongelände sowie nach 18.30 Uhr Ortszeit auf dem Fanfest in Doha ausgeschenkt. Während der Spiele gibt es in den Stadien nur alkoholfreie Getränke.

Anders als im benachbarten Saudi-Arabien ist Alkohol in Katar nicht gänzlich verboten, wird aber auch bisher nur sehr eingeschränkt etwa in Bars oder Restaurants bestimmter Hotels ausgeschenkt. Ausländer können alkoholische Getränke auch in einem Geschäft mit entsprechender Lizenz kaufen, müssen aber älter als 21 Jahre sein und brauchen dafür eine Erlaubnis.

Laut WM-Chef Al Khater sind bereits 95 Prozent aller Eintrittskarten für das Turnier verkauft. Er versicherte erneut, das muslimische Land werde ein großzügiger Gastgeber sein. “Wir bitten die Leute nur, unsere Kultur zu respektieren. So lange niemand etwas tut, das andere Menschen verletzt, so lange niemand öffentliches Eigentum beschädigt, so lange man sich auf eine Art verhält, die nicht verletzend ist, so lange ist jeder willkommen und muss sich keine Sorgen machen”, sagte Al Khater.

Das Turnier steht heftig in der Kritik. Medienberichten zufolge starben 6.500 Arbeiter im letzten Jahrzehnt. Die tatsächliche Zahl von toten Arbeitsmigranten aus Indien, Pakistan, Nepal, Bangladesch und Sri Lanka dürfte allerdings noch höher sein.

(bf/apa)

Titelbild: GIUSEPPE CACACE / AFP / picturedesk.com

Autor

  • Benedikt Faast

    Redakteur für Innenpolitik. Verfolgt so gut wie jedes Interview in der österreichischen Politlandschaft.

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