Dienstag, Februar 7, 2023
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Ohne Kopftuch angetreten – Sorge um iranische Klettermeisterin

Ohne Kopftuch angetreten

Die iranische Kletterin Elnas Rekabi trat bei den Asienmeisterschaft ohne Kopftuch an. Nun ist sie offenbar auf dem Rückweg nach Teheran. Die Welt sorgt sich um die Sportlerin, Meldungen über ihre Situation widersprechen sich.

Teheran/Seoul, 18. Oktober 2022 | Die iranische Klettermeisterin Elnas Rekabi war bei der Asienmeisterschaft in Seoul ohne das für iranische Sportlerinnen obligatorische Kopftuch geklettert. Jetzt soll sie sich auf dem Weg zurück in ihr Heimatland befinden. Ihr Pass und Mobiltelefon sollen Berichten in sozialen Medien vom Dienstag zufolge zuvor beschlagnahmt worden sein, auch von einer Festnahme der 33-Jährigen war die Rede.

Rätselraten um Instagram-Posting

In einem Instagram-Posting eines Rekabi zugeschriebenen Accounts vom Dienstag gab die Sportlerin an, sich mit dem Rest ihres Teams auf der Heimreise zu befinden. “Das Kopftuch nicht getragen zu haben, ist unabsichtlich gewesen. Die Ansetzung war schlecht koordiniert, ich wurde unvorbereitet aufgerufen”, schrieb die Kletterin demnach in ihrem Beitrag.

Beobachter vermuten eine erzwungene Stellungnahme. Die iranischen Behörden üben regelmäßig Druck auf Aktivisten im In- und Ausland aus. Der Internationale Kletterverband gab indes bekannt, die Situation nach ihrer Rückkehr in den Iran weiter unter Beobachtung zu haben.

Rekabis Klettern ohne Kopftuch wurde als Zeichen ihrer Solidarität mit der Frauenbewegung und den anhaltenden Protesten im Iran gesehen. Auslöser war der immer noch unaufgeklärte Tod der 22-jährigen Mahsa Amini im Polizeigewahrsam. Die junge Frau war im vergangenen Monat von der Sittenpolizei festgenommen worden, weil ihr Kopftuch leicht verrutscht war und ein paar Haarsträhnen zu sehen waren.

Kritiker befürchten Festnahme

Kritiker fürchten, dass Rekabi festgenommen und eingeschüchtert wurde. Besorgt zeigte sich auch die außenpolitische Sprecherin der österreichischen Grünen, Ewa Ernst-Dziedzic. “Der lange Unterdrückungsarm der Mullahs knechtet nicht nur im Iran, er reicht offenbar auch weit ins Ausland. Die Weltgemeinschaft darf die Kidnapper-Methoden des iranischen Regimes auf keinen Fall widerspruchslos hinnehmen”, sagte Ernst-Dziedzic am Dienstag zum zwischenzeitlichen Verschwinden von Rekabi. Die iranische Botschaft in Seoul wies Berichte über eine Festnahme zurück.

In der Nacht auf Dienstag waren zahlreiche Iraner zum Hauptstadtflughafen in Teheran geströmt, um sie als neue Heldin der Frauenproteste zu feiern. Doch die Straßen zum Flughafen waren abgeriegelt, nur Personen mit einem gültigen Flugticket erlaubte die Polizei die Weiterfahrt. Diese Angaben wurden von den iranischen Behörden noch nicht bestätigt.

Seit Ausbruch der landesweiten Proteste haben bereits mehrere prominente Sportler – unter ihnen auch die ehemaligen Fußballstars Ali Daei, Ali Karimi und Mehdi Mahdavikia – das System wegen der Unterdrückung der Frauenproteste kritisiert und ihre Solidarität mit den Demonstranten verkündet.

(apa/red)

Titelbild: RHEA KANG / AFP / picturedesk.com

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Markus Steurer
Markus Steurer
Hat eine Leidenschaft für Reportagen. Mit der Kamera ist er meistens dort, wo die spannendsten Geschichten geschrieben werden – draußen bei den Menschen.
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Unbekannt
18. 10. 2022 19:26

Die nächste Heuchelei. Aber hier ist es kein Problem, wenn Frauen unters Kopftuch gezwungen werden. Die Berichte über Ehrenmorde hat man ja längst eingestellt. Das nennt sich jetzt “Femizid” und das Problem nennt sich “Mann”.

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